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Rostock Massenentlassungen bei Kaufhof: Was wird aus Rostocks wichtigstem Warenhaus?
Mecklenburg Rostock Massenentlassungen bei Kaufhof: Was wird aus Rostocks wichtigstem Warenhaus?
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08:21 25.07.2019
Das wichtigste Warenhaus Rostocks: Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi sollen bei Galeria Kaufhof bis zu 52 Stellen wegfallen. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

 Was wird aus dem größtem Kaufhaus des Landes? Schlechte Nachrichten aus dem Hause Galeria Kaufhof in Rostock: Nach OZ-Informationen könnte das Unternehmen bis September fast die Hälfte aller Stellen in der Hansestadt streichen. „Wir wissen, dass Galeria Kaufhof in Rostock Massenentlassungen angemeldet hat. Bis zu 52 der 120 Mitarbeiter sollen gehen“, sagt Matthias Baumgart, Landesfachbereichsleiter Handel bei der Gewerkschaft Verdi. Auch die Agentur für Arbeit bestätigt den Stellenabbau, nennt aber keine Zahlen. Die Händler in der Innenstadt und auch das Rostocker Rathaus fürchten nun, dass der Stellenabbau nur der „Anfang vom Ende“ für das Traditionshaus an der Breiten Straße sein könnten. Wie es mit den Karstadt- und Kaufhof-Häusern in Wismar und Neubrandenburg weitergeht – völlig offen.

Konzern schweigt zu Entlassungen

Erst Ende 2018 war die Galeria Kaufhof-Gruppe mit dem Karstadt-Konzern fusioniert. Die beiden größten deutschen Warenhaus-Ketten firmieren nun als „Galeria Kaufhof Karstadt“. Alleiniger Eigentümer ist seit Juni 2019 der österreichische Immobilien-Mogul René Benko. Durch einen radikalen Sparkurs will er die angeschlagenen Marken wieder auf Kurs bringen: „Bundesweit sollen mindestens 4500 Menschen ihre Arbeit verlieren“, sagt Verdi-Fachmann Baumgart. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen in Rostock gehofft, sie würden um Entlassungen herumkommen: Denn die Hansestadt ist kein „Doppel-Standort“ – soll heißen: Es gibt nur ein Warenhaus der Kette an der Warnow. Doch nun setzt die neue Zentrale in Köln auch an der Breiten Straße den Rotstift an. Rostocks Kaufhof-Chef Johannes Hülsmann beantwortet keine Fragen zum Stellenabbau, verweist an die Pressestelle von Karstadt. Doch dort halten es die Verantwortlichen auch nach mehr als zwei Wochen und trotz mehrmaliger Nachfrage – schriftlich und am Telefon – nicht für nötig, überhaupt auf Anfragen zu reagieren.

Sorge um die Rostocker City

Der Schritt des Konzerns sei nicht nachvollziehbar: „Ein Warenhaus wie Galeria Kaufhof – mit einem exquisiten Angebot – braucht qualifiziertes Personal“, sagt Verdi-Handelsexperte Baumgart. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es künftig in Rostock weitergehen soll. Die verbliebenen Kollegen müssen die Arbeit der gekündigten mitmachen. Aber das wird nur schwer machbar sein.“ Aus Sicht Verdis sei es kaum noch möglich, den Geschäftsbetrieb auf dem bestehenden, hohen Niveau aufrechtzuerhalten. Wie es an den beiden weiteren Standorten der Warenhaus-Gruppe – in Wismar und Neubrandenburg – weitergeht, kann Baumgart noch nicht sagen.

Auch beim Citykreis, dem Zusammenschluss der Rostocker Innenstadt-Händler, läuten die Alarmglocken: Die Angst ist groß, dass der Stellenabbau nur der Anfang vom Ende des Warenhauses sein könnte. „Der Online- Handel mit seinem Wachstum und seinen ,Standort-Vorteilen’ – zum Beispiel Öffnungszeit rund um die Uhr – macht auch dem stationären Einzelhandel in Rostock das Leben schwerer“, so Citymanager Peter Magdanz. „Der ganze Kaufhof-Karstadt-Konzern wird umgebaut. Und wir haben alle keine Ahnung, was das am Ende für Rostock bedeutet.“ Ute Holtmann vom EHI Retail Institute in Köln hingegen glaubt, dass sich die Innenstädte gegen das Internet behaupten können: „Sie müssen ihre Stärken ausspielen: Service, Beratung und Erlebnis beim Einkauf“, so die Expertin der Forschungseinrichtung des deutschen Handels.

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Andreas Meyer

Was wird aus Rostocks größtem Kaufhaus? Kunden und Innenstadt-Händler bangen um Galeria Kaufhof. Sie fürchten, dass der Stellenabbau nur der Anfang gewesen sein könnte. Auch die Stadt gerät in die Kritik: Weil sie zu viel Handel auf der „grünen Wiese“ zulässt.

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