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Rostock Lust auf Urlaub im Bulli? Hier gibt’s Rostocks coolste Camping-Mobile
Mecklenburg Rostock Lust auf Urlaub im Bulli? Hier gibt’s Rostocks coolste Camping-Mobile
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07:10 19.06.2019
Das Rostocker Start-up Rentvanture vermietet Bullis an Camper, die das besondere Urlaubserlebnis suchen. Quelle: Rentvanture
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Rostock

Manfred und Betti sind zu beneiden: Ihr Chef schickt sie auf Reisen zu den schönsten Plätzen Europas. Sie dürfen die Weiten Skandinaviens erkunden, Roadtrips zu Surferparadiesen unternehmen, sich auf den coolsten Festivals austoben. Ein abgefahrener Job, im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Inbegriff von Freiheit

„Manfred“ und „Betti“ sind VW-Busse und gehören zur Flotte von Olli Peters (35). Der Rostocker motzt mit seinem Start-up „Rentvanture“ Bullis aus den 80er-Jahren zu Reisemobilen mit Retro-Charme auf. Seine Oldies vermietet er an Weltenbummler, die Freiheit und Abenteuer, schlicht das besondere Urlaubserlebnis suchen.

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Diese Bilder machen Lust auf Urlaub im Bulli:

Urlaub im Bulli: So schön ist eine Reise mit Rostocks coolsten Campern

Angefangen hat alles mit der Bitte eines Freundes. „Er wollte sich meinen Bus für einen Kurztrip ausleihen“, erzählt Olli Peters. Er willigt ein – und bekommt 50 Euro dafür. „Da dachte ich mir, wenn das einer macht, dann machen das vielleicht auch andere.“

Camper „Calli“ ist der erste

Als dann ein Kumpel eine Geldanlage sucht, kommt das Geschäft ins Rollen: Olli Peters kauft einen T3 California, baut ihn um und vermietet Camper „Calli“ an seine ersten Kunden. Zunächst wickelt er den Verleih über eine Internetplattform ab, auf der private Wohnmobilbesitzer Fahrzeuge anbieten. „Doch ich wollte mein eigenes Ding machen.“

Verleih statt Studium

2017 geht seine Seite Rentvanture.de online. Sein Studium, Lehramt Sport, hat Olli Peters abgebrochen, um ganz ins Campinggeschäft einzusteigen. Der Mut wird belohnt: Die auf mittlerweile neun Fahrzeuge angewachsene Flotte ist über die Sommermonate ausgebucht.

Ein Lebensgefühl

Mit jedem Kleinbus vermiete er ein Lebensgefühl, sagt Olli Peters. „Du kannst hinfahren und Halt machen, wo immer du willst.“ Freiheit pur, noch dazu in einem Fahrzeug, das weltweit viele Fans hat.

Kultbus mit Vorzügen

Lange fuhr der T3 im Schatten seiner beliebten – und heute kaum bezahlbaren – Vorgänger T1 und T2. Inzwischen hat auch VWs letzter Heckmotorbus Kultstatus. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Groß genug, um darin einen Kurzurlaub zu verbringen, wendig genug, um damit fast überall hinzukommen.

Reduziert auf’s Wesentliche

Für diesen Luxus müssen Camper kaum Abstriche machen. Schlafplatz, Essecke, Küche mit Gasherd, Kühlschrank und Spüle: Frei nach dem Motto „Zuhause ist, wo man parkt“ findet im Bulli auf kleinster Fläche Platz, was es braucht, um sich unterwegs wie daheim zu fühlen.

Das Wichtigste an Bord

Überlebenswichtiges wie Korkenzieher und Campingstühle ist serienmäßig an Bord. Unnötiger Ballast hat Mitfahrverbot. „Weniger ist mehr“, betont Olli Peters. Was man auf Bulli-Tour wirklich braucht, weiß der reiselustige Surfer. Auf den Komfort, den Edelmobile bieten, fahren weder er noch seine Kunden ab.

Kleine Kratzer sind okay

Die wollen entschleunigen und sorglos durch Wald und Pampa kurven können. „Solange die Busse am Stück zurückkommen, sind kleine Kratzer okay“, sagt Olli Peters. Und sollte – was selten passiere – mal ein Oldie streiken, gebe er gern den Mechaniker. „Ich habe mir viel Schrauberwissen angeeignet.“ Kommt er damit nicht weiter, packen Freunde mit an. Auch deshalb kann Peters seine Camper zu moderaten Preisen anbieten.

Auf nach Skandinavien

Schlipsträger, Hipster, Hippie-Pärchen und Kleinfamilien: Olli Peters’ Klientel ist bunt gemischt. Und willig, für seine Camper selbst aus Österreich oder Spanien anzureisen. Von Rostock aus schlagen die meisten dann die Route gen Norden ein. Schweden und Norwegen seien aktuell die beliebtesten Reiseziele, sagt Peters.

Karrierekick dank Schauspieler

Dorthin verschlug es auch den Mädchenschwarm, dem Peters einen Karrierekick verdankt: Jungschauspieler Jannik Schümann, der durch die ARD-Serie „Charité“ und Filme wie „Jugend ohne Gott“ bekannt wurde, war von seinem Norwegentrip im Rentvanture-Bus so begeistert, dass er Fotos auf seinem Instagram-Profil postete und Olli Peters etliche neue Kunden einbrachte.

Branche fährt Rekorde ein

Caravaning ist in Deutschland beliebter den je. Die Branche fährt einen Rekord nach dem nächsten ein. Allein in den ersten vier Monaten 2019 sind laut dem Caravaning Industrie Verband Deutschland bundesweit 31 844 Reisemobile und Caravans neu zugelassen worden.

Die Flotte wächst

Einen Beitrag dazu steuern Verleiher bei, die ob wachsender Nachfrage ihre Flotten vergrößern. Auch Olli Peters will sich weitere Busse zulegen. Allzu groß soll der Fuhrpark, der neben den Bullis auch T4 und Mercedes Sprinter zu bieten hat, aber nicht werden. „Mehr Busse heißt zwar mehr auf dem Konto, aber weniger Zeit für meine Hobbys.“

Den Job auskosten

Schon jetzt nehmen Verleih und Bulli-Pflege den Alleinunternehmer so in Anspruch, dass er selten zum Reisen kommt. Umso mehr genießt er die Vorzüge seines Jobs. Jeden Bus, denn er umgebaut hat, fährt er Probe. Zuletzt ging’s dafür nach Südfrankreich zum Surfen. Dann erlebt auch Olli Peters wieder, was Reisen im Bulli heißt: Abenteuer und Freiheit pur.

Infos unter: www.rentvanture.com

Antje Bernstein