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Rostock Nach geheimer Wahl in Warnemünde: Werner Fischer ist Prechtel-Nachfolger
Mecklenburg Rostock Nach geheimer Wahl in Warnemünde: Werner Fischer ist Prechtel-Nachfolger
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23:23 26.11.2019
Sie sollen in Zukunft die Bürgerinteressen Warnemündes vertreten: Jobst Mehlan als erster Stellvertreter, Werner Fischer als Vorsitzender und Stephan Porst (v. l.) als zweiter Stellvertreter des Ortsbeirates. Quelle: Moritz Naumann
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Warnemünde

Am Dienstagabend hat der neue Ortsbeirat von Warnemünde sowohl den neuen Vorsitzenden als auch dessen Stellvertreter bestimmt. Mit acht Stimmen und einer Enthaltung ist Werner Fischer zum Beiratschef gewählt worden. Mehrfach haben sich Bürger gemeldet und sich eine Vorstellung der vier neuen Mitglieder gewünscht.

Der Saal im Technologiezentrum ist schon festlich geschmückt. Etwa 50 Warnemünder sind gekommen, um zu erfahren, wie sich der neue Ortsbeirat in ihrem Stadtteil aufstellt. Schon bevor es wirklich losgeht, kursieren Gerüchte: „Jobst Mehlan will den Vorsitz nicht. Werner Fischer wird es“, heißt es unter anderem unter den interessierten Bürgern. Mit einer fünfminütigen Verzögerung startet die erste Sitzung und schon zu Beginn ist alles anders.

Fast jeder Platz besetzt: Etwa 50 Warnemünder waren gespannt, wie sich der neue Ortsbeirat für die Zukunft aufstellt. Quelle: Moritz Naumann

Bürger wünschen Vorstellung der Mitglieder

Statt Alexander Prechtel, der nach 15 Jahren von seiner Fraktion nicht mehr aufgestellt wurde, übernimmt Jobst Mehlan Mikro und Wort. „Ich bin der nach Lebensjahren Älteste, und es ist üblich, dass ich die Sitzung führe, bis wir einen neuen Vorsitzenden bestimmt haben.“ Die Abstimmung wird auf Wunsch von Sven Klüsener (SPD) geheim abgehalten. „Kandidiert denn jemand?“, fragt Mehlan. Elisabeth Möser schlägt Dr. Werner Fischer für den Vorsitz vor. Weitere Meldungen bleiben aus.

Noch während der Verteilung der Stimmzettel steht der Warnemünder Ulrich Schwittay von seinem Besucherplatz auf und bittet um Gehör: „Es ist doch befremdlich, dass nun gewählt wird, obwohl es keine Vorstellung der neuen Mitglieder gegeben hat.“ Viele Besucher im Saal klatschen zustimmend. Jobst Mehlan bemüht sich, die Satzung zu erklären: „Es gibt einen festgeschriebenen Ablaufplan. Davon darf ich nicht abweichen.“

Eine erste Amtshandlung

Nachdem alle neun Mitglieder ihre Zettel in die Box geworfen haben, zählt der Wahlausschuss die Stimmen aus: „Acht Stimmen für Werner Fischer, eine Enthaltung.“ Kurz darauf ergreift der 67-Jährige, der auf jahrelange Erfahrungen im Strukturausschuss zurückgreifen kann, das Wort. Nach einer kurzen Dankesrede folgt die erste Amtshandlung: „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, dem Wunsch aus dem Publikum nachzukommen, und allen Mandatsträgern die Möglichkeit geben, sich hier einmal kurz vorzustellen.“

Gesagt, getan: Nacheinander stellen sich Franziska Richert, Dominic Schmidt (beide CDU), Stephan Porst, Elisabeth Möser (beide Bündnis 90/Grüne), Werner Fischer (Die Linke), Jobst Mehlan (Rostocker Bund/Freie Wähler), Burkhard Rohde (AfD), Sven Klüsener (SPD) und Rainer Milles in aller Kürze vor. Während sich die Mitglieder auf biografische Knappheit beschränken, ist Rohde der Einzige, der kurz verdeutlicht, für welche Inhalte er einstehen will. „Ich interessiere mich vor allem für das Thema Tourismus und stehe den Kreuzfahrten kritisch gegenüber.“

Erste Abstimmung per Handzeichen: Der Warnemünder Ortsbeirat will sich erst mal besser kennenlernen, bevor man über neue Ausschüsse spricht. Quelle: Moritz Naumann

Die Kennenlernphase

Die Gerüchte, die vor der Sitzung bereits kursierten, bewahrheiten sich im weiteren Sitzungsverlauf: Jobst Mehlan wird mit sieben Stimmen und zwei Enthaltungen zum Stellvertreter gewählt. Zum zweiten Stellvertreter wird Stephan Porst bestimmt. Die Berufung neuer Ausschüsse wurde hingegen auf Wunsch von Jobst Mehlan vertagt. „Sie müssen verstehen: Wir sind hier fünf alte Mitglieder und vier neue. Wir kennen uns und unsere Kompetenzen noch gar nicht richtig. Das sollten wir ändern, bevor wir beschließen, neue oder überhaupt Ausschüsse zu gründen.“

Nach dem Bericht des Ortsbeirates zur vergangenen Sitzung verdeutlicht Werner Fischer seine Prioritäten für die anstehende Amtsperiode. Er und Warnemünde stehen demnach vor großen Aufgaben. „Ich will mich um das Struktur- und Parkraumkonzept bemühen. Wir brauchen eine verträgliche Lösung für die Mittelmole. Die Überarbeitung der Gestaltungssatzung wird eines meiner Themen und natürlich die Bebauungspläne für den Ortseingang und den Strand“, sagt Fischer.

Bemühung um größtmögliche Transparenz

Beim Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anregungen der Einwohnerinnen und Einwohner“ steht Hans-Joachim Richert vom Warnemünde-Verein auf. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass die neuen Mitglieder gut eingearbeitet werden und wir künftig einen Ortsbeirat haben, der Bürgerschaftsentscheide nicht nur investorenfreundlich durchdrückt“, sagt Richert.

Auch Ulrich Schwittay äußert sich abermals zur Neuaufstellung des Ortsbeirates: „Die Vorstellung der neuen Mitglieder war wirklich dünn. Wir haben sie gewählt, aber wissen immer noch nicht, wofür sie stehen.“ Abermals wird seine Wortmeldung lautstark beklatscht. Werner Fischer kann die Bedenken verstehen. „Wir werden uns um größtmögliche Transparenz bemühen.“

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