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Rostock Marteria ist Fan: Hyänen aus Rostock produzieren die „Tobe Hose“
Mecklenburg Rostock Marteria ist Fan: Hyänen aus Rostock produzieren die „Tobe Hose“
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12:22 29.11.2019
Das Freiheitsgefühl der Kindheit verpackt in Textil: Mit ihrem Label „Tobe Hose“ wollen diese Hyänen Furore machen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Wo sie einfallen, fallen sie auf: Drei Rostocker mit Hyänenmasken mischen die Fashionwelt auf. „Tobe Hose“ heißt das Label, das das Freiheitsgefühl der Kindheit groß in Mode bringen will. Mit Streetware. Die hat bereits prominente Fans.

Hinter Masken und Markenname stecken die Rostocker Grigory Vilner, Andy Friedrich und Lukas Geu. Ihre wilde Aufmachung sichert ihnen sowohl Aufmerksamkeit als auch Anonymität. Die Blicke wollen die Mecklenburger mit ihrer Mode auf sich ziehen. Zugleich symbolisiert die Hyäne die Lebenseinstellung der Modemacher. „Sie lebt wie wir für ihr Rudel“, sagt Vilner.

Ein „Rudel“ hat die Rostocker überhaupt erst auf die Idee zur Modelinie gebracht. „Tobe Hose“ ist eine Hommage an die Zeit Mitte der 90er-Jahre, als sie mit Kumpels nach Schulschluss durch die Gegend streiften, ohne Ziel, dafür stets offen für Abenteuer. Unverzichtbarer Begleiter: Tobehosen. „Wir haben alle welche getragen, nur sahen die sehr unterschiedlich aus“, erinnert sich Andy Friedrich. Es sollte Bekleidung her, die das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Werte der Clique ausdrückt.

Mit Anfang 30 gründen Vilner und Friedrich die Tobekatz GbR und bringen die erste „Tobe Hose“ auf den Markt. Um sie zu bewerben, holen sie Lukas Geu ins Boot. Der setzt die Streetware fotografisch in Szene, bespielt die Social-Media-Kanäle.

Tobe Hose: Das Sortiment zum Durchklicken

So lässig sehen die Klamotten von „Tobe Hose“ aus

Das wirkt: Inzwischen haben die drei Hunderte Kunden eingekleidet, darunter namhafte Rostocker: Werner Hartmann, Eishockeyspieler bei den Piranhas, modelt für das Label, Rapper Marteria feiert „Tobe Hose“ auf Instagram ab. „Wir sind stolz, dass er unser Testimonial ist“, sagt Geu.

Die Hyänen wollen weder Hypes noch Trends nachjagen, sondern sich festbeißen. Alle zwei Monate eine neue Kollektionen rausbringen, das kommt für sie nicht infrage. „Unser Ding ist Slow Fashion“, betont Vilner. Bis die Klamotten den Ansprüchen ihrer Schöpfen gerecht wurden, war es ein langer Weg. „Wir haben viel ausprobiert“, sagt Andy Friedrich.

Auch die passende Produktionsstätte mussten sie lange suchen und fanden sie in Ostpolen. Dort lassen die drei ausschließlich Eigenkreationen fertigen. „Wir verwenden keine Rohlinge, alle Schnitte sind von uns“, betonen die Modemacher. Für die Umsetzung ihrer Designs haben sie bewusst eine europäische Fabrik gewählt. „Wir wollen unsere Ideen nicht auf Kosten kleiner Kinder in Bangladesch verwirklichen.“

Zeitlose Wegbegleiter statt Wegwerfklamotte

Weil dem Trio Nachhaltigkeit wichtig ist, will es sich gegen die Wegwerfmode der High-Street-Ketten absetzen. Klare Linien in Schwarz, Grau oder Weiß – die Unisex-Textilien kommen mit lockerer Passform und ohne Firlefanz daher. Die Materialien sind robust und hochwertig verarbeitet. Das kostet: Hosen und Sweater sind für 80, Shirts und Longsleeves für 40 Euro zu haben. „Unsere Klamotten sollen persönliche Begleiter fürs Leben sein und auch Schrammen aushalten“, erklären die Rostocker.

Sie selbst tragen die eigene Marke nahezu täglich. „Zu Hause und unterwegs.“ Nicht nur, weil die drei stolz auf ihre Klamotten sind, sondern auch, weil die bequemen Teile ihrer Meinung nach bei nahezu jeder Gelegenheit passen. Zum Auf-der-Couch-Rumlümmeln allein wären die Textilien zu schade, finden die drei.

Markenmode von Kopf bis Fuß

Mit einem Wort macht man die Hyänen wild: Jogger. „Tobe Hose“ sei keine schlabbrige Sportklamotte, sondern als Alltagsbegleiter für alle gedacht, betonen die Designer. „Opas, Teenies, Taxifahrer und Millionäre – bei unseren Kunden ist alles dabei“, sagt Geu.

Zu haben sind die Teile vorerst nur im Netz. Seit Mitte September ist der Shop auf www.tobehose.de online. Zunächst mussten sich „Tobe-Hose“-Fans mit Baumwollbuxen begnügen, inzwischen können sie sich von Kopf bis Fuß einkleiden: Mützen, Shirts und Socken landen per Klick im digitalen Warenkorb. Verschickt werden Bestellungen von Bargeshagen aus, wo Villner und Friedrich inzwischen wohnen.

Noch läuft die Tobekatz GbR nebenher, tagsüber gehen Geu, Vilner und Friedrich anderen Berufen nach. Auf lange Sicht soll die Firma ihnen aber den Lebensunterhalt einspielen. „Das ist unser Traum“, sagt Friedrich. Der könnte sich erfüllen, schließlich wissen Hyänen, wie man sich durchbeißt. Vielleicht auch im Mode-Business.

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