Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Maritime Traditionen werden in Rostock an Land und zu Wasser gepflegt
Mecklenburg Rostock

Maritime Traditionen werden in Rostock an Land und zu Wasser gepflegt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 02.01.2020
Jochen Pfeiffer zeigt im alten Schifffahrtsmuseum eine Leinenwurfmaschine für die Seenotrettung. Quelle: OVE ARSCHOLL
Anzeige
Rostock

Die maritime Tradition der Hansestadt wird an vielen Ecken Rostocks spürbar. Mitten im Zentrum sorgt beispielsweise der gemeinnützige Verein Societät Rostock maritim dafür, dieses Erbe zu bewahren. Und das an passender Stelle – im Gebäude des früheren Schifffahrtsmuseums an der Ecke August-Bebel-/Richard-Wagner-Straße. Neben Ausstellungen und Sonderschauen gibt es dort auch regelmäßig Vorträge, Gesprächsrunden sowie Lesungen.

„Wir haben das Gebäude 2006 übernommen, mit einem Mietvertrag für fünf Jahre. Mittlerweile ist das Jahr 2020 und wir sind immer noch drin “, sagt Jochen Pfeiffer. „Wenn wir das alte Gebäude nicht erhalten würden, wäre es längst dem Verfall und Vandalismus preisgegeben“, ist der Vorsitzende und Geschäftsführer des Vereins überzeugt.

Societät zeigt Unikate

In der Vergangenheit hatte es viele Ideen für das historische Haus gegeben. Unter anderem war es als neues Archäologisches Landesmuseum im Gespräch. „Es muss endlich mal Geld in die Hand genommen werden“, sagt Pfeiffer, der sich das Gebäude der Societät gut als Stadtmuseum vorstellen könne.

Die Societät in Rostock Quelle: Societät

Aktuell werden vor Ort mehrere maritime Dauerausstellungen gezeigt. Diese bilden unter anderem die Geschichte der Schifffahrt und Hansezeit ab, widmen sich aber auch der Seenotrettung, dem alten Rostocker Fischkombinat und der Geschichte der Helmtaucher. „Außerdem zeigen wir Rostocker Schiffe, die hier gebaut wurden und die sonst kein anderer hat. Zum Beispiel die ‚Prinz Eugen‘“, sagt Pfeiffer.

Er versteht es auch als Auftrag, mit seinem Team die Besucher über die vielfältige maritime Geschichte der Hansestadt zu informieren. „Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass der erste Schraubendampfer in Rostock gebaut wurde.“

Themenmischung als Erfolgsmodell

Rund 23 000 Gäste besuchten die Societät im vergangenen Jahr. „Wir hatten auch unter der großen Baustelle vor der Tür zu leiden“, sagt der Vereinsvorsitzende, der sich über den Erfolg des Hauses freut.

Der liege auch in der inhaltlichen Mischung begründet. Neben der maritimen Geschichte gibt es immer neue Sonderausstellungen zu den verschiedensten Themengebieten. Unter anderem waren bereits Schauen zur Stasi-Geschichte und zum DDR-Alltag zu sehen, aber auch Playmobilfiguren oder Fotos von Zootieren für die Kleinsten. Die Rostocker Universitätsmedizin nutzte die Räume der Societät ebenfalls für sehr erfolgreiche Ausstellungen.

Von den Sonderschauen profitieren beide Seiten: Besucher, die den Gang in ein reines Schifffahrtsmuseum scheuen, werden durch die anderen Themen ins Haus gelockt und können sich dann vor Ort ein Bild vom maritimen Erbe Rostocks verschaffen. Am kommenden Dienstag eröffnet in der Societät die neueste Sonderausstellung, die sich diesmal dem Bernstein als „Gold der Ostsee“ widmet.

Von der Hansezeit bis zu den Werften

Das Rostocker Schifffahrtsmuseum, das 1968 in dem Gebäude in der Innenstadt eröffnet wurde, ist seit 1990 nur noch auf dem Wasser zu Hause. Auf dem Traditionsschiff, dem ehemaligen Frachter „MS Dresden“, war bereits das Schiffbaumuseum untergebracht. Nach einem Beschluss der Rostocker Bürgerschaft wurden beide Einrichtungen zusammengelegt und bilden nun Deutschlands größtes schwimmendes Museum. Mehr als 12 000 Ausstellungsstücke zeigen die Entwicklung des Schiffbaus – vom slawischen Einbaum bis zur modernen Großwerft.

Das Traditionsschiff „Dresden“ an seinem Liegeplatz im Rostocker Iga-Park Quelle: Andreas Meyer

Aber auch Themen wie Seefunk oder Seefliegerei werden vor Ort aufgegriffen. Mehrere Zehntausend Besucher kommen pro Jahr vorbei und erleben beim Rundgang durch das Schiff das maritime Erbe auch zum Anfassen und Ausprobieren. Und das in originalen Räumen wie der Kombüse, dem Stau- sowie dem Maschinenraum, der Kommandobrücke oder der Kapitänsmesse.

Neben Dauer- und Sonderausstellungen auf dem Schiff ist auch das Außengelände spannend: Rund 20 verschiedene Seezeichen sind rund um die „Dresden“ verteilt. Der Schwimmkran „Langer Heinrich“ erhebt sich 50 Meter in die Luft, das Hebeschiff „1. Mai“, der Dampfschlepper „Saturn“ und das Betonschiff „Capella“ liegen ebenfalls vor Ort. Die Historische Bootswerft ist für Parkbesucher jederzeit offen. An manchen Tagen gibt es gesonderte Vorführungen. Aktuell wird dort an einem Neubau des Warnemünder Twei-Smakers gebaut – einer Volljolle.

Lesen Sie auch:

Von Claudia Labude-Gericke

Am 2. Januar wird auf der Warnemünder Promenade ordentlich geschuftet: Die Händler bauen nach der Großveranstaltung zum Jahresauftakt ihre Buden ab und gehen in die Ruhepause. Ihr Fazit vom diesjährigen Neujahrsspektakel ziehen.

02.01.2020

Nach der Bluttat zu Silvester herrscht in Rostock weiter Entsetzen: Am Morgen des 31. Dezember hatte ein 39-Jähriger bei der Polizei gestanden, seine Eltern ermordet zu haben. Die Ermittler müssen nun klären, ob es Totschlag oder Mord war.

02.01.2020

In ihrer Heimat Ungarn ist das Hefegebäck so was wie ein Nationalgebäck. Nun wollen Zoltán Darvai, Agnes Aschenbrenner und ihr Sohn Zoltán Darvai Rostocker auf den Geschmack bringen – mit ungewöhnlichen Rezepten.

02.01.2020