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Rostock Leckeres vom Lastenrad: Auf diese Streetfood-Bikes fährt Rostock ab
Mecklenburg Rostock Leckeres vom Lastenrad: Auf diese Streetfood-Bikes fährt Rostock ab
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16:56 26.09.2019
René Tober (l.) handelt mit Lastenfahrrädern im Rostocker Bahnhofsviertel. Armin Steibli gehört zu seinen Kunden. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Die Streetfood-Szene sattelt auf: Immer mehr Gastronomen packt die Lust aufs Lastenrad. Auch in Rostock sind Unternehmer bereits auf den Geschmack gekommen. Ob Fischbrötchen, Kaffee, Crêpe oder Softeis – die Cargobikes haben Fracht an Bord, um jeden Durst und Hunger zu stillen.

„Es ist Wahnsinn, was da gerade passiert. Das Lastenrad erlebt in diesem Jahr seinen Durchbruch“, sagt René Tober. Er muss es wissen, denn die Straßenkreuzer sind sein Geschäft. Seit sechseinhalb Jahren handelt Tober mit Cargobikes und hat in dieser Zeit zahlreichen Privat- wie Geschäftskunden den passenden Untersatz verschafft. Aktuell sind die Gefährte gefragt wie nie.

Galerie: Rostocks abgefahrene Streetfood-Bikes

Streetfood-Bikes: Diese coolen Lastenräder sind in Rostock unterwegs

Lastenräder gehören in Rostock mittlerweile zum Straßenbild. Kuriere fahren damit Pakete oder Pizzen aus. Eltern kutschieren in Front- oder Heckladern ihre Kinder, Handwerker transportieren ihre Arbeitsutensilien.

Doch auch die Gastroszene fährt auf die Ökogefährte ab. Weltweit erobern sie die Innenstädte. René Tober weiß, warum: „Die Räder sind sehr funktional und wandelbar. Mit ihnen ist nahezu alles möglich und das wird immer mehr Leuten bewusst.“ Waren vor einigen Jahren nur eine Handvoll Hersteller am Markt, sind nun etliche Modelle zu haben. Diese lassen sich je nach Bedarf in mobile Crêperien, Cafés oder Garküchen ausbauen.

Schlachtschiffe mit allen Schikanen

Das sieht gut aus und schont die Umwelt, geht aber auch ins Geld. Für Schlachtschiffe wie Coffee-Bikes müsse man mitunter so viel wie für einen Kleinwagen hinblättern, sagt Tober. Einsteigermodelle verkauft er ab 2500 Euro, mit E-Antrieb sind es dann schon 4000 Euro. Bei entsprechenden Aufbauten müsse man diesen Betrag mindestens verdoppeln, rechnet der Fachhändler vor. Dafür spare man sich den Unterhalt, der für einen Foodtruck fällig ist.

Armin Steibli hat sich seinen mobilen Imbiss nicht nur eine große Summe, sondern auch viel Schweiß kosten lassen: Zusammen mit einem Bootsbaumeister werkelte der Unternehmer fünf Wochen lang täglich an seinem Fischbrötchen-Fahrrad. Dafür fährt der Frontlader nun mit allen Schikanen vor: hochmoderne Kühlboxen, Dach aus Segeltuch, Holztresen und maßgefertigte Aufbauten, wie man sie sonst nur auf Luxusyachten findet. Und die Fracht? „Fancy Fischbrötchen“, sagt Steibli und lacht.

Snacks frisch zubereitet

Die Snacks serviert der gebürtige Schwabe seinen Kunden frisch zubereitet. Belegt wird jedes Brötchen erst, wenn die Bestellung aufgegeben wurde. Backware, Fisch und Soßen bezieht Steibli von regionalen Erzeugern. Für ein Bistro-Bike als Verkaufsstelle habe er sich entschieden, weil er damit nahezu überall hinkomme, ohne dass die Umwelt darunter leide.

Mit viel Gepäck mobil sein, aber ohne Auto – das wollen in Rostock auch immer mehr Privatleute. Neben den Klassikern – zwei- und dreirädrigen Modelle jeweils als Front- oder Hecklader – sind derzeit Longtails total angesagt, sagt Cargobike-Fachmann René Tober. Vorteil: Die überlangen Räder bieten dank XL-Gepäckträger reichlich Platz für Mitfahrer, sind dabei aber so schmal, dass sie kaum Raum einnehmen. „Die bekommt man gut im Keller unter“, sagt Tober. Bei ihm seien schon vierköpfige Familien auf einem Longtail vorgefahren.

Lust auf Lastenradrennen

René Tober ist privat meist mit dem Lastenrad unterwegs – und das durchaus rasant: Mit einem seiner Cargobikes nimmt er an Rennen teil. Seit seiner Kindheit tritt er begeistert in die Pedale. Die Liebe zum Lastenrad hat ihn gepackt, als er in Berlin auf einem Bullitt-Bike seine erste Runde durch den Kiez drehte. „Ich wusste gleich, das ist meins.“

Weil auch der Radfahrerclub ADFC, in dem Tober Mitglied ist, Lastenräder als mobile Infostände brauchte, entschied er sich, daraus ein Geschäft zu machen. Die ersten Cargobikes verkauft Tober vom Wohnzimmer aus. Inzwischen hat seine Firma Transportrad MV ihren Sitz in der Herweghstraße.

In Rostock bewegt sich was

Noch sei Rostock von der Radfahrerkultur europäischer Vorzeigemetropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen weit entfernt, sagt René Tober. „Aber hier bewegt sich was. Wir sind auf einem guten Weg.“

Von Antje Bernstein

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