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Rostock Polizei-Einsatz in Lutheran: Opferanwalt erneuert Klage
Mecklenburg Rostock Polizei-Einsatz in Lutheran: Opferanwalt erneuert Klage
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18:57 23.11.2018
Nach einem Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizei stehen am 12.02.2016 Autos auf einer Straße in Lutheran (Mecklenburg-Vorpommern). Bei dem Einsatz wurde ein Mann lebensgefährlich am Kopf von einem Schuss verletzt. Quelle: dpa
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Lutheran

Das Schweriner Landgericht wird sich voraussichtlich im kommenden Frühjahr erneut mit dem missglückten Einsatz einer Hamburger Polizeispezialeinheit in Lutheran (Kreis Ludwigslust-Parchim) befassen müssen. Rechtsanwalt Benjamin Richert hat im Namen des Opfers die Klage gegen den Hamburger Senat erneuert.

Rückblick: Am 12. Februar 2016 hatte das Hamburger Mobile Einsatzkommando in Lutheran (Ludwigslust-Parchim) Jagd auf den flüchtigen Zuhälter Nico S. gemacht. Dabei wurde der damals 27-jährige David A. mit der Kiez-Größe verwechselt, weil er in dessen Auto unterwegs war. Ein Elite-Polizist schoss ihm in den Kopf. Elf Tage lag A. schwer verletzt im Koma, verlor sein rechtes Auge.

Anwalt Richert hatte daraufhin für seinen Mandanten 90000 Euro Schmerzensgeld gefordert. Zuletzt habe zwar eine außergerichtliche Einigung im Raum gestanden, sei aber an den Angeboten des Hamburger Senats gescheitert, sagt Richert. „Er hat uns 35000 Euro geboten. Das ist viel zu wenig für das, was mein Mandant erleiden musste. Er hat das Gefühl, dass sein Leid nicht wahrgenommen wird.“ Darüber hinaus seien David A. durch den folgenschweren Kopfschuss hohe Behandlungskosten entstanden und er werde durch die Verletzungen sein Leben lang beeinträchtigt sein. „Mein Mandant ist immer noch in Behandlung. Ihm geht es nicht gut, er hat psychisch immer noch sehr mit dem Vorfall zu kämpfen“, berichtet Richert. Außerdem könne David A. seinen alten Beruf als Maler und Lackierer nicht mehr ausüben, da er weder räumlich sehen noch Unebenheiten auf Flächen erkennen könne.

Trotz mehrfacher Korrespondenz habe der Hamburger Senat kein höheres Angebot gemacht. „Deshalb habe ich die Klage jetzt wieder aktiviert“, sagt Richert. „Ich gehe davon aus, dass es im Frühjahr eine mündliche Verhandlung am Schweriner Landgericht geben wird.“ Der Anwalt hofft, dass man bis kommenden Sommer zu einer zufriedenstellenden Einigung kommen werde. „Das ist wichtig, damit mein Mandant mit der Geschichte abschließen kann – soweit das möglich ist.“

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