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Rostock Lokführer planen kurzfristig neue Streiks
Mecklenburg Rostock Lokführer planen kurzfristig neue Streiks
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08:50 20.04.2015
Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL.
Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Frankfurt

Bei der Bahn soll es schon in der kommenden Woche wieder Streiks der Lokführer geben, nachdem ihre Gewerkschaft GDL die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt hat. „Ich gehe davon aus, dass wir sehr zeitnah in die Arbeitskämpfe eintreten werden“, kündigte GDL-Chef Claus Weselsky nach den Verhandlungen in Frankfurt am Freitagabend an. In einem Gespräch mit „tagesschau24“ bekräftigte der Gewerkschafter, die Streiks sollten schon „in der nächsten Woche“ stattfinden. Man werde die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren.

Die Fahrgastvereinigung „Pro Bahn“ übte scharfe Kritik an der erneuten Streikandrohung. „So langsam haben die Fahrgäste kein Verständnis mehr“, sagte Vorstandsmitglied Karl-Peter Naumann dem Berliner „Tagesspiegel“. Mit solchen Aktionen schade Weselsky den Gewerkschaften mehr als er den Arbeitnehmern nutze.

Die GDL hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt.

Das von der Bahn vorgelegte Angebot sei eine „Provokation“, schimpfte Weselsky. Die Bahn spiele auf Zeit. „Was heute auf dem Tisch ist, ist nichts wert, weil alles wieder zurückgenommen werden kann“, sagte der GDL-Chef nach der 16. Verhandlungsrunde. 

Eine Bahnsprecherin sagte dazu: „Das ist für uns völlig unverständlich. Der Abbruch entspricht in keiner Weise dem Verhandlungsstand. Wir haben ein sehr konkretes und seriöses Angebotspaket vorgelegt.“

Die für den 27. April geplante Verhandlungsrunde in Frankfurt ist nach der GDL-Erklärung nun hinfällig. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte: „Wir sind einen Meter vor der Ziellinie und haben ein Paket mit Lösungen und guten Vorschlägen auf dem Tisch. Das Verhalten der GDL-Spitze ist angesichts des Verhandlungsstandes unerklärlich. Soweit waren wir noch nie.“

Die GDL strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.


Webseite der Bahn
Gewerkschaft der Lokomotivführer



OZ