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Rostock Legendäre Kröpi: Das sind die Eigentümer hinter Rostocks teuerster Straße
Mecklenburg Rostock Legendäre Kröpi: Das sind die Eigentümer hinter Rostocks teuerster Straße
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10:09 26.10.2019
Blick aus der Luft auf die Kröpeliner Straße in Rostock. Quelle: Alexander Müller
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Rostock

Sie ist die Lebensader der größten Stadt von MV. Und mit der Langen Straße, dem Neuen Markt und Seitenstraßen, wie der Breiten Straße, Rostocks Fußgängerzone: die Kröpi mit ihren 100 Gebäuden.

Wem gehören die Immobilien in der Kröpi? Quelle: Benjamin Barz

Die üblichen großen Ketten: H&M, McDonalds, Douglas, P&C

In Augenhöhe sieht die Fußgängerzone aus, wie fast alle deutschen Innenstädte. Geprägt von der Ästhetik der Handels-Globalplayer: H&M, McDonalds, Douglas, P&C, Hunkemöller usw. 75 000 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet die Kröpi. 100 000 könnte sie vertragen. In den oberen Etagen gibt es meist Büros, Praxen, Wohnungen.

Die Entwicklung schätzen Makler wie Jens Gienapp von Engel & Völkers als sehr gut ein: „Leerstand gibt es kaum. In MV ist die Rostocker Innenstadt der Immobilienstandort.“ Der Quadratmeter kostet beim Kauf rund 5000 Euro. Der Mietspiegel liegt bei 90 Euro pro Quadratmeter.

Die Händler sind in der Mehrzahl Mieter. Nur wenige Familienunternehmen wie Brillen-Krille oder das Schuhhaus Höppner verkaufen ihre Waren in eigenen Immobilien. In der Kröpi 19 ist im Eingangsbereich des Fußbodens noch das Mosaik „Haus Balge“ eingelassen, wo früher das Sportfachgeschäft Balge stand. Es zeugt von überschaubareren Zeiten, als sich die Händler der Innenstadt noch alle persönlich kannten. Geschichte!

Alle Beiträge zu Teil 5 der OZ-Serie „Wem gehört das Land“: Kröpeliner Straße in Rostock

Legendäre Kröpi:
Die Eigentümer hinter Rostocks teuerster Straße

Erfolgsstory KTC:
Das sind die Macher hinter dem Rostocker Shopping-Center

ScanHaus-Chef Friedemann Kunz:
Warum er große Teile Rostocks kaufte

Rostocker Familientradition:
Ur-Ur-Ur-Ur-Opa gründete Brillen Krille

Schuhhaus Höppner:
Wie die Firma den großen Ketten aus dem Westen trotzte

Hedgefonds und Immobilienmogule:
Die Phantome der Rostocker Fußgängerzone

Experte:
„Wer in der Rostocker Innenstadt eine Immobilie besitzt, sollte sie behalten!“

Zwischen Hegdefonds gibt es noch einige lokale Unternehmer

Doch wem gehört die Kröpi heute? Rostocks Katasteramtschef Jan Wehnert sagt, dass er dazu nichts sagen dürfe. So einfach ist es nicht, herauszufinden, wem was, wo gehört. Ein Anruf im Amt reicht da nicht. Wehnert kann aber sagen, dass sich Rostock seit der Wende nicht nur prächtig und kontinuierlich entwickelt habe, sondern dass in den Besitzverhältnissen der Anteil privater Eigentümer mit lokalem Hintergrund gar nicht so gering sei. Von den mehr als 100 Gebäuden zwischen Rathaus und Kröpeliner Tor seien ein Drittel in Besitz von privaten Personen.

