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Rostock Lange Nacht der Wissenschaften: Schätze ausgraben und Blut untersuchen
Mecklenburg Rostock Lange Nacht der Wissenschaften: Schätze ausgraben und Blut untersuchen
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21:37 25.04.2019
Die vierjährige Lene besucht mit ihrer Mama Anke Straßburg die Zoologische Sammlung. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Bandet, Gustav und Anna sind auf der Suche nach uralten Fundstücken. Mit Archäologenkellen und bloßen Händen wühlen sie im Sand. „Wir haben hier ein kleines, imaginäres Grabungsareal aufgebaut“, sagt Johannes Steinke, Student der Ur- und Frühgeschichte.

In dem Sand sind Keramikstücke, Münzen und auch Feuersteine versteckt. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen will er den Kindern Spaß vermitteln. Ein bisschen realistisch ist es dann aber doch: „Genau wie im echten Leben müssen die Kinder die Fundstücke wieder abgeben“, sagt Johannes Steinke. Mit nach Hause kommen dafür Lob und eine Tüte Gummibärchen.

300 Stationen zum Staunen

Diese Experimentierstraße ist nur ein kleiner Teil des diesjährigen Rekordprogramms der Langen NAcht der Wissenschaften in Rostock gewesen: Mehr als 300 Beiträge hat es am Donnerstag gegeben. Und wie im Vorjahr – als die Stadt Geburtstag feierte – sind auch in diesem Jahr anlässlich des Uni-Jubiläums alle Veranstaltungen kostenfrei gewesen. Stadt und Universität haben jeweils 8000 Euro beigesteuert.

Entgehen lassen wollten sich dieses Geschenk auch Anke Straßburg mit ihrer Tochter Lene nicht. Gemeinsam streiften sie durch die Zoologische Sammlung der Universität. Vorm Elefantenskelett blieb die 4-Jährige stehen und staunte. „Wo ist der Rüssel“, fragte sie ihre Mutter. Diese erklärte ihr, dass der Rüssel keinen Knochen hat. „Das ist wie bei uns Menschen mit der Nase.“

Umfassend war das Themenspektrum bei der 16. Langen Nacht der Wissenschaften.

Viele Aha-Momente

Den rund 6000 Besuchern wurden an den insgesamt sechs Standorten im Stadtgebiet noch viele weitere Aha-Momente geboten. Am Campus in der Südstadt konnten sie etwa erleben, wie aus Kunststofffäden schichtweise dreidimensionale Objekte entstehen. Oder sich in die Lage einer Pflanze versetzen: In einem Kasten aus Plexiglas sitzend testeten sie, wie viel Kohlendioxid sie ausatmen.

Im Fraunhofer Institut für grafische Datenverarbeitung tauchten Besucher mit virtueller Brille zu Wracks in der Ostsee hinab. Und Physikstudenten zeigten, dass man seinen Hammer auch durch eine Banane ersetzen kann, um einen Nagel in ein Brett zu schlagen. Die Banane tunkt man vorher einfach in -196 Grad kalten Stickstoff.

Blutgruppe bestimmen

Im Anatomiegebäude konnte man sogar an der eigenen Person forschen und seine Blutgruppe bestimmen. Mitarbeiter nahmen ein bis zwei Tropfen ab und träufelten diese auf ein Stück Bestimmungspappe. Die enthält zwei Felder: eines für Blutgruppe A, das andere für B. Beginnt das Blut in einem der Felder zu klumpen, ist dies die eigene Blutgruppe. Anschließend konnte man es einfärben und unter dem Mikroskop betrachten. Jonas Börs, Azubi zum Physiotherapeuten, schaute sich Blut an. „Ich habe morgen meine Abschlussprüfung und da wollte ich hier noch ein bisschen abschalten“, sagte er.

Im Physiologischen Institut war sogar noch mehr zu sehen. Kleinhirn, Haar, Zähne, Spermien, Lunge, Dick- und Dünndarm – alles echt. „Das sind Dauerpräparate, die wir auch für die Kurse der Studenten nutzen“, sagte Katarina Gerdinand, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anatomie.

Größtes Wissenschafts-Event in MV

Die Lange Nacht der Wissenschaften ist das größte „Public-Science-Event“ in Mecklenburg-Vorpommern – und ein echter Besuchermagnet. Neben den Fakultäten der Uni beteiligten sich auch Firmen. Beim internationalen Medizinunternehmen Centogene war ab 18 Uhr keine Laborführung mehr möglich – alles ausgebucht. Und das obwohl sie kurzfristig noch zwei zusätzliche Führungen ins Programm genommen hatten.

Dana Frohbös

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