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Rostock Grüße aus dem Sommerloch: Drei Buchtipps für die Zeit zwischen Ausatmen und Bundesliga
Mecklenburg Rostock Grüße aus dem Sommerloch: Drei Buchtipps für die Zeit zwischen Ausatmen und Bundesliga
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18:41 05.08.2019
Leni Rabbel (23) aus Rostock/Warnemünde, Model, Instagrammerin, Influencerin und Studentin Quelle: privat/LR
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Rostock

Ich schreibe von einem Ort, an dem ich mich gerade befinde. Es ist aber kein realer Ort, sondern eher ein mentaler und medialer Zustand. Es ist die jährliche ereignislose Zeit in der Mitte des Jahres: das altbekannte Sommerloch. Die Semesterferien haben begonnen, die Modelbranche pausiert im August und auch der Start der 1. Bundesliga lässt noch auf sich warten. Es ist eine Zeit des Ausatmens, des Runterkommens und vor allem endlich wieder die Zeit der guten Bücher.

Bevor es Netflix und Smartphones gab, habe ich unheimlich viele Bücher gelesen, leider hat sich das heute gewandelt. Wenn ich von einem langen Tag nach Hause komme, fällt mir der Griff zur Fernbedienung einfach viel zu leicht und ich bleibe lieber passiv. Ich war allerdings auch noch nie die Art Mensch, die abends im Bett zehn Seiten eines Buches lesen konnte. Wenn mich eine Geschichte fesselt, will ich in sie eintauchen und in einem Atemzug verschlingen. Dafür bleibt im alltäglichen Leben nicht viel Zeit und so bleiben viele Buchempfehlungen und Geschenke unangetastet auf meinem Nachttisch liegen.

Galerie: Leni Rabbel – Bilder des Models

So zeigt sich Leni bei Instagram

Wenn die Urlaubszeit beginnt, wandern sie leicht angestaubt in meinen Koffer. Ich muss nun nicht mehr ständig meine E-Mails checken und kann mich den Irrungen und Wirrungen der unterschiedlichen Protagonisten uneingeschränkt hingeben. Für alle, die sich im Strandkorb noch einsam fühlen und in den Boulevard-Medien wirklich genug über Heidi Klums Beziehung gelesen haben, kommen hier meine drei liebsten Urlaubsbücher für diesen Sommer.

„Herr Sonneborn geht nach Brüssel“ (2019)

Der ehemalige Chefredakteur der Titanic, der 2014 als Spitzenkandidat der Satire-Partei „Die Partei“ ins Europaparlament eingezogen ist, blickt in seinem Buch auf vier Jahre politische Arbeit in Brüssel zurück. Mit viel Witz nimmt Sonneborn den Leser mit in die Welt der Abgeordneten. Er berichtet von Flurgesprächen mit fraktionslosen Nationalisten bis zum Pendeln zwischen Straßburg und Brüssel. Durch die vielen Unterkapitel findet man auch nach dem Baden oder Eis-Essen schnell zurück an die Stelle, an der man aufgehört hatte zu lesen. Das Buch ist eine sehr unterhaltsame Art, sich die Funktionsweise des Europäischen Parlaments zu Gemüte zu führen.

„Bonjour Tristesse“ (1954)

Die bereits verstorbene französische Schriftstellerin Françoise Sagan war gerade erst 18 Jahre alt, als sie ihren bekanntesten Roman „Bonjour Tristesse“ schrieb. Damals löste das Buch mit einigen „heiklen Stellen“ einen Skandal aus. Die Geschichte über ein 17-jähriges Mädchen, ihre Beziehung zu ihrem alleinerziehenden Vater und dessen zwei Geliebten würde zwar heute keinen Affront mehr darstellen, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Es geht ums Erwachsenwerden, Liebe und Verantwortung. Thematisch passend spielt die Geschichte in den Sommerferien am Mittelmeer.

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ (2013)

Dieses Buch steht stellvertretend für alle autobiografischen Werke des Schauspielers Joachim Meyerhoff. Der Autor nimmt den Leser mit in seine turbulente Kindheit und erzählt davon, wie er in einer (damals noch als politisch korrekte Bezeichnung geltenden) Irrenanstalt aufwächst, in der sein Vater der Leiter ist. Richtig gut schlafen kann er nur, wenn er nachts die Schreie der Patienten hört. Meyerhoff schafft es, schonungslos, aber mit viel Humor und Liebe über seine Familie zu schreiben. Es ist ein Buch, bei dem man seinen Mit-Urlaubern immer wieder Passagen vorlesen möchte, weil sie einfach so herrlich und gleichzeitig so berührend und ehrlich sind.

Ich verabschiede mich und verkrieche mich wieder mit einem guten Buch im Sommerloch. Ich weiß, ich muss da schnell wieder raus, aber ein bisschen mache ich es mir noch gemütlich – gerne mit ein paar neuen Buchempfehlungen.

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Leni Rabbel

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