Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Kulturhauptstadt: Rostocks OB gegen Bewerbung
Mecklenburg Rostock Kulturhauptstadt: Rostocks OB gegen Bewerbung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 22.01.2019
Vision für den Rostocker Stadthafen: Hier soll ein neues Landesmuseum (links) und das neue Volkstheater (rechts oben) entstehen. Quelle: Hansestadt Rostock
Anzeige
Rostock

Dass Rostock das Zeug dazu hat, Europas Kulturhauptstadt zu werden – daran lässt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) keinen Zweifel. „Wir wären in der Lage eine überzeugende Bewerbung für 2025 abzugeben“, sagt der Rathaus-Chef. Aber: Er will nicht. Statt sich um die nächste Großveranstaltung in sechs Jahren zu bemühen, erteilt er der Kulturhauptstadt-Idee eine Abfuhr.

Rostocker Bund fordert Bewerbung

Sybille Bachmann (Rostocker Bund) hatte eine Bewerbung um den EU-Titel jüngst wieder ins Gespräch gebracht. Ihre Forderung: Die Hansestadt soll zeitgleich Bundesgartenschau-Stadt und Europas Kulturhauptstadt werden. Viele Projekte, die zur Buga realisiert werden sollen, würden sich – so Bachmann – auch für ein Kultur-Jahr anbieten. Das neue Archäologische Landesmuseum am Stadthafen etwa, der Theater-Neubau am Bussebart ebenfalls.

Anzeige

Das sieht Methling prinzipiell ganz genau so: „Es gibt eine Reihe von Argumenten, die für eine Bewerbung sprechen.“ Rostock habe in den vergangenen Jahren eine „erf0lgreiche Entwicklung“ hinter sich – nicht allein wirtschaftlich, sondern auch was die „kulturelle Infrastruktur“ und „hochwertige Angebote“ angeht. Dazu zählt er beispielsweise die geplanten Sanierungen baulicher und technischer Denkmäler. Des Wasserturms etwa, des Lagebuschturms, der Societät Maritim und auch der „Undine“. Zudem plane Rostock eines neues Museum zur Industrie- und Sozialgeschichte, im Iga-Park und an Bord des Traditionsschiffes soll das maritime Erbe stärker in Szene gesetzt werden und auch an der Kunsthalle entstünden mit dem Schaudepot und der Uecker-Box herausragende Kulturstätten. „Kempowski, Uwe Johnson, Edvard Munch, die Böhmer-Sammlung – vieles spräche dafür, Rostocks unglaublichen kulturellen Reichtum auch international noch intensiver in Szene zu setzen“, sagt Methling.

Buga hat Vorrang

Und dennoch: Der OB spricht sich gegen eine Bewerbung um den Kulturhauptstadt-Titel zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. „Die parallele Ausrichtung der Bundesgartenschau und Kulturhauptstadt wäre eine enorme Herausforderung“, so Methling. Er spricht dafür aus, sich voll und ganz auf die Buga zu konzentrieren. „Es ist wenig wahrscheinlich, dass Rostock in einem nationalen Auswahlverfahren für dasselbe Veranstaltungsjahr eine zweite Großveranstaltung zugesprochen wird.“ Und außerdem: „Die weiteren deutschen Städte, die sich um den Titel bewerben, arbeiten seit Jahren an ihrer Bewerbung. Magdeburg seit 2011. Dieser Rückstand wird innerhalb der wenigen Monate bis zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock kaum noch aufzuholen sein.“ Das letzte Wort in der Causa hat aber die Bürgerschaft.

Andreas Meyer