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Rostock Landstrom für Warnemünde: Abgase adé
Mecklenburg Rostock Landstrom für Warnemünde: Abgase adé
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00:00 13.09.2018
Wollen Landstrom nach Warnemünde bringen: Roland Methling (v. l.), Felix Eichhorn, Manuela Schwesig und Jens Scharner. Quelle: Foto: Ove Arscholl
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Warnemünde

Aida-Präsident Felix Eichhorn sprach von einem „Meilenstein für einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Kreuzfahrt-Tourismus“: Nach Hamburg und Kiel bekommt nun Deutschlands größter Kreuzfahrt-Hafen – Warnemünde – Landstrom-Anschlüsse für die Luxusliner. Land und Hansestadt, der Hafenbetreiber Rostock Port und Aida Cruises wollen das knapp zehn Millionen Euro teure Vorhaben gemeinsam bis 2020 umsetzen. „Innovationen made in MV sorgen weltweit für Aufsehen in der Branche“, so Eichhorn.

Bisher müssen die Kreuzfahrtschiffe auch während der Liegezeit an der Kai-Kante ihre Maschinen laufen lassen, um Strom für die Elektronik an Bord zu erzeugen. Das ist einfach, aber ökologisch problematisch: Denn die Schiffe stoßen mitten im Seebad Abgase in die Luft. Mit dem Landstrom-Anschluss soll sich das ändern. Die Schiffe werden mit Kabeln von Land aus mit Energie versorgt, die Maschinen bleiben aus. Abgase adé. Aida will auf dem Gebiet Vorreiter sein: Neun der zwölf Kussmund-Schiffe seien bereits auf Landstrom vorbereitet, sagt Eichhorn. „Wir rüsten die gesamte Flotte um.“

Mit 43 Anläufen in diesem Jahr und 45 Anläufen in 2019 ist Aida die wichtigste Reederei im „Heimathafen“ Warnemünde.

In Warnemünde Landstrom anzubieten – das sei ein „guter Schritt“, sagte auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung. „Das wird zu noch mehr Akzeptanz hier in der Stadt, vor allem aber in Warnemünde führen. Und Landstrom ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Kreuzfahrttourismus.“ Und Jens Scharner, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Rostock Port, schwärmt: „Wir werden die Immissionen von Stickoxiden und Feinstaub-Partikeln weiter deutlich reduzieren können.“

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) möchte das Projekt so schnell es geht umsetzen. Noch sei aber eine Reihe technischer Fragen zu klären. Auch die Stadtwerke Rostock AG steht bereit: „Für die Netzinfrastruktur wäre unsere Netzgesellschaft nach Auftragserteilung zuständig“, sagt Unternehmensprecher Thomas Schneider. Ob die Stadtwerke auch den Strom selbst liefern, sei aber offen: „Die Stromlieferung wird über den freien Markt erfolgen. Da könnten wir natürlich auch Strom anbieten.“ Sorgen, dass in Rostock im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter ausgehen, wenn die Kreuzfahrer ans Netz angeschlossen werden, müsse sich niemand machen, betont Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Er ist für die Häfen zuständig: „Das Netz ist für 40 Megawatt ausgelegt.

Derzeit verbrauchen alle Rostocker Bürger und Unternehmen zusammen etwa 24 Megawatt.“ Jedes Kreuzfahrtschiff werde weitere acht Megawatt beanspruchen. „Zwei Schiffe können wir also problemlos anschließen.“

Bei Aida hat Eichhorn das Ziel ausgegeben, die erste Kreuzfahrt- Reederei der Welt zu werden, die komplett emissionsfreies Reisen anbietet. „Wir investieren deshalb drei Milliarden Euro in neue Schiffe, die mit sauberem Flüssiggas angetrieben werden.“ Und das Beste an diesen Schiffen: Tanks und Maschinen stammen aus Rostock .

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