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Rostock Attacke auf Baby in Rostock: Das Protokoll der Notrufe
Mecklenburg Rostock Attacke auf Baby in Rostock: Das Protokoll der Notrufe
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17:49 23.07.2019
Fassungslos stehen Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner vor dem Plattenbau im Rostocker Stadtteil Dierkow: Hier stach ein 40-Jähriger auf ein Baby ein. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Hat die Polizei bei einem Familiendrama in Rostock zu spät reagiert? Diese Frage beschäftigt die Hansestadt. Hintergrund: In der Nacht zum Sonnabend hatte im Stadtteil Dierkow ein 40 Jahre alter Mann auf ein drei Monates altes Mädchen eingestochen und das Baby mit dem Kopf auf den Boden geschlagen.

Anschließend stürzte der Täter aus dem fünften Obergeschoss in den Tod. Schon mehr als eine halbe Stunde zuvor war der erste Notruf bei der Polizei eingegangen. Aus den Mitschnitten der Notruf geht nun hervor, dass für die Beamten zu dieser Zeit aber überhaupt nicht ersichtlich war, dass die Lage derart eskalierte könnte.

In Rostock hat ein Mann in der Nacht zu Sonntag einem Baby schlimmste Verletzungen mit einem Messer zugefügt. Der Säugling musste notoperiert werden.

Notruf vom späteren Täter selbst

„Exakt um 23.50 Uhr ging der erste Notruf zu dem Fall in der Leitstelle ein – vom späteren Täter selbst“, bestätigt Yvonne Hanske, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock, Aussagen der Staatsanwaltschaft vom Montag. In den Mitschnitten des Anrufs ist der Mann nur schwer zu verstehen, er scheint zu lallen. Er spricht davon, dass Menschen vor der Wohnungstür stehen würden und dass die Polizei komme solle.

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Die Beamten nehmen die Adresse auf. „Wir schicken einen Wagen vorbei“, sagt der Polizist. Nichts deutet aber eine akute Gefahr, deshalb rücken die Beamten auch ohne besondere Eile und Blaulicht an. So stellt es jedenfalls Sprecherin Hanske dar. Anrufe wie diese gehen täglich in der Notruf-Zentrale ein.

„Aus Notrufen war die Eskalation nicht vorhersehbar“

Genau zehn Minuten später ruft dann die 18 Jahre alte Stieftochter des Mannes, die Mutter des schwer misshandelten Babys, ebenfalls den Notruf an. Auch bei diesem Telefonat ist von Panik nichts zu hören: Auch sie spricht von „Männern auf dem Flur“ (die sie aber selbst nicht gesehen habe) und dass sie gerade noch geschlafen habe. Kein Wort davon, dass der 40-Jährige sie, ihren Halbbruder (9) oder ihr Baby bedrohe.

Um 0.18 Uhr – 28 Minuten nach dem ersten Notruf – trifft die Streife in Dierkow ein. In den 18 Minuten zwischen dem zweiten Notruf und dem Eintreffen der Beamten muss die Lage eskaliert sein. Erst jetzt nimmt das Drama seinen Lauf. „Aus den Notrufen aber war das für uns nicht vorhersehbar“, so Hanske.

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