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Rostock Morddrohungen gegen Sozialsenator Bockhahn
Mecklenburg Rostock Morddrohungen gegen Sozialsenator Bockhahn
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06:27 24.07.2015
Steffen Bockhahn (Linke) fordert mehr Hilfe für die Aufnahme und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
Steffen Bockhahn (Linke) fordert mehr Hilfe für die Aufnahme und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) erhält Gewaltandrohungen aus dem rechtsextremen Spektrum, darunter indirekte Morddrohungen. Anlass der Hasskampagne ist Bockhahns Idee, die 900 Millionen Euro pro Jahr, die für das Betreuungsgeld vorgesehen waren, in die Flüchtlingshilfe zu stecken.

Das Bundesverfassungsgericht hatte das Betreuungsgeld als mit dem Grundgesetz unvereinbar gekippt. Die Mittel könnten nun jedoch den Kommunen zugute kommen, damit sich diese besser um die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge kümmern können, schlägt Bockhahn vor. 

In sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook ist daraufhin eine Hetzjagd gegen den früheren Bundestagsabgeordneten ausgebrochen. User kommentieren: Bockhahn solle nach Syrien fahren und sich den Kopf abschlagen lassen. So einer wie er gehöre an die Mauer gestellt und erschossen. Oder: Leute wie er sollten in der Gaskammer umgebracht werden. „Einige wünschen mir den Tod an den Hals“, sagt Bockhahn.

Es sei nicht das erste Mal, dass sich Rassisten und Rechtsradikale auf diese Weise zu seiner Person und seinen Vorstellungen äußern. Doch was ihn besonders erschrecke, sei der Verlust an Menschlichkeit in den Kommentaren zum Flüchtlingsthema. „Wir sprechen hier über Minderjährige, die ihre Eltern verloren und Schreckliches erlebt haben. Ihnen wollen wir helfen“, betont der Senator.

Die oftmals verängstigten und traumatisierten Kinder haben häufig eine monatelange Flucht aus ihren Heimatländern wie Syrien, Afghanistan, Kongo oder Somalia hinter sich.



André Wornowski