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Rostock Land in Sicht! So wichtig ist die Arbeit von Rostocks Leuchtturmwärtern
Mecklenburg Rostock Land in Sicht! So wichtig ist die Arbeit von Rostocks Leuchtturmwärtern
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16:00 13.10.2019
Die „Leuchtturmwärter“ Martin Maas (23) (l.i.b.) und Sandro Schmitus (36) vor ihrem Arbeitsplatz: dem Warnemünder Leuchtturm. Quelle: Frank Söllner
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Warnemünde

Für Touristen und Einheimische bietet der Warnemünder Leuchtturm eine tolle Aussicht aus etwa 34 Metern Höhe. Für die Nachrichtentechniker Sandro Schmitus und Martin Maas ist der Anblick Alltag. Ihr Job: die Wartung von Schifffahrtszeichen im Gebiet KühlungsbornRostock – Darß.

Die Seezeichen sorgen für eine sichere Fahrt auf dem Wasser. Sie machen auf Gefahren aufmerksam und zeigen, ob die Wasserfahrzeuge auf dem richtigen Weg sind. Die beiden Techniker kümmern sich um: Leuchttürme, Leit-, Richt-, Molenfeuer und die Technik in der Verkehrszentrale Warnemünde. Im Gebiet des zweiköpfigen Teams gibt es zwölf Feuer und zwei Leuchttürme.

Leuchttürme in Mecklenburg-Vorpommern:

GPS ist nicht immer zuverlässig

Jedes Feuer habe eine eigene Leuchtfarbe und -frequenz. Die Schiffe könnten beispielsweise vom Kurs abkommen und dann wissen sie nicht mehr, wo sie sind, so Schmitus. Die Kennung in Warnemünde: drei Blitze, Pause, ein Blitz, Pause.

Eigentlich orientieren sich Schiffe mit einem GPS-Signal. Es könnte aber vorkommen, dass es ungenau sei. „Man kennt es ja selber. Guckt man aufs Handy, ist man auf ein Mal in Berlin“, sagt Schmitus. Auf dem Wasser müssten sich die Fahrzeuge aber sicher zurechtfinden können.

Bei Problemen kommt eine Ersatzglühbirne zum Einsatz

Um sechs Uhr morgens beginnt bei Schmitus und Maas der Arbeitstag. Auf einem Bildschirm wird dann erst mal gecheckt, ob es bei einem Leuchtfeuer in der Nacht Störungen gab. „Dann müssen wir entscheiden, ob wir direkt hinfahren“, erklärt Schmitus. Es sei nicht immer ein Problem, wenn eine Glühlampe ausfällt. Denn es gebe immer eine Ersatzlampe, die bei Problemen automatisch genutzt wird.

Benutzt werden Quecksilberdampflampen, die nach 5000 Stunden Leuchtzeit gewechselt werden. Der Grund: „Dann verändern die Glühlampen leicht ihre Farbe. Sie würden aber eigentlich trotzdem noch weiter leuchten.“ Trotzdem müssen sie ausgetauscht werden, weil jedes Seezeichen eine festgelegte Lichtfarbe habe.

Sandro Schmitus (32) wechselt die Glühlampen im Warnemünder Leuchtturm. Quelle: Dimitri Paul

Große Gefahr durch Blitze

Wenn es in der Nacht keine Probleme gab, müssen Schmitus und Maas trotzdem los. „An einigen Standorten haben wir Notstromaggregate“, sagt Schmitus. Diese lassen sie ein Mal im Monat laufen, um die Funktionen zu überprüfen. Das gehöre zu den Routinewartungen. Eine Inspektion dauert vier bis sechs Stunden.

Die Techniker müssen auch einen Schutz vor Blitzeinschlag garantieren. Denn ein Leuchtturm sei oft das höchste Gebäude in einem Ort und „prädestiniert für einen Einschlag“, sagt Schmitus. Eine andere Gefahrenstelle bei Unwetter sei in Warnemünde die aus Metall gebaute Mole. Die Gebäude müssen abgesichert werden, so die beiden Experten.

Zehn Jahren lang diente Sandro Schmitus bei der Bundeswehr. Heute ist er froh, seinen Arbeitgeber an der Ostseeküste zu haben. Auch in seiner Freizeit kann Schmitus nicht aufs Wasser verzichten. Zur Ruhe kommt der Vater einer Tochter am liebsten beim Angeln. Für sportliche Aktivitäten zieht es ihn aber in die Handballhalle. Da trainiert der 36-Jährige auch eine Mädchen-Handball-Mannschaft aus Teterow.

Jährlich gibt es eine große Wartung

Früher gab es beim Leuchtturm Warnemünde nur einen Korb, in dem ein Feuer gebrannt habe. Später wurde dann eine Öllampe benutzt. Im Jahr 1898 wurde dann die Optik eingebaut, die bis heute original im Turm genutzt wird. „Das gesamte Drehwerk wiegt etwa zwei Tonnen“, sagt Martin Maas. Er hat erst vor kurzem seine Ausbildung als Elektrotechniker absolviert und kennt alle Fakten aus dem Kopf.

Martin Maas (23) wechselt die Kugellager beim Leuchtturm in Warnemünde. Quelle: Dimitri Paul

Seine Lehre absolvierte der 23-Jährige in Stralsund. Danach kam er nach Rostock. Hier hat er ein Segelboot und ist Trainer in einem Kanuverein. Die Nähe zum Wasser gehöre für ihn dazu.

Zwei Leuchttürme warten Maas und Schmitus. Einer befindet sich in Warnemünde. Der andere steht auf dem Darß. Vierteljährlich müssen die Türme inspiziert werden. Eine große Wartung gibt es ein Mal im Jahr. Etwa drei Tage dauert diese. Die gesamte Optik muss dann gereinigt werden. Der Motor wird auseinandergebaut, nachgefettet und genau unter die Lupe genommen.

Die Optik zu erhalten sei sehr wichtig, weil sie so nicht mehr hergestellt werde. Es gäbe auch keine Ersatzteile mehr. „Wir müssen die behandeln wie ein rohes Ei“, scherzt Schmitus. Sollte etwas kaputt gehen, würde der Leuchtturm als aktives Schifffahrtszeichen wegfallen. Als Ersatz könnte ein Mast mit einer LED-Lampe genutzt werden. „Aber das hat dann nicht so viel Charme“, sind sich Schmitus und Maas einig.

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