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Rostock Diese Tänzerin aus Rostock tanzt mit Kerstin Ott bei „Let’s Dance“
Mecklenburg Rostock Diese Tänzerin aus Rostock tanzt mit Kerstin Ott bei „Let’s Dance“
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Kerstin Ott (2.v.l.) tanzt mit der Rostocker Profitänzerin Regina Luca. Links Moderator Daniel Hartwich, rechts Moderatorin Victoria Swarovski. Quelle: TVNOW / Stefan Gregorowius
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Lütten Klein

Wenn Regina Luca (30) mit Schlager-Star Kerstin Ott über die Tanzfläche der RTL-Show „Let’s Dance“ wirbelt, schauen vier Millionen Menschen zu. In Rostock klebt ein kleiner Junge förmlich am Fernseher. Mit seinen Händchen tastet Lenn (2) den Bildschirm ab. „Mama“, ruft der Knirps aufgeregt.

Auch Rafael (55) und Elena Murtasin (56) haut’s vor Spannung beinahe vom Sofa. Sobald sie ihre Tochter auf dem „Let’s-Dance“-Parkett sehen, platzt das Paar fast vor Stolz. Weil Regina Luca eine mitreißende Show abliefert. Weil in jedem ihrer Schritte etwas von ihren Eltern mitschwingt. Denn die Choreografien entwickeln die Drei gemeinsam.

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Bildergalerie: Das ist die Rostockerin, die bei „Let’s Dance“ mit Kerstin Ott tanzt

Regina Luca legt ihn der RTL-Show eine flotte Sohle aufs Parkett. Ihre Choreografien entwickelt sie in Rostock – in der Tanzschule ihrer Eltern in Lütten Klein.

Ideenfindung über Nacht

Kaum ist eine Live-Show vorbei, kriegt Regina Luca die Musik für die bevorstehende Sendung zugespielt. Die nimmt sie mit nach Rostock. „Sie kommt jeden Samstag zu uns“, sagt Rafael Murtasin. Das Trio überlegt sich dann, mit welchen Drehungen sich bei Jury und Publikum wohl am meisten punkten lässt. Viel Zeit dafür bleibe nicht. „Sonntags um zehn beginnt das Training“, sagt Rafael Murtasin. Ob das in dieser Woche auch so sein wird?

Bei den vergangenen drei Sendungen hatten Kerstin Ott und Regina Luca zittern müssen, ob sie es eine Runde weiter schaffen. Die Jurywertung war meist mies, die Zuschauer aber wählten das Paar nach Walzer, Tango und Cha Cha Cha weiter. Rafael Murtasin hofft, dass es diesen Freitag erneut reicht. „Nach Ostern wollen wir nämlich live in der Show mit dabei sein.“

Alle Teilnehmer von Lets Dance 2019 stellen wir Ihnen hier genauer vor.

Klatschen bis die Hände schmerzen

Die Atmosphäre im Fernsehstudio hat er in der Vergangenheit schon mehrmals miterlebt. Schließlich brachte Regina Luca in früheren Staffeln „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“-Schauspieler Thomas Drechsel, Fußballtrainer Thomas Häßler und Entertainer Thomas Hermanns bei, wie man eine flotte Sohle auf’s Parkett legt. Privat dreht sie mit ihrem Mann, „Let’s Dance“-Profitänzer Sergiu Luca, ihre Runden. An den ersten Auftritt kann sich Rafael Murtasin genau erinnern. „Wir haben so doll geklatscht, wir hatten Risse in den Händen.“

Das Tanztalent haben die Eltern Regina Luca ihre Eltern in die Wiege gelegt. Elena und Rafael Murtasin waren viele Jahre Turniertänzer. Seit 2007 bringen sie in ihrer Schule „Magic Dance“ in Lütten Klein Hobbytänzern und Bewegungslegastheniker geschmeidige Bewegungen bei. Schon Dreijährige tanzen bei ihnen durch den Spiegelsaal, zwei 82-Jährige Herren auch. „Und das sehr gut“, lobt Rafael Murtasin. „Ich hoffe, dass wir in dem Alter auch noch so fit sind.“ Die Profikarriere hat Spuren hinterlassen – in den Knien und im Tanzschulenflur: Hier reihen sich Dutzende Trophäen auf. Nebenan hängen Bilder, die Tochter Regina zeigen.

Als Kind tanzt sie am liebsten mit Papa

Die Profitänzerin hat ihre Liebe zum Tanzen im zarten Alter von zwei Jahren entdeckt, holte als Fünfjährige in ihrer Heimat Kirgisien ihren ersten Titel. Heute hat sie eine Tanzschule in Karlsruhe und schwebt im TV mit Promis übers Parkett. Als Kind ließ sie sich am liebsten von Papa über die Tanzfläche führen. „Immer, wenn meine Frau und ich trainiert hat, hat sie sich zwischen uns gedrängelt“, erzählt Rafael Murtasin und lacht. Für seine Kleine tut und gibt er damals alles.

Von Kirgisien nach Rostock

Für Reginas Tanzturniere geht fast Rafael Murtasins komplettes Gehalt drauf. Der gebürtige Usbeke arbeitet als Tanzlehrer, Orchesterleiter und Dozent für Choreograph. Dann kommt die Chance auf ein besseres Leben: Anfang der 2000er Jahre haben Juden aus der ehemaligen Sowjetunion die Chance, als Kontingentflüchtlinge nach Deutschland zu migrieren. Elena Murtasin ist Jüdin. Die Familie stellt einen Antrag, drei Jahre später darf sie einreisen und kommt nach Rostock.

Der erste Blick verheißt Gutes: Am Ortseingang wirbt ein Plakat für den Seesternpokal. Bei dem Wettbewerb messen sich Spitzensportler im Standard- und Lateintanz. „Wir wussten, hier sind wir richtig“, erinnert sich Rafael Murtasin. 2002 tritt er mit seiner Frau in den „Tanzclub Seestern Rostock“ ein. 2015 hat das Paar die Profikarriere an den Nagel gehängt. „Wer weiß“, sagt Rafael Murtasin, „vielleicht treten wir noch mal an.“ Ein Latein-Turnier, das wär schon was.

Dorfjunge entdeckt Tanzliebe

Im Alter von 22 Jahren sei er erstmals bei einem großen Wettbewerb angetreten, erzählt Rafael Murtasin. Die Liebe zum Tanzen habe er relativ spät, dafür heftig erwischt. Und zwar via Sowjet-Fernsehen. Dort seien am Neujahrsmorgen Profis über die Bildfläche gefegt. Das hinterließ Eindruck. „Ich war ein Dorfjunge und kannte das nicht. Ich dachte nur: Meine Güte, sowas gibt’s?“ Heute staunt er noch genauso – wenn er „Let’s Dance“ einschaltet und dort seine Tochter sieht. Am Freitag wird er ihr wieder die Daumen drücken und zusammen mit seiner Frau Elena jene Choreografie verfolgen, die sie sich zu Dritt in Rostock überlegt haben.

Sendetermin „Let’s Dance“: 12. April, 20.15 Uhr, RTL

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