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Rostock Gemeinden wollen Wahlhelfer locken – auch mit mehr Geld
Mecklenburg Rostock Gemeinden wollen Wahlhelfer locken – auch mit mehr Geld
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14:24 19.02.2019
In den Gemeinden des Landkreises Rostock sind am 26. Mai vier Stimmzettel auszuzählen – das bedeutet viel Arbeit für die freiwilligen Helfer. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Gelbensande

Stadt- und Gemeindevertretung, Kreistag, Bürgermeister und Europaparlament – bei der Wahl am 26. Mai gibt es im Landkreis Rostock viele Stimmen auszuzählen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe ist das vor allem für die Mitglieder der örtlichen Wahlvorstände. Um die zu besetzen, werden aktuell noch Freiwillige gesucht. Mit dem ehrenamtlichen Einsatz im Wahllokal seiner Bürgerpflicht nachzukommen, reicht oftmals nicht mehr als Motivation. Einige der Gemeinden im Landkreis setzen deshalb auch auf finanzielle Anreize. Spitzenreiter ist dabei das Amt Warnow West, wo je nach übernommener Funktion eine Aufwandsentschädigung zwischen 100 und 120 Euro gezahlt wird. Im Amtsbereich werden insgesamt 150 Helfer in 16 Wahllokalen benötigt – gemeldet hätten sich bisher rund 90 Personen, heißt es aus der Verwaltung.

Graal-Müritz setzt auf erfahrene Freiwillige

Der Gesetzgeber schreibt eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro pro Mitglied des Wahlvorstandes vor – 35 Euro gibt es für die Vorsitzenden. Gemeinden wie das Ostseebad Graal-Müritz halten sich an diese Vorgaben und greifen bei der Suche nach Wahlhelfern auf erfahrene Ehrenamtler zurück, die schon in der Vergangenheit einmal eine solche Aufgabe übernommen haben. Gebraucht werden diesmal mindestens 24 Freiwillige für drei Wahllokale. Die Suche nach neuen, vielleicht teilweise jüngeren Helfern, hätte sich in der Vergangenheit als sehr schwierig gestaltet, heißt es aus dem Rathaus. Potenzielle Interessenten mit Geld zu motivieren, sei bisher nicht nötig gewesen, sagt Bürgermeisterin Benita Chelvier (CDU). Bisher wären die Wahlhelfer allein dadurch motiviert gewesen, dass sie mit ihrer verantwortungsvollen Arbeit an so einem entscheidenden Tag mitwirken könnten. „Viel wichtiger finde ich es, den Menschen, die dieses Ehrenamt gern ausüben, die entsprechende Wertschätzung und Respekt zu zollen“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Dummerstorf zahlt extra für die Verpflegung

Elf Wahllokale und einen Briefwahlvorstand gilt es in der Gemeinde Dummerstorf zu besetzen, wofür 85 Helfer benötigt werden. Auch dort gibt es 25 beziehungsweise 35 Euro Aufwandsentschädigung. Zusätzlich erhält aber jeder Helfer 12 Euro Erfrischungsgeld. Den entsprechenden Beschluss hat die Gemeindevertretung bereits 2011 gefasst. „Das ist eine freiwillige Leistung, aber ohne die vielen fleißigen Helfer wäre die Durchführung von Wahlen nicht möglich, sodass die Gemeinde hier die richtigen Signale senden möchte“, sagt Claudia Cummerow, die die Wahlleitung innehat.

Im Amt Rostocker Heide doppelte Aufwandsentschädigung

Ganz frisch ist eine Entscheidung des Amtsausschusses Rostocker Heide, der den Wahlhelfern in den fünf verwalteten Gemeinden ein bisschen mehr Geld zugesteht. „Das ist eine Ausnahme-Entscheidung nur für die Wahl am 26. Mai, weil es an diesem Tag vier Zettel auszuzählen gibt und das noch mehr als sowieso schon Konzentration und Verantwortungsbewusstsein verlangt“, sagt Elke Kleemann, Leiterin des Bereiches Zentrale Dienste. Nicht nur für sie wird der 26. Mai ein langer Tag – auch die Auszählung der Stimmen könnte bis in die Nacht andauern. Vor fünf Jahren hätte es schon einmal eine solche Vielzahl an Wahlen an einem Tag gegeben. Im Gegensatz zu 2014 gibt es diesmal allerdings die doppelte Aufwandsentschädigung: 50 Euro für Mitglieder des Wahlausschusses und 70 für dessen Vorsteher – „als kleinen Anreiz, aber vielmehr als Dankeschön“, so Kleemann. Dazu käme die Verpflegung, die ebenfalls gestellt würde.

Gelbensande: Amtsmitarbeiter in jedem Wahlvorstand

Elke Kleemann geht bei der Berufung der Helfer einen umgekehrten Weg als viele andere Gemeinden: „Ich besetze die Wahllokale erst mit Mitarbeitern aus dem Amt und dann mit Freiwilligen“, sagt sie. Das sei geübte Praxis und hätte sich bisher bewährt. Zudem hätten sich bereits rund 20 Einwohner des Amtsbereiches gemeldet und Hilfe angeboten. Insgesamt würde jedes der acht Wahllokale sowie der Briefwahl-Vorstand mit fünf bis neun Mitgliedern besetzt. Bei der Auszählung am Abend seien dann noch Helfer im Einsatz, für die allerdings keine Entschädigung gezahlt würde. Wer eines der Ämter übernehmen möchte, der könne sich gern noch im Amt melden, sagt Elke Kleemann, für die es die letzte Kommunalwahl sein wird, die sie als Leiterin betreut.

Landkreis Rostock braucht 2000 Ehrenamtler

Voraussetzung für den Einsatz in einem Wahlvorstand ist, dass der Interessierte am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens 37 Tagen – das entspricht dem 19. April – in der Kommune eine Hauptwohnung hat, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen ist, sich nicht selbst zur Wahl stellt oder in einem anderen Wahlorgan Mitglied ist. Die Helfer können als Wahlvorsteher, Schriftführer oder als Beisitzer eingesetzt werden. Für die notwendigen Kenntnisse am Wahltag sorgen Schulungen, die im Vorfeld in den Gemeinden angeboten werden. Laut Michael Fengler gibt es im Landkreis Rostock zirka 241 Urnen- und etwa 30 Briefwahlbezirke. „Somit werden zirka 2000 Wahlhelfer im Landkreis Rostock benötigt“, erklärt der Sprecher des Landkreises.

Claudia Labude-Gericke

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