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Rostock Mecklenburg global: Das sind alle Städtepartnerschaften unserer Gemeinden
Mecklenburg Rostock Mecklenburg global: Das sind alle Städtepartnerschaften unserer Gemeinden
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19:36 21.10.2019
Dalian, Riga, Antwerpen, Aarhus (v.l.) sind einige der Rostocker Partnerstädte. Quelle: OZ, dpa, Rudolf Christine
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Rostock

Kultureller Austausch, gegenseitiger Besuch, Entwicklungsprojekte und Ausstellungen: Rostock hat weltweit 14 Partnerstädte. Darunter: Bremen, Aarhus, Antwerpen, Riga, Stettin und das chinesische Dalian. Die größten Entfernungen haben Dalian (7683 km) und Raleigh in den USA mit 6909 Kilometer.

Die dichteste und gleichzeitig jüngste Partnerschaft besteht zur Kommune Guldborgsund. Gedser ist Teil des dazugehörigen Gebietes. 81 Kilometer Luftlinie trennen die Hansestadt von der knapp 62 000 Einwohner großen dänischen Gemeinde. Die Verbindung der beiden Städte besteht seit 2014.

Der Austausch wurde vor allem durch Ausflüge von Schulklassen und Kunstprojekten geprägt. In Gedser und Rostock stehen beispielsweise seit 2019 Skulpturen als Symbol der Freundschaft.

Partnerland der Hanse Sail 2019

Mit knapp 700 000 Einwohnern ist Riga nicht nur die größte Stadt im Baltikum. Die Hauptstadt von Lettland ist seit 1961 auch Städtepartner von Rostock. Die lettische Stadt ist bekannt für die besonders schöne Altstadt. 1991 wurde sie zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

In diesem Jahr war Lettland das Partnerland der Hanse Sail. Der Anlass wurde genutzt, um eine gemeinsame Ausstellung zu präsentieren: „Bernsteinsammler“ war vom 9. bis zum 22. August im Rostocker Rathaus zu sehen. Bei der Sail waren außerdem „zwei Bands und eine Delegation aus Riga anwesend“, erzählt Rostocks Stadtsprecherin Kerstin Kanaa.

Hanseatische Verbindung

Eine Besonderheit sei die deutsch-deutsche Verbindung zwischen Rostock und Bremen. Seit dem Sommer 1987 existiert zwischen den Hansestädten eine Partnerschaft. Die Vereinbarung wurde zu Zeiten der DDR getroffen und hat bis heute einen festen Bestand.

„Das historische Band, Hafen-, Handels- und Hansestadt zu sein, hält uns zusammen“, erklärt Bremens Pressereferent Peter Lohmann. Zuletzt war 2018 Bremens Staatsrat Henning Lühr (SPD) zu Besuch an der Ostsee. Der Anlass: 800-jähriges Jubiläum der mecklenburgischen Universitätsstadt. „Für das kommende Jahr ist im Rahmen der Initiative ,Deutschland im Gespräch‘ eine Reise von 60 Bremer Bürgerinnen und Bürgern nach Rostock geplant“, kündigt Lohmann an.

Älteste Partnerschaft

Direkt an der Oder liegt Rostocks älteste Partnerstadt Stettin. Die Verbindung der Städte besteht seit 1957. Nur zehn Kilometer ist die polnische Stadt von der deutschen Grenze entfernt. Der Austausch sei besonders in den Bereichen Kunst und Kultur ausgeprägt. Zur 60-jährigen Partnerschaft der Städte gab es 2017 eine Ausstellung, bei der Maler Alexander Dettmar im Mittelpunkt stand. Seine Ausstellung widmete der Künstler den beiden Ortschaften.

Das nächste 60-jährige Jubiläum sei für dieses Jahr geplant. Am fünften Dezember soll das Bestehen der Partnerschaft zwischen dem finnischen Turku und der Hansestadt gefeiert werden. Anfang des nächsten Jahres soll die Warnemünder Trachtengruppe nach Kroatien. Der Grund: „Unsere Partnerstadt Rijeka ist Kulturhauptstadt Europas 2020“, erzählt Kerstin Kanaa. Die Gruppe soll dann an den Eröffnungsfeierlichkeiten teilnehmen und die Verbundenheit der Städte symbolisieren.

Kontakte über Hilfsverein

Wismars jüngste Städtepartnerschaft wurde erst im April dieses Jahres besiegelt. Und sie wirkt auf den ersten Blick vergleichsweise exotisch. Denn eine Stadt in Albanien zählt nicht zu den Top-Adressen deutscher Kommunen.

Dabei besteht eine Verbindung zu Pogradec am herrlich gelegenen Ohridsee und der umliegenden Bergregion seit vielen Jahren. Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) nennt den Weg zur Partnerschaft als „idealtypisch“, weil sie durch Bürgerkontakte von unten angeschoben worden sei.

