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Rostock Landesmuseum: Rostock vertagt 30-Millionen-Entscheidung
Mecklenburg Rostock Landesmuseum: Rostock vertagt 30-Millionen-Entscheidung
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21:55 03.04.2019
Frühestens im Mai fällt die Entscheidung, ob das Archäologische Landesmuseum in Rostock gebaut wird. Dann könnte es aber zu spät sein.
Frühestens im Mai fällt die Entscheidung, ob das Archäologische Landesmuseum in Rostock gebaut wird. Dann könnte es aber zu spät sein. Quelle: OZ-Archiv
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Rostock

Die Hängepartie um eines der wichtigsten Projekte für Rostocks Stadtentwicklung geht weiter: Stadtverwaltung und Bürgerschaft konnten sich am Mittwochabend nicht zu einem klaren Signal in Sachen Archäologisches Landesmuseum durchringen. Es kam gar nicht erst zu einer Abstimmung über die 30 Millionen Euro, die Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) dem Land als städtische „Mitgift“ für den Museumsneubau am Stadthafen anbieten will. Der Rathaus-Chef selbst zog seinen Vorschlag zurück, will weiter mit dem Land verhandeln. Dass das neue Museum nun noch rechtzeitig bis zur Bundesgartenschau 2025 fertig wird, zweifeln Kritiker an.

„Das Problem ist die Landes-SPD“

Hintergrund: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte die Planungen für das Museum vor Wochen auf Eis gelegt – aus Kostengründen. Denn statt der ursprünglichen geplanten 21 Millionen Euro für ein kleines Landesmuseum in der „Societät“ an der August-Bebel-Straße, wollen Finanz- und Bildungsministerium nun 80 Millionen Euro am Stadthafen verbauen. Genau dieser Streit zwischen der „Landesmutter“ und ihren Ministern – er gefährdet aus Sicht vieler Bürgerschaftsmitglieder nun die Entwicklung Rostocks. „Die Regierung weiß nicht, was sie will und duckt sich weg. Aus Schwerin gibt es weder Klartext zum Theater-Neubau noch zum Museum“, sagt Sybille Bachmann, Fraktionschefin und OB-Kandidatin des Rostocker Bundes. Rostocks Problem – es liege in der Landes-SPD. Die lasse die größte Stadt des Landes hängen. Bachmann warb deshalb dafür, 30 Millionen Euro anzubieten – um Schwesig und Co. unter Druck zu setzen. „Wir zeigen denen, wie Verlässlichkeit geht.“ Wenn Rostock erst im Mai mit dem Land Verhandlungen aufnehme, liege frühestens im September ein Ergebnis vor. „Dann können wir es auch eigentlich schon sein lassen.“ Bis 2025 sei ein Bau dann kaum mehr zu schaffen.

CDU steht zum Museum

Auch von der CDU gab es harsche Kritik an den Sozialdemokraten und ihrer Frontfrau in Schwerin: Es werde deutlich, so Fraktionschef Daniel Peters, „dass der SPD-interne Konflikt zwischen Ministerpräsidentin Schwesig und Finanzminister Mathias Bordkorb die Entscheidungen über den Theaterneubau und das Landesmuseum lähmt. Frau Schwesig und die SPD müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie Rostock im Stich lassen wollen.“ Seitens der CDU gäbe es es klares Bekenntnis zum Museum im Rostock: „Die Hansestadt hat ein Verhandlungsangebot unterbreitet, über das ernsthaft geredet werden kann. Die CDU begrüßt diesen Schritt und steht nicht auf der Bremse“, so der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Innen- und Bildungspolitik, Marc Reinhardt. Auch Grünen-OB-Kandidat Uwe Flachsmeyer sagte: „Wir lassen uns nicht länger vertrösten.“

SPD: Land will keinen Beschluss

Kurios: SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell warb dafür, dass Thema Museum zu vertagen. Die Landesregierung habe darum gebeten, dass Rostock keinen Beschluss fassen möge. Wieso und weshalb – das sagte er nicht. Stattdessen wolle Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) nach Rostock kommen und das Gespräch suchen. Innerhalb der nächsten fünf Wochen. Und Anke Knitter, Ehefrau des Schwesig-Vertrauten und Fraktionsgeschäftsführers der Landtags-SPD Jochen Schulte, sagte: „Wenn die Stadt Geld gibt, muss auch klar sein, inwieweit dieser Neubau ein städtisches Museum wird.“ Ein städtisches Museum – das wäre aus Sicht Sybille Bachmanns eine Alternative: „Wenn das Land nicht will, sollten wir das selbst in die Hand nehmen.“

Andreas Meyer

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