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Rostock Mittelmole: Entwürfe spalten das Publikum
Mecklenburg Rostock Mittelmole: Entwürfe spalten das Publikum
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18:40 14.11.2018
Bebauung Mittelmole: Die Wiro hat für das Filetstück in Warnemünde den Einwohnern neue Entwürfe präsentiert. Quelle: Wiro
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Rostock

Volles Haus im Ortsbeirat Warnemünde: Rund 250 Einwohner haben mit Spannung und Skepsis die Pläne des kommunalen Wohnungsunternehmen Wiro zur Bebauung der Mittelmole erwartet. Sie reagierten gespalten auf die neuen Entwürfe.

Nicht alle hatten Platz im Saal, viele standen im Eingang. Einige versuchten, von außen durch die Fenster zu gucken, um das Geschehen zu verfolgen. „Wir hatten uns bemüht, einen größeren Raum zu bekommen“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU). Das sei nicht gelungen, doch verschieben wollte man die Vorstellung der Pläne nicht. „Feuer frei zum Tagesordnungspunkt Mittelmole.“

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Rita Sauerbaum hat einen Stehplatz am Rand ergattert. „Ich denke, ich werde gegen die Pläne sein“, sagt sie schon vorher. Sie ist sich sicher, dass nichts übernommen wurde, was sich die Teilnehmer eines Workshops vor drei Jahren gewünscht haben. „Letztendlich wird eh präsentiert, was hinter geschlossenen Türen passiert.“

Zwar sei der Ortsbeirat tatsächlich vorab informiert worden, doch ein Gemauschel hinter verschlossenen Türen streitet Prechtel klar ab. Es sei nur ein erstes „Vorfühlen“ gewesen. „Uns wurden die Pläne vorgelegt, um uns zu fragen, ob man sich die Mittelmole so vorstellen könnte.“ Man wolle einfach versuchen, den scheinbar jahrelangen Stillstand des Projekts zu beenden.

Doch schon beim ersten Blick auf die Entwürfe beginnt Gemurmel im Saal. „Frechheit“, „völlig bescheuert“, „Wie kann man da klatschen?“, tönt es aus verschiedenen Ecken. Andere murmeln zustimmend. „Das passt ja überhaupt nicht“, sagt jedoch Henry Krause. Er wünsche sich Giebel und normale Fenster. „Die Mittelmole könnte ein richtiges Filetstück werden“, betont er. „Jeder hat eine andere Ansicht. Nicht jeder wird sich hier wiederfinden“, reagiert Christian Jentzsch von der Wiro gelassen. Doch er betont: „Auf den Entwürfen sind momentan nur Platzhalter abgebildet.“ Diese hätten keine Aussage darüber, wie die Bauten auf der Mittelmole einmal aussehen werden. Bevor darüber geredet wird, müsse zunächst Baurecht geschaffen werden.

Der Neubau ist in zwei Quartiere unterteilt. Das sogenannte „Stromquartier“ auf der Mittelmole und das „Quintett“ an der Spitze am Wiro-Hochhaus. Von dem 2014 von der Bürgerschaft aufgestelltem Zehn-Punkte-Plan seien mit den aktuellen Ideen sieben erfüllt. Doch momentan gehe es nur um einen Punkt: das Bauvolumen. Und das habe sich seit den Plänen von 2015 deutlich reduziert. Nun habe das höchste Gebäude maximal 22 Meter. Etwa 200 000 Quadratmeter Wohnraum habe man so reduziert. Doch, um das einigermaßen aufzufangen, soll es nun im „Stromquartier“ auch fünfgeschossige Häuser geben. „Man wird das Wohnungsproblem nicht auf der Mittelmole lösen. Aber es gibt in Warnemünde so gut wie keine Möglichkeiten mehr, Wohnraum zu entwickeln“, sagt Jentzsch. „Ja, Eigentumswohnungen. Wer kann sich das leisten?“, folgt sofort ein Zwischenruf. Er entgegnet ruhig, dass es weder Eigentums- noch Ferienwohnungen geben wird, sondern allein Mietwohnungen.

Gerade die fehlende Beteiligung der Bürger werfen die Einwohner dem Wohnungsunternehmen vor. Eine Bürgerbeteiligung kann es noch geben, kündigt Jentzsch an. „Wir bringen gern unsere Kompetenzen ein“, erklärt er. Dann soll auch erst über das Aussehen der Gebäude beraten werden.

„Ich freue mich, dass wir uns auf den Weg in Richtung Bürgerschaftsbeschluss gemacht haben“, lobt Helge Bothur (Linke). Doch er sagt im gleichen Atemzug; „Es ist aber nur ein erster Schritt und darf nicht der letzte sein.“ Er wünscht sich, dass demnächst noch eine größere Veranstaltung zu dem Thema stattfindet und dass die Wiro bis dahin zumindest ausrechnet, wie es wäre, wenn man im „Stromquartier“ höchstens viergeschossig baut. „Die Wiro ist kein Feind, sondern ein Partner.“

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Johanna Hegermann

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