Seit vielen Jahren werden in Wismar Weihnachtspäckchen für Kinder in Albanien gepackt und vor Ort verteilt, hier in einer Schule in Holtas im Hinterland der Partnerstadt Pogradec. Quelle: Heiko Hoffmann

Weihnachtsaktion für Kinder

„Anschieber“ war in diesem Fall der Wismarer Frieder Weinhold. Der Vorsitzende des Christlichen Hilfsvereins ist mit der von ihm ins Leben gerufenen Albanienhilfe Wismar seit 26 Jahren in dem südosteuropäischen Land tätig. Aktuell läuft gerade die traditionelle Weihnachtsaktion für albanische Kinder. Abgabeschluss für die Päckchen ist am 11. November.

Frieder Weinhold, Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins Wismar, organisiert seit vielen Jahren Hilfstransporte für Projekte in der albanischen Region um Pogradec. Quelle: Heiko Hoffmann

„Ich denke, wir können auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Städte schauen. Hier ist etwas zum Ziel gekommen, was sich lange angebahnt hat“, sagt Weinhold.

Projekte vor Ort

Im Februar 1992 war der frühere Pastor zum ersten Mal in der ärmlichen Bergregion von Bishnica im Hinterland von Pogradec. Neben der jährlichen Paketaktion zu Weihnachten gab und gibt es Hilfstransporte und mehrere konkrete Projekte vor Ort. So wird im Bergdorf Bishnica ein Internat betrieben. Dies ermöglicht Kindern und Jugendlichen, die sonst kaum eine Chance auf gute Bildung hätten, von der 1. bis zur 9. Klasse zur Schule zu gehen. Weinhold, seit 2013 Ehrenbürger von Pogradec, ist glücklich über die Städtepartnerschaft. Dass er sich trotz des Bürgerkrieges im Jahr 1997 nicht vom Hilfstransport hat abbringen lassen, bringt ihm bis heute Hochachtung ein.

Wismarer Bürgermeister vor Ort

Bürgermeister Thomas Beyer war im letzten Oktober in Albanien, hat sich vor Ort umgesehen und Gespräche mit dem dortigen Bürgermeister geführt. Wismar hat der albanischen Stadt ein ausgemustertes, aber noch brauchbares Feuerwehrfahrzeug überlassen, das dort ein sehr viel älteres Fahrzeug ersetzt hat.

Die Zusammenarbeit der beiden Städte soll sich zum Beispiel auf die Bereiche Kultur, Wirtschaft und Tourismus erstrecken.

Städtepartnerschaften unterhält Wismar außerdem mit Kemi (Finnland), Aalborg (Dänemark), Calais (Frankreich), Lübeck und Kalmar (Schweden).

Brücke nach dem Mauerfall

Alte Freunde sind Bad Doberanund Bad Schwartauin Schleswig-Holstein: Seit 30 Jahren besteht ihre Partnerschaft: Im Dezember 1989 wurde sie begründet. Damit bauten die beiden Bäder quasi direkt nach dem Mauerfall eine Brücke zueinander. Die Städtepartnerschaft sollte dazu beitragen, die deutsche Einigung schnell zu verwirklichen und in den 40 Jahre lang getrennten Regionen gleich gute Lebensverhältnisse für die Menschen zu schaffen.

Suche nach neuen Wegen

Jetzt nimmt Bürgermeister Jochen Arenz die Zukunft in den Blick. „Man kann stolz sein, dass man sich 30 Jahre lang begleitet hat. Aber man muss sich auch mal fragen, ob man das in der Form weiterführt oder ob man neue Wege sucht.“ Eine Partnerschaft, die nur auf politischer Ebene gelebt werde, mache keinen Sinn. Auf gemeinschaftlicher Ebene gelebt werde sie von dem Seniorenbeirat und dem Lehrerchor. Generell sei die Beziehung zur Partnerstadt aber etwas sehr Wertvolles. „Die muss man pflegen.“

Kröpelin pflegt Partnerschaften mit mehreren Städten aus dem In- und Ausland. Die mit Arnage in Frankreich besteht bereits seit 20 Jahren. Quelle: Hoppe Thomas

Europäischen Gedanken vertiefen

Immerhin seit 20 Jahren besteht die Partnerschaft Kröpelins mit der französischen Stadt Arnage. Aus diesem Anlass reiste eine Delegation jüngst dorthin und besichtigte die Stadt. Bei einer Festveranstaltung spielte unter anderem das Harfentrio der Kreismusikschule des Landkreises Rostock. „Es geht bei der Städtepartnerschaft darum, den europäischen Gedanken weiter zu vertiefen und innerhalb der Europäischen Union zusammenzuarbeiten“, sagte Stadtvertreter Manfred Schwarz bei diesem Anlass.

Zu Gast beim Kirchenjubiläum

Eine der Partnerstädte von Kühlungsborn – und mit Sicherheit die am weitesten entfernte – ist Selenogradsk nördlich von Kaliningrad in Russland. Die Fußballvereine beider Städte haben sich im Jahr 2017 gegenseitig besucht, um gegeneinander zu spielen. Auch bei den Feierlichkeiten zum 800. Kirchenjubiläum war jüngst eine Delegation zu Gast, die sich unter anderem an einem Fußballturnier beteiligte.

