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Rostock Mieten in Rostock steigen wie noch nie
Mecklenburg Rostock Mieten in Rostock steigen wie noch nie
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16:05 27.12.2018
Die Rostocker müssen immer mehr Geld in ihre eigenen vier Wände „stecken“: Die Mieten steigen weiter. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

In der Hansestadt eine Wohnung zu finden – das wird schon seit Jahren immer schwerer. Und wer dann endlich ein Zuhause gefunden hat, muss dafür auch noch immer mehr zahlen: Die Mieten in der Hansestadt steigen weiter. 2019 wird die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in Rostock bei mehr als sechs Euro liegen – bei 6,12 Euro, um genau zu sein. Das geht aus dem neuen Mietspiegel hervor. „Der einzige Weg, den Preisanstieg zu stoppen, sind neue Wohnungen. Aber mit dem Bauen kommen wir leider nicht so schnell voran wie erhofft“, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne).

Überall wird es teurer

Der Arbeitskreis „Mietspiegel“, dem neben der Stadtverwaltung und der stadteigenen Wohnungsgesellschaft Wiro auch Genossenschaften, private Vermieter sowie Immobilien- und Mieterverbände angehören, hat für das neue Standardwerk zu den Wohnungspreisen fast 48 000 Daten auswerten lassen. Ergebnis: Überall in Rostock wird das Wohnen teurer – nicht nur in den sogenannten besonderen Wohnlagen wie der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, Warnemünde oder der Stadtmitte. „Früher Stieg die Durchschnittsmiete innerhalb von zwei Jahren um wenige Cent“, sagt Senator Matthäus. „Nun sind aber gleich 23 Cent seit 2017. Das ist die höchste Steigerung, die es bisher in Rostock gab.“

Das Miet-Plus fällt wie erwartet sehr unterschiedlich aus: Eine Wohnung mit bis zu 60 Quadratmetern in „konventioneller Bauweise“ und errichtet zu DDR-Zeiten – also eine „typische“ Plattenbau-Wohnung in Rostock – ist laut des Mietspiegels „nur“ 20 Cent pro Quadratmeter teurer als noch 2017. Wer allerdings die gleiche Größe in einem Neubau (maximal zehn Jahre alt) mieten möchte, muss – ebenfalls pro Quadratmeter – stolze 2,28 Euro mehr hinlegen als noch vor 24 Monaten. Auffällig: Vor allem größere Wohnungen – mit 60 bis 75 Quadratmetern – werden teurer. „Diese Steigerung trifft dann vor allem Familien mit Kindern“, so Matthäus. Die höchsten Mieten sind übrigens in Neubauten in der KTV, in Warnemünde oder der Innenstadt fällig: Der Durchschnittswert liegt dort bei 10,43 Euro je Quadratmeter und Monat.

Knappheit treibt den Preis

Hauptursache für den Anstieg aus Sicht des Bausenators: „Der Wohnungsmarkt ist weiterhin extrem angespannt, die normalen Mechanismen funktionieren in Rostock nicht mehr“, so Matthäus. Die Leerstandsquote liege bei allen großen Vermietern bei nur rund einem Prozent: „Normal wären drei Prozent. Die brauchen wir auch, um kurzfristig Menschen Wohnungen bieten zu können. Aber in Rostock läuft es mittlerweile so, dass Wohnungen binnen Tagen neu vermietet sind. Die Menschen haben keine Auswahl mehr. Sie müssen nehmen, was sie kriegen – egal, zu welchem Preis und in welcher Lage.“

Bis zu 3000 zusätzliche Einwohner pro Jahr zähle Rostock derzeit. „Wir wachsen. Das verschärft die Lage weiter.“ Matthäus sieht nur in Neubauten einen Weg, die Preisspirale nach oben zu durchbrechen: „Aber Planen und Bauen sind leider ein langwieriger, schwieriger Prozess.“ Rostock wolle mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen – das koste Zeit. „Und selbst wenn alle Genehmigungen vorliegen, liegen Projekte oft noch monatelang auf Eis – weil die Bauherren keine Firmen finden, die für sie bauen oder nur zu enorm hohen Preisen. Auch die Baubranche ist komplett ausgelastet.“ Sein Fazit: „Wir kommen leider kaum voran beim Thema Neubauten und Mietpreise.“

Mietpreisebremse wirkt noch nicht

Ein Instrument, was helfen könnte, ist die vom Landtag beschlossene Mietpreisbremse für Rostock. Die gilt seitdem 1. Oktober. Vermieter dürfen seitdem die Mieten für „Bestandskunden“ um maximal 15 Prozent erhöhen. Bei einer Neuvermietung darf der Eigentümer maximal zehn Prozent mehr verlangen als die „ortsübliche Vergleichsmiete“. „Die ,Mietspiegel’ kann den Bürger helfen, sich gegen überzogene Steigerungen und Mietforderungen zu wehren“, sagt Matthäus.

Andreas Meyer

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