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Rostock Mehrgenerationenspielplatz: Rostocks Senioren wünschen sich mehr Hilfe
Mecklenburg Rostock Mehrgenerationenspielplatz: Rostocks Senioren wünschen sich mehr Hilfe
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19:12 21.05.2019
Erika Drecoll (82) versucht, an einem der Geräte auf einem Bein zu stehen. Trainer Sven Thormann (l.) und Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) helfen ihr. Irmtraud Thomsen und Jens Schulz im Hintergrund schauen zu. Quelle: André Horn
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Südstadt

Seit neun Monaten gibt es nun schon den Mehrgenerationenspielplatz im Kringelgrabenpark in der Rostocker Südstadt. Doch während die Kinder hier seitdem fleißig toben, fühlen sich die Senioren noch nicht so richtig wohl. „Der Spielplatz ist an sich eine tolle Sache. Aber die Geräte sind nicht unbedingt seniorengerecht“, sagt Erika Drecoll, Vorsitzende des Seniorenbeirates der Hansestadt.

Der Mehrgenerationenspielplatz in der Südstadt ist einer der ersten seiner Art in Rostock. „Das ist eine spannende und neue Geschichte“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Er hebt die Vielfältigkeit der Geräte hervor: „Hier kann jeder selbst etwas machen und mit seinem eigenen Körpergewicht arbeiten.“ Auch gebe es verschiedene Schweregrade.

Wunsch nach regelmäßigen Training

Um den Senioren nun zu zeigen, wie sie die Geräte richtig nutzen, luden Bockhahn und der Ortsbeirat der Südstadt am Dienstag zu einem kostenlosen Training ein. Der frühere Handball-Spieler Sven Thormann erklärte die Übungen. An einem Gerät müssen die Senioren zum Beispiel auf wackligem Untergrund auf einem Bein stehen und das Körpergewicht halten. „Das ist wichtig für die Standsicherheit“, sagt Bockhahn. Jens Schulz (72) hat das bereits perfekt drauf. „Ich trainiere das jeden Tag“, sagt der Rentner. Auch Erika Drecoll meistert die Übung ganz ordentlich.

„Hätte uns schon bei der Eröffnung jemand die Stationen erklärt, hätte es wohl nicht so viel Kritik gegeben“, sagt Irmtraud Thomsen vom Seniorenbeirat. Sie wünscht sich ein regelmäßiges Training mit Übungsleitern. „Wir brauchen jemanden, der sagt: ,Das machen Sie richtig oder das können Sie noch machen.“ Thomsen kann sich so ein Training einmal in zwei Monaten vorstellen. „Von Frühjahr bis Herbst.“ Bockhahn regt an, die Übungseinheiten über den Ortsbeirat zu organisieren. Schließlich verfüge das Gremium inzwischen über ein eigenes Budget.

Piktogramme zeigen nur junge Männer

Doch auch die Beschreibung der Übungen an den Geräten muss aus Sicht der Senioren überarbeitet werden. „Da sind auf den Piktogrammen lauter junge, knackige Männer zu sehen“, sagt Drecoll. Und das schüchtere die Senioren ein. „Wir trauen uns dadurch gar nicht an die Geräte.“ Ein Tisch als Ablage für Getränke wäre ebenfalls hilfreich. Noch wichtiger aber sei eine Rundbank am Baum. „Senioren brauchen ein schattiges Plätzchen. Gerade im Sommer“, betont Thomsen.

André Horn

Für den Klimaschutz wird am Freitag, 24. Mai, erneut in Rostock demonstriert. Etwa 1800 Teilnehmer werden erwartet. Treff ist um 12 Uhr am Kröpeliner Tor.

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