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Rostock Landesregierung: Rostock-Laage soll Weltraumbahnhof werden
Mecklenburg Rostock Landesregierung: Rostock-Laage soll Weltraumbahnhof werden
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07:44 23.04.2019
Heben von Rostock-Laage bald nicht nur Ferienflieger, sondern auch Raketen ab? Das Land lässt prüfen, ob sich der Airport auch als Weltraumbahnhof eignet. (Fotomontage) Quelle: Arno Zill
Rostock

Cape Canaveral, Baikonur, Kourou und auch bald Rostock-Laage? Die Schweriner Landesregierung will prüfen, ob der größte Flughafen des Landes bald auch als Weltraumbahnhof genutzt werden kann – als Startplatz für Raketen, Raumgleiter und Satelliten. Entsprechende Pläne bestätigte das Verkehrsministerium nun auf OZ-Anfrage.

„Gemeinsam mit dem Bildungsministerium wollen wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die Entwicklungsmöglichkeiten eines ,Spaceports’ zu untersuchen“, so Ministeriumssprecherin Renate Gundlach. Damit nicht genug: Auch unbemannte Luftfahrtzeuge könnten bald in Laage gebaut und getestet werden.

Profitiert Laage vom Weltraum-Boom?

Zuletzt gab es auf dem Airport, der sowohl zivil als auch von der Luftwaffe genutzt wird, ein wahres Auf und AB: Nach den Pleiten der Airlines Germania und FlyBMI waren zunächst sämtliche Linienverbindungen ab Laage weggefallen. Doch Airport-Chefin Dörthe Hausmann fand schnell Ersatz. Die Verbindung nach München beispielsweise übernimmt die Lufthansa. Und nun greift Laage auch noch nach den Sternen: SPD und CDU hatten bereits im Koalitionsvertrag festgelegt, den Flughafen und das angrenzende Gewerbegebiet auch als Raumfahrt-Standort entwickeln zu wollen.

Lesen Sie auch den OZ-Kommentar zum Thema: Nach den Sternen greifen!

Und die Chancen dafür stehen aus Sicht des Landes gut: Denn längst sind im Weltraum nicht nur die staatlichen Raumfahrtagenturen wie die Nasa oder europäische Esa aktiv. „Abseits des traditionellen Sektor entwickelt sich ein neuer Markt für Satelliten- und Raketentechnik, insbesondere innovative Trägersysteme und Kleinsatelliten“, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Allein in Berlin gibt es 100 Firmen und Forschungsinstitute in diesem als „New Space“ bekannten Wirtschaftszweig.

„Für den Transport in den Weltraum benötigen diese Unternehmen flexible und individuell verfügbare Start- und Landemöglichkeiten. Der Flughafen Rostock-Laage könnte für dieses Geschäftsfeld ein Standort sein“, so Gundlach, die Sprecherin von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Ein Pluspunkt für den Flughafen Rostock: Sein Umland ist vergleichsweise dünn besiedelt. In den USA erobern seit Jahren private Raumfahrt-Anbieter wie Space X von Tesla-Gründer Elon Musk oder die Amazon-Schwester Blue Origin das All.

Drohnen-Test über der Ostsee?

Auch der Landkreis Rostock ist an den Planungen beteiligt: „Wir wollen Hochtechnologie-Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtbranche in Laage ansiedeln“, so Landrat Sebastian Constien (ebenfalls SPD). Offenbar mit Erfolg: „Wir arbeiten an zwei Projekten“, bestätigt auch Airport-Chefin Hausmann. Die Namen der Unternehmen nennt sie aber nicht, die Verhandlungen laufen noch. Constien wird zumindest ein wenig konkreter: Die Bundesregierung hat erst Ende 2018 Millionen bewilligt, damit das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unbemannte Luftfahrtsystem bauen, testen und zulassen kann. Gemeint sind damit Drohnen, die zum Beispiel in der Landwirtschaft oder auch als fliegende Paketboten in Großstädten eingesetzt werden können. Laage könnte Teil eines „Nationalen Erprobungszentrums“ für solche Drohnen werden, sagt der Landrat. „Mit dem naheliegenenden Luftraum über der Ostsee stünde ein Gebiet zur Verfügung, über dem für die Bevölkerung weitgehend störungsfrei erprobt werden könnte.

DLR wollte Raumgleiter testen

Schon einmal – 2015 – war Laage im Gespräch als Weltraumbahnhof: Die Europäische Weltraumagentur ESA will ab 2021 den amerikanischen Raumgleiter „Dream Chaser“ nutzen. Als Landeplatz war auch Rostock im Gespräch. Das scheint aber vom Tisch: „Von Seiten des DLR gibt es keine Pläne, Raumgleiter oder Raketen vom Flugplatz Rostock-Laage aus zu starten oder zu betreiben“, so Sprecher Andreas Schütz. Er bestätigt allerdings, dass das DLR prüfe, wo unbemannte DrohnenSchütz spricht von der zukünftigen „Urban Air Mobility“ (zu deutsch: städtische Luft-Mobilität) – entwickelt, getestet und gebaut werden könnten. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Hansestadt außen vor

Von den großen Plänen für den Flughafen weiß einzig der größte Gesellschafter der Betreibergesellschaft, die Hansestadt Rostock, wenig: Aus dem Rathaus gibt es keine konkreten Antworten. Nur so viel sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa: Die Hansestadt begrüße das Engagement der Landesregierung, die Region sei gut gerüstet.

Andreas Meyer

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