Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock So endete die 82. Warnemünder Woche
Mecklenburg Rostock So endete die 82. Warnemünder Woche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:04 14.07.2019
Beim Shantychortreffen auf der 82. Warnemünder Woche sangen am Ende alle sieben Chöre gemeinsam „Warnemünde, Warnemünde“, „Wir lagen vor Madagaskar“, „Sierra Madre del Sur“ und „Goodbye my Lover, goodbye“. Quelle: Ove Arscholl
Anzeige
Warnemünde

Die 82. Warnemünder Woche ist vorüber. Das maritime Fest um die Segelregatten, die Strandsport-Arena und die Sommerfeier haben viele Besucher in das Seebad gezogen. Während zu Beginn noch raue Bedingungen herrschten, sorgten am vergangenen Wochenende Wetter, Drachenboote und Shantys für volle Straßen rund um Alten Strom und Leuchtturm. Und bereits jetzt wird eifrig an der nächsten Auflage gearbeitet.

„Wir haben ja zwischenzeitlich mit 500 000 Besuchern kalkuliert. Aber nun gehe ich von deutlich mehr aus“, sagt Ingeborg Rosenthal, Büroleiterin des Warnemünde Vereins am Rande der Leuchtturmbühne. Zwar habe man nicht die Rekordmarke aus dem Jahr 2013 geknackt, aber es seien wohl bis zu 650 000 Menschen, die an den vergangenen zehn Tagen das Fest besuchten. Das bestätigt auch Nikolas Wöckner, verantwortlich für die Pressearbeit auf der Warnemünder Woche: „Letztes Jahr waren es über 700 000, aber da war das Wetter auch deutlich stabiler.“

Perfekte Bedingungen für Segler

Denn der starke Wind zu Beginn der Warnemünder Woche verhinderte die Starts einiger Segelwettkämpfe und sorgte dafür, dass wohl der ein oder andere Besucher zu Hause blieb. Auch die Sports-Beach-Arena hatte anfänglich mit der „Ostseebrise“ zu kämpfen. Denn der Wind veränderte ständig die Bodenbeschaffenheit am Strand. Das Gerüst der Zuschauertribüne musste permanent überprüft und nachjustiert werden.

Lesen Sie auch: 82. Warnemünder Woche startet wechselhaft

Das sorgte für die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn von Andreas Angerstein. Er verantwortet erstmals den Bereich rund um die Strandarena. „Es gab immer wieder neue Herausforderungen.“ So habe der Sand einmal zum Ausfall der Toilettenpumpe und sogar des Stromes geführt. Doch trotz der kurzfristigen Hindernisse freut sich der zweifache Familienvater über die neue Verantwortung. „Ich hatte den schönsten Arbeitsplatz auf der Warnemünder Woche. Es war gigantisch, die hunderten Segelschiffe auf der Ostsee zu sehen.“

Gesichter, Trachten und Sport: Impressionen vom Fest rund um Alten Strom und Leuchtturm

42 Teams beim Wikingerschach

Das zweite Wochenende bot perfekte Bedingungen für Besucher: Sonne und lauer Wind bei Temperaturen bis 25 Grad Celsius am Samstag und zumindest trockene Verhältnisse am Sonntag. Das freute vor allem Klaus Riedel, der Freitag und Samstag in der Strandarena ein Kubb (Wikingerschach)-Turnier veranstaltet hat. „Wir machen das nun zum sechsten Mal. In der Vergangenheit hat es auch schon mal ordentlich geregnet. Dieses Mal haben wir aber wirklich großes Wetterglück.“ Zum Turnier traten 42 Teams mit Spielern aus ganz Deutschland und der Schweiz an. „Das ist Rekord“, sagt Riedel. Sieger war das Team „Teutonen“, mit Spielern aus Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Von der Bühne am Leuchtturm gab es am Samstag Shantys zu hören. Sieben Chöre, darunter die Rostocker Vertreter „De Klaashahns“ und „Luv und Lee“, traten nacheinander auf und boten über den ganzen Tag ein abwechslungsreiches Potpourri an Seemannsliedern. Höhepunkt war das gemeinsame Abschlusssingen der Chöre. 210 Sänger präsentierten sich dafür gleichzeitig dem begeisterten Publikum am Teepot.

