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Rostock Nach Rücktritt des Hansa-Chefs: Wie geht es jetzt weiter?
Mecklenburg Rostock Nach Rücktritt des Hansa-Chefs: Wie geht es jetzt weiter?
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21:40 01.10.2015
Hansa-Vorstands-Chef Michael Dahlmann steht massiv in der Kritik. Quelle: Joachim Mangler/dpa
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Rostock

Nach dem Rücktritt von Klubchef Michael Dahlmann muss sich Fußball-Drittligist Hansa Rostock neu aufstellen. Wie es nach der E-Mail-Affäre weitergeht, ist derzeit allerdings noch völlig offen.

Bis auf Weiteres werden die verbliebenen Vorstände, Stadion-Geschäftsführer Rainer Friedrich (51) und die ehrenamtlich tätige Constanze Steinke (48), kommissarisch die Geschäfte führen. Am kommenden Dienstag werde der Aufsichtsrat zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten, teilte Aufsichtsratschef Harald Ahrens mit.

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Klar ist, dass Investor Rolf Elgeti künftig ein gewichtiges Wort bei dem Traditionsverein mitreden wird. „Offen gesagt: Mir reicht’s! Ich kann diese Stümperei nicht mehr mitansehen. Und auch wenn ich mich jetzt noch unpopulärer mache: Ich werde am 1.11. für den Aufsichtsrat kandidieren“, kündigte er in einem offenen Brief an.

Dahlmann war nicht mehr im Amt zu halten, nachdem durch die Veröffentlichung interner E-Mails seine enge Verbindung zur Ultra-Szene bekannt geworden war. Er trat am Donnerstag zurück. Der Klubchef wolle damit Schaden vom Verein abwenden, teilte eine Pressesprecherin des FCH mit. Der Aufsichtsrat hat das Angebot einstimmig angenommen. "Ich wünsche mir, dass die Fans meine Entscheidung respektieren und im Spiel gegen Dynamo Dresden unsere Mannschaft friedlich und gewaltfrei unterstützen," sagte Dahlmann.

Die Polizei begrüßt den Rücktritt Dahlmanns. Eine weitere Zusammenarbeit mit Dahlmann sei nach den aktuellen Entwicklungen nicht mehr zumutbar, sagte Polizeipräsidenten Thomas Laum. Er sieht die bisherigen Vorbehalte der Polizei gegenüber dem Verein übertroffen: "Die aktuell veröffentlichten Unterlagen aus dem Innenleben des Vereins FC Hansa Rostock offenbaren eine erschreckende Nähe des Vorstandsvorsitzenden Michael Dahlmann zu den sogenannten Ultras." Teile dieser Fanszene stünden unter anderem auch für Angriffe und Gewalt gegen Mitarbeiter und Einrichtungen der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte in der Nacht zu Donnerstag die Geschäftsstelle des FC Hansa Rostock vorübergehend beschlagnahmt. Die Sperrung wurde am Donnerstag wieder aufgehoben. "Die Staatsanwaltschaft hat entschieden, dass es keine weiteren Maßnahmen geben wird", sagte Polizeisprecherin Yvonne Hanske.

Nach OZ-Informationen waren am Abend der Vorstands-Chef Michael Dahlmann, Roman Päsler, Vorsitzender der Fanszene Rostock und ein Medienmitarbeiter in der Geschäftsstelle gesehen worden. Möglicherweise vermutete die Polizei, dass wichtige Dokumente beiseite geschafft werden sollten. Gegen Dahlmann ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Untreue.



Sönke Fröbe und Cora Meyer