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Rostock Müll und Vandalismus: Hilferuf vom Rostocker Stadthafen
Mecklenburg Rostock Müll und Vandalismus: Hilferuf vom Rostocker Stadthafen
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20:03 07.08.2019
Hafenmeister Robert Lindenbeck ist sauer: Immer wieder klauen Unbekannte Rettungsringe am Stadthafen. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

 Fehlende Rettungsringe, Mülltonnen, die im Wasser treiben, und beschädigte Schiffe – Ein Bild, das im Rostocker Stadthafen längst keine Seltenheit mehr ist. Immer wieder machen sich Unbekannte an den Rettungsmitteln zu schaffen und verursachen dabei erhebliche Schäden. Trotz der regelmäßigen Patrouillen des Hafenvogtes bleibt die Situation an der Kaikante angespannt. Im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG berichtet Hafenmeister Robert Lindenbeck, wo die Schwierigkeiten liegen und wieso ihm die Hanse Sail Sorgen bereitet.

Der ewige Kampf um den Müll

„Was hier an manchen Tagen los ist, ist unbeschreiblich“, meint Lindenbeck und blickt aus dem Fenster. Von seinem Büro aus hat er eine gute Sicht über den Stadthafen. Je besser das Wetter ist, desto voller wird es hier. Zahlreiche überwiegend junge Menschen versammeln sich an lauen Sommerabenden, um den Tag ausklingen zu lassen. „Was an sich schön ist, wenn der Platz am nächsten Tag nicht einem Schlachtfeld gleichen würde.“ Müll werde achtlos in die Gegend oder ins Wasser geworfen. Dabei habe die Stadt deutlich aufgerüstet und acht große Abfallcontainer in unmittelbarer Nähe aufgestellt.

Nach nächtlichen Partys: Müll liegt am Stadthafen verteilt und landet im Wasser. Quelle: Robert Lindenbeck

Gestohlene Rettungsmittel

„Und das ist noch längst nicht alles“, hebt der Hafenmeister hervor. Besonders beliebt seien Rettungsringe und Feuerlöscher unter den feiernden Hafengästen. „Rettungsmittel sind kein Spielzeug. Sie sind da, um im Notfall Menschenleben zu retten“, betont Lindenbeck. Doch allzu oft seien die Boxen leer. „Teilweise werden die Kästen samt Gründungspfahl herausgerissen“, teilt er erstaunt mit. Die Verankerung aus dem Boden zu ziehen sei mit einem ungemeinen Aufwand verbunden. „Da bleibt nur die Hoffnung, dass mittlerweile alle einen Rettungsring im Garten zu stehen haben und uns die restlichen erhalten bleiben“, sagt Lindenbeck zynisch. Die Anschaffung neuer Utensilien würde die Stadt regelmäßig viel Geld kosten.

Vandalismus an angelegten Booten

Unter den Leidtragenden der teilweise ausufernden Hafenpartys seien immer öfter auch Bootsinhaber. Mehrfach hätten Unbekannte anliegende Wasserfahrzeuge mit Glasflaschen beworfen, Schiffsleinen gelöst und seien eingebrochen. „Von einer Besatzung habe ich einmal die Meldung bekommen, dass sie nachts von einer Gruppe Jugendlicher überrascht wurde, die sich heimlich an Bord schlich, um Graffitis zu sprühen“, berichtet der Hafenmeister. Es sei zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen, woraufhin die Unruhestifter schließlich abgehauen seien.

Für den Eisbrecher Stephan Jantzen mussten unter anderem in der Vergangenheit spezielle Leinen besorgt werden. „Die Knoten wurden öfters gelöst. Das hätte unter Umständen gefährlich enden können“, betont Lindenbeck. „Es sind oftmals einige wenige Personen, die solch ein Chaos im Schutz der Dunkelheit veranstalten.“ Das eigene Dienstboot habe die Hafenbehörde bereits weggeschafft. Immer wieder sei es Randalierern zum Opfer gefallen.

Graffiti und zerschellte Glasflaschen sind mittlerweile kein seltener Anblick im Stadthafen. Quelle: Robert Lindenbeck

Sauberer und sicherer dank Hafenvogt

Auf die zahlreichen Probleme habe die Stadt vor einigen Jahren mit der Einstellung eines Hafenvogtes reagiert. „Das hatte eine große Verbesserung der Situation zur Folge. Früher war hier noch deutlich mehr los“, wie Lindenbeck bestätigt. So gehören unter anderem die illegalen Autorennen der Vergangenheit an. Bleiben die Schwierigkeiten mit dem Müll und dem Vandalismus: „Der Hafenvogt kann nicht überall gleichzeitig sein“, meint der Hafenmeister. Rund vier Kilometer lang ist sein Einsatzgebiet im Stadthafen. Zwischen der ehemaligen Neptunwerft und der Holzhalbinsel ist er täglich unterwegs – nimmt Personalien auf und erteilt Platzverweise, wenn nötig. „Sobald er einmal ein paar Tage freihat, bricht hier wieder das Chaos aus“, meint Lindenbeck. Unterstützung für ihn wäre wünschenswert.

Hanse Sail bereitet Sorgen

Sorgen bereite dem Hafenmeister vor allem die Hanse Sail. Aus Erfahrung kann er sagen, dass dann wieder Ausnahmezustand an der Kaikante herrschen wird und sich die Probleme häufen werden. „Mit steigendem Alkoholpegel sinken bei einigen Mitbürgern auch die Hemmungen und sie kommen auf blöde Ideen“, so Lindenbeck. Er hofft auf Rücksichtnahme vonseiten der Sail-Besucher – auch der Umwelt gegenüber.

Von Susanne Gidzinski

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