Gemeinsam einen Baum gepflanzt

Neubukow pflegt unter anderem partnerschaftliche Beziehungen zu Steinfurt im Münsterland. Eine Delegation war im vergangenen Jahr extra zur Bürgermeisterwahl angereist – als Überraschung. Sie kamen auch, um sich den Baum anzuschauen, den beide Städte 2016 gemeinsam im Garten des Bürgerhauses gepflanzt hatten.

Fehlende Aktivitäten

„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg“, sagte einst Henry Ford. Bis zum Beginn haben es viele Städte in Nordwestmecklenburg geschafft, aber nicht alle hielten bis zum Fortschritt und zum Erfolg durch. Schönberg war zum Beispiel lange mit der schwedischen Stadt Färgelanda freundschaftlich verbunden. Allerdings endete die Städtepartnerschaft vor einigen Jahren wegen fehlender Aktivitäten auf beiden Seiten. Dabei war sie zunächst rege mit Leben erfüllt worden. Mehrfach reisten Schönberger – von Schülern und Landwirten über Vertreter der Jugendfeuerwehr, der Jagdhornbläsergruppe und von Sportvereinen bis hin zu Lokalpolitikern – nach Südschweden.

Die Freundschaft zwischen Schönberg und Ratzeburg wird intensiver gelebt. Die besteht seit Oktober 1990 – und das nicht nur auf dem Papier. Die Kirchen haben seit noch längerer Zeit eine enge Beziehung zueinander. Die Zusammenarbeit verläuft bis heute sehr konstruktiv. So tauschen sich beispielsweise Kommunalpolitiker, Feuerwehren und Vereine beider Städte regelmäßig aus.

Schüler auf Projektfahrt

Dassow hat eine fast 17-jährige Beziehung zur lettischen Stadt Grobina. Aus Lettland bekommen die Dassower regelmäßig Besuch. Im Gegenzug fahren Dassower regelmäßig zum Feiern nach Grobina. Auch einen Schüleraustausch gibt es seit Jahren. Mit Projektfahrten pflegen die Jugendlichen die Schul- und Städtepartnerschaft mit der rund 4000 Einwohner zählenden Kommune Grobina.

Grevesmühlen pflegt Verbindungen zu drei Städten und Gemeinden: Laxå in Schweden, Nagymaros in Ungarn und Ahrensbök in Schleswig-Holstein. Zur letztgenannten Gemeinde in Ostholstein bestehen die Beziehungen seit 1990. Ahrensbök hatte der Stadt Grevesmühlen nach dem Mauerfall in vielen Bereichen unter die Arme gegriffen. Bis heute haben sich daraus Beziehungen entwickelt.

Schwabenfest an der Donau

Deutlich weiter reichen die Beziehungen an die ungarische Donau zurück. 1967 reiste der Lehrerchor, der heutige Liederkreis, aus Grevesmühlen das erste Mal nach Nagymaros. 2014 wurde die Partnerschaft dort zwischen den beiden Bürgermeistern vertraglich besiegelt, als eine große Delegation aus Grevesmühlen mit dem Bus zum Schwabenfest anreiste. Die Kommune an der Donau hat auch deutsche Wurzeln. Auf dem Treffen schoben die Grevesmühlener eine Aktion an, die der örtlichen Schule einen neuen Bodenbelag für die Sporthalle einbrachte. Über mehrere Monate hinweg wurde dafür in Nordwestmecklenburg Geld gesammelt. Musikalisch dauern die Beziehungen bis heute an.

Die Städtepartnerschaft zu Laxå besteht seit 2014. Erfahrungsaustausche zum Thema Energie stehen ganz oben. Workshops und gegenseitige Besuche gehören seit Jahren zum festen Programm.

Klütz steht mit Bad Arolsen, einer Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, in gutem Kontakt. Am 26. November 1990 erklärten die beiden Städte „den festen Willen, enge partnerschaftliche Beziehungen auf breiter Basis einzugehen, zu pflegen und auszubauen“.

Hilfe für bedürftige Kinder

Seit über 15 Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Sanitz bei Rostock und dem polnischen Swidwin in Westpommern. Zur Weihnachtszeit gehen beispielsweise etwa 50 Päckchen aus Mecklenburg-Vorpommern an bedürftige Kinder im polnischen Ort. Zur Freude der Kleinen gibt es dann: Süßigkeiten, Bastelsachen und Kleidung.

Gegenseitige Besuche

Der Austausch sei jährlich und mit gegenseitigen Besuchen verbunden. „Wir bekommen komplett neue Lösungsansätze für Probleme“, erzählt Daniel Schenke aus dem Sanitzer Rathaus. Es sei immer toll, andere Lebensweisen zu sehen.

Das Rathaus in Sanitz Quelle: Jens-Uwe Berndt

Im September 2019 bekamen die Mecklenburger Besuch aus Polen. Das Programm: Sightseeing und Anschauen der örtlichen Feuerwehr. Einige der Gäste seien selbst Feuerwehrmänner. Sie wollten sehen, wie ihre Kollegen arbeiten. Der Kreis Swidwin hat etwa 15 000 Einwohner. Die beiden Partnergemeinden trennen rund 225 Kilometer.

Von Dimitri Paul, Heiko Hoffmann, Cora Meyer und Jana Franke

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