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Rostock Museumschefin holt an Bord den Staubwedel raus
Mecklenburg Rostock Museumschefin holt an Bord den Staubwedel raus
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10:12 26.05.2017
Der Besuch an Bord muss wieder zu einem Erlebnis werden.Michaela Selling Kulturamtsleiterin
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Schmarl

Altbacken, verstaubt und nicht mehr zeitgemäß – so charakterisiert Kathrin Möller den Zustand des Rostocker Schifffahrts- und Schiffbaumuseums. Jetzt stellte Möller, seit September die Chefin an Bord, ihr Konzept für eine Modernisierung vor – unabhängig vom Standort des Traditionsschiffs.

Kathrin Möller stellt Ideen für das Traditionsschiff vor – unabhängig vom Standort

Im September stimmen die Rostocker ab, wo die „Dresden“ liegen soll – am Iga-Park in Schmarl oder im Stadthafen. „Ich fürchte die emotionale Debatte um den Standort lässt die Verantwortung für das Museum runterfallen.“ Dem möchte sie entgegenwirken. „Auf dem Schiff muss viel passieren.“

Drei wesentliche Bausteine sieht Kathrin Möller. Da wäre zum einem die 800 Quadratmeter große Ausstellung in der Stauung, also im unteren Bereich des Schiffs. „Die stammt noch aus den 80er Jahren und muss dringend verändert werden“, sagt sie. In diesem Bereich werden zukünftig die Schwerpunkte im Schiffbau und der Schifffahrt zur Hansezeit sowie im 19. und 20. Jahrhundert modern präsentiert, so der Plan.

Ein weiterer Schritt im Konzept ist eine Generalinventur aller Objekte, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Dabei steht auch die Digitalisierung von 25000 Fotos im Programm – um sie attraktiv zu präsentieren. Relativ kurzfristig könnte eine App entwickelt werden, so dass die Besucher mit ihren Handy das Schiff erleben können. „Da können sie Seeleute treffen, die ihnen alles über das Schiff erzählen.“

Zustimmung bekommt Museumschefin Möller von Kulturamtsleiterin Michaela Selling. „Das Traditionsschiff ist unser attraktivstes Objekt“, aber: „Die alte Ausstellung ist verstaubt und nicht mehr zeitgemäß.“ Der Besuch an Bord müsse wieder zu einem Erlebnis werden, wünscht sich Michaela Selling – auch durch interaktive Angebote. Wieso lässt sich aus der Kommandobrücke nicht ein Schiffssimulator machen, der den Besucher das maritime Erlebnis vermittelt. Eine andere Idee: Durch Geräusche und hohe Temperaturen könnten die Besucher die Arbeitsbedingungen im Maschinenraum nachempfinden. Präsentationen zur Kreuzfahrt oder von maritimen Unternehmen an Bord kann Selling sich genauso vorstellen.

Verbesserte gastronomische Angebote seien ebenso wichtig wie ein zusätzliches Gebäude an Land, um mehr Exponate zeigen zu können. Allein um die Ausstellung in der Stauung zu gestalten rechnet Kathrin Möller mit Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro. Wie viel Geld für die Umsetzung des gesamten Konzepts nötig wird, lasse sich noch nicht beziffern, so Michaela Selling. Eines ist für sie aber klar:

„Wir brauchen an Bord mehr Personal.“ Da kommt dann die Iga GmbH ins Spiel, der das Traditionsschiff zugeordnet ist. „Akut gib es keinen Personalmangel, aber darum werden wir uns kümmern müssen“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende Karina Jens (CDU). Sie erinnert daran, dass die Iga in den vergangenen Jahren immer wieder in das Schiff investiert habe.

Grundsätzlich begrüßt Karina Jens die Pläne, die Kathrin Möller im Kulturausschuss vorstellte, dem auch Jens angehört. „Mehr Attraktivität für das Museum wurde positiv aufgenommen.“ Es habe Kollegen gegeben, die von der Vielzahl der vorhandenen Exponate überrascht waren und sich erst einmal selbst ein Bild machen wollen. Eine der nächsten Sitzungen solle deshalb auf dem Schiff stattfinden.

Hebeschiff ist marode

600000 Euro benötigt Kulturamtsleiterin Michael Selling aus dem Haushalt. Das Hebeschiff „1. Mai“, eines der schwimmenden Exponate des Schifffahrtsmuseums, ist akut sanierungsbedürftig. Selling hofft auf die Freigabe des Geldes durch die Politik. Gebaut wurde das Schiff 1895 als Eimerkettenbagger „Swinemünde“. Zunächst war es im Bereich Stettin eingesetzt und kam 1945 nach Stralsund. In den 50er Jahren wurde das Hebeschiff zum wichtigsten Fahrzeug des VEB Schiffsbergung und Taucherei Stralsund. 1991 übernahm das Rostocker Museum die „1. Mai“, wo sie bis 1994 restauriert wurde.

Thomas Niebuhr

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