Kunsthalle Rostock: Gojko Mitić eröffnet Ost/Western-Ausstellung
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Rostock Rostock feiert Gojko Mitić: Welche Rolle er gerne noch spielen würde und warum er Räucheraal liebt
Mecklenburg Rostock

Kunsthalle Rostock: Gojko Mitić eröffnet Ost/Western-Ausstellung

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20:01 20.06.2021
Umlagert von Fans in Rostock: Jörg-Uwe Neumann (r.) und Gojko Mitic begrüßen Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück.
Umlagert von Fans in Rostock: Jörg-Uwe Neumann (r.) und Gojko Mitic begrüßen Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Durchtrainiert, hellwach, schlagfertig: Auch mit 81 Jahren wäre Gojko Mitić immer noch die Idealbesetzung als weiser, starker Chief. Und nur allzu gerne würde er in der Rolle seines Lebens auf die Leinwand zurückkehren. Aber anders als früher, anders als in den legendären Defa-Indianerfilmen: „Ich würde gerne einen alten Häuptling spielen, der in ein Reservat zurückkehrt – um zu zeigen, wie die Indianer heute wirklich leben.“

Für Fans von Gojko Mitić haben wir ein tolles Gewinnspiel organisiert

Das verriet Mitić am Sonnabend, 19. Juni, im Garten der Rostocker Kunsthalle. Dort wurde erstmals seit fast einem Jahr eine neue Ausstellung mit großer Vernissage eröffnet: „Ost/Western – Kino, Kult, Klassenfeind“ befasst sich mit den Indianerfilmen der 1960er bis 1980er Jahre in Ost und West. Da darf der „Chef-Indianer der Defa“ nicht fehlen.

Romantische Filme, schwieriges Erbe

Romantisch, abenteuerlich, wild: So wird das Leben der amerikanischen Ureinwohner in den Kultfilmen dargestellt. Ganze Generationen wurden von diesem Mythos geprägt. Bis heute. Mitić weiß darum – und er steht auch heute noch dazu. Schon damals sei ihm bewusst gewesen, dass es nicht nur die eine Seite – die der „Lagerfeuer-Romantik“ – gibt. Genau deshalb würde er gerne noch mal vor die Kamera. Auch die anderen Seite zeigen.

Dass es heutzutage aber so weit geht, dass Kitas Kindern aus Gründen der „Political Correctness“ verbieten, sich als Indianer zu verkleiden – Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann hat dafür wenig Verständnis. Die Ambivalenz des Themas ist ihm bewusst und dennoch bekennt er: „Für mich ist das ein großer Tag. Vielleicht sogar noch größer als der Tag, an dem die Olsenbande hier war. Denn ich wollte immer wie Gojko sein – aber nie wie Olsenbande.“

Gojko Mitić: Umlagert von den Fans

Bis heute ist Mitić ein Idol, ein Star. Auch in Rostock. Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück (Linke) möchte ihm unbedingt die Hand schütteln, auch Ex-Oberbürgermeister Roland Methling ist zur Eröffnung gekommen. Bundestag, Bürgerschaft – ebenfalls vertreten. „Ich habe nur gute Erinnerungen an Rostock“, erzählt Mitić.

Er plaudert darüber, wie er viele Stunts in den Filmen noch selbst gemacht hat – und darüber, dass er die Karriere beinahe verpasst hatte: Als die Vertreter der Defa bei ihm anriefen, wollte er eigentlich gerade zum Skilaufen. „Ich bin dann doch ans Telefon gegangen. Sonst wäre ich heute nicht hier.“ Früher sei er oft zu den Sommerfilmtagen an der Warnow gewesen. Der Direktor habe ihn morgens schon abgeholt – „und dann wurde erst mal gefrühstückt. Mit Räucheraal!“

Gojko-Mitic-Fan Edmund Jänsch hat einen dicken Ordner mit gesammelten Bildern und Artikeln über den Schauspieler. Quelle: Ove Arscholl

Dieses Mal bekam er ein anderes Geschenk: Mitić-Fan Edmund Jänsch schenkte dem Star ein dickes Album mit Fotos, Autogramm-Karten, Postern und Zeitungsartikeln. Gesammelt über fast 45 Jahre. „Er war unser Chef-Indianer“, sagt Jänsch. Der 64-Jährige ist seit den 1970er Jahren Fan: „Die Ausstrahlung, die Natürlichkeit – das mag ich halt sehr.“ Er ist mit dieser Meinung nicht allein im Garten der Kunsthalle.

Von Andreas Meyer