Trommel- und Ruderschläge

Am Alten Strom waren es Trommelschläge, die viele Schaulustige auf und um die Brücke zogen. Die Klänge kamen von den Drachenbooten, auf denen die jeweiligen Trommler mit Schlägen den Rhythmus für ihre 20 Ruderer vorgaben. 33 Teams, unter anderem aus Dresden, Berlin oder Schwerin, traten hier nämlich zum 23. Warnemünder Drachenbootfestival an. „Wir bilden hier den Gegenpol zu den Strandveranstaltungen“, sagt Tom Reiser, Vorstandsmitglied beim SV Breitling und Organisator des Festivals.

Lesen Sie auch: Warnemünder Woche: Warum sie dieses Mal auch im Ausland begeistert

Nach Vor-, Haupt- und K.o.-Runden waren die Siegerteams der 280-Meter-Strecke ermittelt. In der stärksten Leistungsklasse A siegten die Rostocker Seebären, in Klasse B die SOS-Paddler des Klinikums Neubrandenburg und in Klasse C das Team vom LT-Sportclub. Parallel zu den 100-Meter-Sprints am Sonntag fand rund um den Leuchtturm das 19. Trachtentreffen statt. 11 Gruppen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern präsentierten ihre klassischen Gewänder und einstudierten Tänze, bevor sich die diesjährige Warnemünder Woche dem Ende neigte.

„Nach der Party ist vor der Party“

Während bis Montag 16 Uhr Buden und Stände verschwunden und der Warnemünder Normalzustand wiederhergestellt sein muss, wird die Sportarena noch bis Ende August stehen bleiben. Nach und nach wird sie sogar wachsen und um weitere Tribünen ergänzt. „Hier werden noch der DLRG-Cup, das Beach-Volleyball-Turnier, und der Crossfit-Wettbewerb ‚Battle the Beach‘ stattfinden“, sagt Andreas Angerstein. Den krönenden Abschluss des Warnemünder Sportsommers wird dann die DFB-Beachsoccer-Meisterschaft am 24. und 25. August markieren.

Da wird die 82. Warnemünder Woche zwar längst vorüber sein, aber an der 83. Auflage wird bereits jetzt wieder eifrig gefeilt. „Nach der Party ist vor der Party“, sagt Jörg Bludau von der Kongreß- und Veranstaltungs GmbH (KVS). Man könne sich darauf verlassen, dass Traditionen wie der Niege Ümgang oder das Shanty-Treffen bewahrt werden. Darüber hinaus arbeitet Ingeborg Regenthal mit dem Warnemünde-Verein bereits an einer neuen Attraktion. „Wir haben ja schon die Shantys und das große Trachtentreffen. Aber vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein weiteres Highlight“, sagt Regenthal. Wie, was und wo, werde man dann früh genug erfahren.

Lesen Sie mehr auf OSTSEE-ZEITUNG.de:

Moritz Naumann

Die Ostseestädter haben Heimvorteil am ersten Spieltag. Das ergab der Spielplan, den Deutsche Volleyball-Verband jüngst veröffentlicht hat. In der Vorbereitung wollen die Warnemünder in der Rostocker Stadthalle gegen einen Erstligisten spielen.

14.07.2019

Wussten Sie, dass es heute weniger Autos in Rostock gibt als noch vor einigen Jahren? Dass die Ehen in der Hansestadt statistisch gesehen immer länger halten? Oder dass es mehr Ärzte denn je gibt an der Warnow? So hat sich Rostock entwickelt – ein Rückblick aus Statistik-Sicht.

14.07.2019

Einige der Wettkampfteilnehmer sind auf militärischem Sperrgebiet untergebracht – und finden’s richtig gut. Auf dem Marinestützpunkt in Hohe Düne schätzen sie vor allem die Ruhe abseits der Partymeile. Und auch der Vermesser, quasi der Tüv für die Segler, hat sich dort einquartiert.

13.07.2019