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Rostock Landesmuseum: Stadt und Land wollen an die Warnow
Mecklenburg Rostock Landesmuseum: Stadt und Land wollen an die Warnow
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00:00 18.01.2018
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Stadthafen/Gehlsdorf

Landesregierung und Stadtverwaltung wollen endlich Klarheit haben: Noch im ersten Quartal soll die Entscheidung fallen, wo genau das neue Archäologische Landesmuseum in Rostock gebaut wird. „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung“, mahnt Kultusministerin Birgit Hesse (SPD). Das Land hat sich bereits festgelegt: Der 40 Millionen Euro Neubau soll nicht wie ursprünglich geplant am Rosengarten, sondern am Wasser entstehen – am Stadthafen. In den kommenden Wochen wollen Hesse, Finanzminister Mathias Brodkorb (ebenfalls SPD) und Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) nun die Fraktionen überzeugen.

Museen mit eigenen Grabungen haben was für sich.Mathias Brodkorb SPD-Finanzminister Quelle: Foto: Ove Arscholl

„Wir haben sehr homogene Vorstellungen, wie das Landesmuseum am Stadthafen aussehen könnte. Die lassen sich aber nur verwirklichen, wenn Stadt und Land kooperieren“, sagt Brodkorb. Ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit sei die Hochschule für Musik und Theater (HMT) in der Hansestadt: An den Kosten für den Um- und Ausbau hatte sich damals auch die Stadt beteiligt, den Betrieb finanziert allein das Land. Durch die Zusammenarbeit sei die HMT zu einem Aushängeschild für ganz MV geworden. „In den kommenden Wochen werden wir zu dritt das Gespräch mit der Stadtpolitik suchen“, so Brodkorb.

Dann könnte es auch um die neueste Idee aus dem Rathaus gehen: Methling will den Neubau noch ergänzen – um ein Freilichtmuseum am Gehlsdorfer Warnowufer. Brodkorb hält diesen Vorschlag für charmant:

„Museen mit eigenen Ausgrabungsstätten an authentischen Orten haben was für sich“, so der Minister. Und der OB ergänzt: „Es gibt das gemeinsame Interesse von Stadt und Land, das Landesmuseum zu einem Spitzenmuseum im Ostseeraum zu entwickeln.“

Das Freilichtmuseum soll rund um die Ausgrabungsstätte am Primelberg entstehen und rechtzeitig zu einer möglichen Bundesgartenschau 2025 fertig sein. Dass ein Freilichtmuseum auch bei den Besuchern gut ankäme – davon ist Rostocks Kulturamtschefin Michaela Selling überzeugt: 2017 hatte die Stadt erstmals und spontan Führungen auf dem Primelberg angeboten. „Und damit konnten wir allein schon 1000 Besucher locken.“ 2018 sollen auch Touristen zum Ur-Rostock geführt werden – und Schulklassen. Zur Buga 2025 will Rostock zudem eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Warnow bauen: Dann wären es nur noch etwas mehr als 1000 Meter vom Freilichtmuseum zum Stadthafen – und dem neuen Landesmuseum.

Die Idee, den Neubau um ein Freilichtmuseum zu ergänzen, kommt auch bei Hans-Jörg Karlsen, Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock und Leiter des geplanten Landesmuseums, gut an: „Ein Aktions- und Außengelände wären für das Museum ein Alleinstellungsmerkmal. So etwas gibt es höchstens noch in Schleswig – mit der Wikingersiedlung Haithabu.“ Die Forschung zum Ur-Rostock wäre für das Landesmuseum eine zusätzliche Facette: „Das ist eine Überlegung wert. Wir brauchen in jedem Fall eine klare wissenschaftliche Fragestellung.“

Das neue Museum am Stadthafen soll einen Fokus auf Unterwasser-Archäologie haben: „Das drängt sich in der Lage am Fluss ja geradezu auf.“ Das konkrete Museumskonzept sei noch in Arbeit. „Aber wir wollen auch die Kai-Kante nutzen“ – eventuell für historische Schiffsnachbauten aus der Frühgeschichte des Landes.

Andreas Meyer

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