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Rostock Hausanschlüsse scheitern an Bahnquerungen
Mecklenburg Rostock Hausanschlüsse scheitern an Bahnquerungen
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15:46 02.07.2019
In mehreren Gemeinden im Landkreis liegt das Glasfaserkabel schon am Haus, allerdings fehlt noch der Anschluss. Quelle: Doris Deutsch
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Kritzmow

Schon im Frühjahr sollten die Einwohner von Stäbelow, Kritzmow und Ziesendorf am schnellen Netz sein. Die Deutsche Glasfaser hat alle Leitungen verlegt, Verteilerstationen errichtet, die Backbone-Leitung gebaut, die Hauptschlagader, die die Stationen verbindet. Auch in den Gemeinden Papendorf und Reddelich sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen, alle Vorbereitungen getroffen. Die Glasfaserkabel liegen am, teilweise sogar schon im Haus. Doch es fehlen die Anschlüsse, das „Licht“ auf der Glasfaser.

Drei Bahn-Querungsgenehmigungen fehlen

Dennis Slobodian, Sprecher des privaten Telekommunikationsunternehmens Deutsche Glasfaser, bestätigt: „Die Tiefbauarbeiten sind in allen aktuellen Ausbaugebieten abgeschlossen und zudem sind die Hausanschlüsse ebenso größtenteils gelegt.“ Nun müsse die für alle Ausbaugebiete notwendige Verbindung zum Backbone mittels Backbone-Trassen hergestellt werden. „Aktuell fehlen dazu jedoch noch drei Querungsgenehmigungen von der Bahn in den Bereichen Klein Schwaß, Groß Schwaß und Reddelich“, informiert Slobodian. Die gesamte Bauphase sei von diesen Bahnquerungen abhängig, „da wir sonst kein ’Licht’ in die Ausbaugebiete bekommen“.

Abwasserkanal wird für Leitung genutzt

Die Deutsche Glasfaser erwartet nun, dass die noch fehlenden Trassen in Klein Schwaß in der 29. Kalenderwoche, also Mitte Juli, in Groß Schwaß eine Woche später und in Reddelich in der 39. Kalenderwoche, ab 23. September, fertiggestellt werden können. Anschließend würden sukzessive die Hausanschlüsse aktiviert. „Um den Anschluss in Reddelich zu beschleunigen“, so der Sprecher, „wurde parallel in Abstimmung mit dem Abwasserzweckverband Kühlung vereinbart, einen Abwasserkanal für die Backbone-Leitung temporär nutzen zu dürfen.“ Somit könne die Aktivierung der Anschlüsse in Reddelich früher erfolgen. „Diese Behelfslösung wird nach Fertigstellung der endgültigen Trasse am Ende rückgebaut“, kündigt Slobodian an.

Kommunen warteten nicht auf Förderung

In Mecklenburg-Vorpommern ist das private Unternehmen Deutsche Glasfaser in sieben Gemeinden des Landkreises Rostock aktiv. Diese Kommunen wollten nicht auf den öffentlich geförderten Breitbandausbau warten, der im Landkreis offiziell mit dem ersten Spatenstich erst am 2. Mai 2019 in Tessin gestartet ist. Hier beginnt die Telekom Deutschland GmbH als größte Auftragnehmerin mit dem Ausbau des Glasfasernetzes. Tessins Bürgermeisterin Susanne Dräger bedauert, dass erst im Juni 2021 die Arbeiten in Tessin und den Gemeinden des Amtsbereiches abgeschlossen sein sollen.

In den ersten drei Projektgebieten des Landkreises – Amt Tessin, Amt Bützow-Land und Carbäk/Rostocker Heide – sollen mehr als 9000 Privathaushalte, Unternehmen und Institutionen ans schnelle Netz gebracht werden. Insgesamt gibt es kreisweit 16 Projektgebiete, die in den nächsten Jahren mit Millionenförderung ausgebaut werden sollen. Die Gemeinden des Amtes Warnow-West wie auch Reddelich wären erst im zweiten Call mit insgesamt neun Projektgebieten und 68 Gemeinden mit dem Ausbau an der Reihe.

Lambrechtshagen hat Turbo-Internet

Lambrechtshagen war die erste Gemeinde, die den Weg mit der Deutschen Glasfaser und ohne Förderung gegangen ist. Hier funktioniert das schnelle Internet bereits seit dem vergangenen Sommer, nachdem erst wenige Monate zuvor die Bauarbeiten begonnen hatten. Anfangs gab es Probleme im Dorf, weil etablierte Telefonanbieter Verträge mit den Kunden gekündigt hatten. Begründet wurde dies mit DSL-Technologiewechseln und nicht kompatibler Technik bei den Kunden. Matthias Wins von der Verbraucherzentrale Rostock hatte damals „Methode“ dahinter vermutet, dass „alte Platzhirsche versuchen, mit langen Verträgen DSL-Kunden an sich zu binden“.

Telefonanbieter kündigen Verträge

Eine ähnliche Praxis zeigt sich gerade in Kritzmow. „Telekommunikationsunternehmen kündigen Verträge“, berichtet Bürgermeister Leif Kaiser. „Unsere Einwohner werden nervös, wissen nicht, was sie tun sollen.“ Viele hätten Vorverträge mit der Deutschen Glasfaser und nun eine Kündigung des Anbieters zu Juli. „Sie fragen zu Recht: Wie geht es weiter?“, sagt Kaiser. Er kennt das Problem mit der Deutschen Bahn, die einer Durchörterung der Bahntrassen zustimmen muss. „Das ist eine Riesenbürokratie“, seufzt Kaiser. Die Gemeinde habe „inoffiziell“ versucht, eine Lösung herbeizuführen. „Wir warten seit Januar“, sagt Kaiser.

In Stäbelow sorgen sich Firmeninhaber, dass die Anbindung des Gewerbegebietes ans Turbo-Netz vergessen wurde. „Keinesfalls“, betont Glasfaser-Sprecher Slobodian, „da befinden wir uns aktuell in der Ausbauplanung.“

Doris Deutsch

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