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Rostock Härtetest mit Juliane Ebner in Rostock
Mecklenburg Rostock Härtetest mit Juliane Ebner in Rostock
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13:12 26.03.2019
Juliane Ebner in der Ausstellung „Härtegrad“ im Kunstverein zu Rostock - Galerie Amberg 13. Quelle: Thomas Häntzschel/Nordlicht
Rostock

Die Geschichtenerzählerin ist wieder da. Der Kunstverein zu Rostock zeigt ab Mittwoch Abend neueste Arbeiten der Berliner Künstlerin Juliane Ebner. Ihr Medium ist meist die Zeichnung, auch der Film. Ihre Oberflächen sind vielfältig. Die 49-Jährige, die aus Stralsund stammt und in Kiel und Dresden studiert hat, nutzt Papier, Folie, Plexiglas – schier alle Malgründe, die sich ihr bieten, um ein Erinnerungswerk zu schaffen, das mal an Comic, mal an transformatorische und assoziative Erinnerungserzählweisen erinnert, aber stets in einem Thema angelegt und in ihrer Zeit verortet ist. Kristina Volke vom Rostocker Kunstverein schreibt dazu, dass Ebners Zeichnungen oft nur der Ausgangspunkt für einen Arbeitsprozess seien, an dessen Ende „durchscheinende Plexiglasbilder oder Zeichentrickfilme im Stop-Motion-Verfahren“ stehen würden. Kristina Volke: „Diese Verwandlung macht einen großen Teil der Faszination Ebners Arbeiten aus, doch ist sie nur Mittel zum Zweck, um hochkomplexe Bildwelten zu erschaffen, in denen das Thema von individueller Erinnerung und offizieller Geschichtsschreibung subtil ausgelotet werden.“

„Schwarm“ mit 50 kleineren Glasarbeiten

Was so locker, leicht und auf den ersten flüchtigen Blick comicmäßig rüberkommt, sind knallharte Vermischungen von Zeitgeschichte und persönlichem Erleben und Sehen. „Härtegrad“ heißt die Schau mit sechs großen Glasarbeiten, zwei größtformatigen, fast plakathaft wirkenden Papierarbeiten und einem „Schwarm“ von 50 kleinen Glasarbeiten, wie sie es nennt. Der Titel und die Bildauswahl in der Galerie Amberg des Kunstvereins gehe auf eine „magische Überlegung zurück“, sagt die Künstlerin, die 2018 Teilnehmerin der OZ-Kunstbörse gewesen ist, „Damit wollen wir auf die Inhalte eingehen.“ Härtegrad sei zwar im Wortsinn eine physikalische Einheit, aber sie beziehe es bewusst auf das, was wir aushalten und uns antun in dieser Gesellschaft. „Welchen Härtegrad muten wir uns zu“, sagt sie. Das betreffe Kommunikationsformen, kulturelle Ereignisse wie Kinofilme oder Theaterstück, aber eben auch das, was in der Öffentlichkeit permanent passiert – ob auf einem U-Bahnhof in Berlin oder in einer Polittalkshow.

Härtegrad“ in Rostock und „Durchgangslage“ auf Burg Klempenow

Zeitgleich läuft auf Burg Klempenow die Ausstellung „Durchgangslage“ mit Handzeichnungen, Installationen und Videofilm Ebners. Ihr war bei der Kuratierung dieser zeitgleich in ihrem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern laufenden Schauen wichtig, dass sie eigenständig stehen, aber gemeinsam eine Klammer bilden. „Mein Hauptwerk zeige ich hier“, sagt die Künstlerin. Dazu gehört auch ihr aktueller Kurzfilm „Vor aller Augen“, der beim Filmkunstfest MV vom 30. April bis 5. Mai in Schwerin gezeigt wird. „Da geht es um die Frage, was ist alles möglich, was findet vor unser aller Augen täglich statt“, sagt sie. In dem Film beschäftigt sich Ebner mit den Novemberpogromen von 1939.

Schier endlose Bildwelten

Ein Thema, das sie metaphorisch auch in ihrer Schau „Härtegrad“ in Rostock berührt. Zwei Ausstellungen und ein Film, die sich mit dem Jetzt beschäftigen, aber zugleich zurückverweisen auf Ereignisse der deutschen Geschichte: 2019 – 1989 – 1939. Der Großteil ihrer Arbeiten stammt aus dem Jahr 2018, in denen sie bereits auf 30 Jahre Mauerfall und 80 Jahre Novemberpogrome verweist. Eine individuelle Künstlerin verortet in der Deutschen Geschichte und ausgestattet mit einem Schatz schier endloser Bildwelten.

Zwei Ausstellungen, ein Film

Die Ausstellung „Härtegrad“ mit Papier- und Glasarbeiten sowie einem Film wird am Mittwoch, 27. März um 19.30 Uhr in der Galerie Amberg des Rostocker Kunstvereins eröffnet. Die schau läuft bis zum 28. April. Öffnungszeiten dienstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr. Ab 8. Mai zeigt der Kunstverein in der Ausstellung „irgendwie – Andersland“ Werke des Malers und Bildhauers Carlo Broschewitz.

Am Sonntag, 31. März lädt das Kino li.wu im Barnstorfer Weg ab 11 Uhr zur Matinee mit Juliane Ebner.

Seit 23. März zeigt Burg Klempenow die Ausstellung „Durchgangslage“ mit Handzeichungen, Installationen und Video von Juliane Ebner.

Das Filmkunstfest MV in Schwerin, das vom 30. April bis 5. Mai läuft, zeigt außerdem den Film „Vor aller Augen“ von Juliane Ebner.

Michael Meyer

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