Darunter sind Rostocker Unternehmer wie die Familie Höppner mit zwei Schuhhäusern in der Innenstadt, der Optiker Frank Ammenn (54) von Brillen Krille oder die Familie Nikolaus, die das gleichnamige Modehaus betreibt. Der größte lokale Player auf dem Rostocker Immobilienmarkt ist der Gründer von ScanHaus Marlow, Friedemann Kunz (64), der in der Kröpi vier Giebelhäuser, zwei weitere am Neuen Markt und den Gebäuderiegel vom Rondell mit Café Jan & Mitch bis zum Restaurant Blockhouse in der Breiten Straße für seine Familienstiftung gekauft hat. Der Kunz-Komplex zieht sich bis zur Eselföter Straße und bietet neben Gewerbefläche in den oberen Etagen Büro- und Wohnraum.

Der Kaufhof gegenüber gehört dem Unternehmen selbst, so wie auch das „Capitol“ dem Kino gehört. Das Fünfgiebelhaus gehört der städtischen Gesellschaft Wiro, die auch weite Teile der Langen Straße besitzt.

Experten haben Boom vorausgesehen – und früh investiert

Rostocks City-Manager Peter Magdanz sagt zur Entwicklung der Innenstadt mit ihren 200 Geschäften: „Es ist natürlich gut, dass wir immer noch einen Anteil privat eigentumsgeführter Geschäfte haben. Ich würde mir wünschen, dass die Vielfalt erhalten bleibt und die Eigentümer mit Augenmaß an die Entwicklung gehen.“ Das fehlt Magdanz zum Beispiel beim Gebäude neben dem Fünfgiebelhaus, wo früher das Schuhhaus Leiser seinen Sitz hatte. Dort hatte es einen Nutzerstreit zwischen dem Eigentümer aus Oldenburg und der Ospa gegeben. Jetzt steht die Immobilie leer. Magdanz: „Ein Schandfleck. Das ärgert mich! Da ist der Eigentümer in der Pflicht, was zu tun. Zur Zeit zieht das Haus nur Graffitisprayer an.“

Große Komplexe, Center und Gebäuderiegel in der Innenstadt sind meist in der Hand von Fonds, Hedgefonds, Immobiliengesellschaften oder Versicherungen. Die Entwicklung wird aus Sicht von Händlern, Geschäftsleuten und Ansässigen jedoch als positiv eingeschätzt. Joachim Tenkhoff, Projektentwickler für das KTC, sagte 2007, dass Rostock als Stadt attraktiv sei und mit Wachstum und Zuwachs rechnen könne. Damals lebten weniger als 200 000 Menschen in der Hansestadt, jetzt sind es fast 210 000.

Damals rechnete Tenkhoff mit einem Einzugsgebiet von 510 000 Menschen. Jetzt laufen jährlich mehr als vier Millionen durchs KTC. Die Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds (Degi) schrieb 2007, dass Rostock im Gegensatz zu anderen ostdeutschen Städten mit einer stabilen Einwohnerzahl rechnen könne und prophezeite der lokalen Wirtschaft Wachstum. Die Degi hat recht behalten. Der Rostocker Rechtsanwalt Matthias Zielasko (59), Vize des Eigentümer-Vereins Haus & Grund in Rostock, sagt: „Rostock ist eine Top-Lage geworden. Nach meiner Einschätzung gibt es in Bezug auf Immobilien nichts besseres als Rostock und Ostsee.“

Über den Autor

OZ-Serie „Wem gehört das Land?“

Die OZ stellt in der Serie „Wem gehört das Land?“ Eigentümer in wichtigen Orten und Lagen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Denn sie bestimmen durch ihre Aktivitäten maßgeblich die Entwicklung mit. Die Kröpeliner Straße in Rostock ist der fünfte Teil der Reihe. Zuvor erschienen sind Binz auf Rügen, ein Überblick zu Eigentümern in der Landwirtschaft, die Halbinsel Wustrow und die Usedomer Kaiserbäder.

Lesen Sie mehr Teile der OZ-Serie:

Wem gehört das Land?“

Von Michael Meyer

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