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Rostock Feuerwache: Politik fordert mehr Tempo bei Neubau
Mecklenburg Rostock Feuerwache: Politik fordert mehr Tempo bei Neubau
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21:14 18.11.2018
An der Kreuzung Dierkower Allee/Hinrichstorfer Straße soll die neue Feuerwache entstehen (im Bild auf der linken Seite). Quelle: Ove Arscholl
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Toitenwinkel/Dierkow

Rostocks Bauausschuss und der Ortsbeirat Dierkow Neu machen Druck: Beide Gremien fordern eine schnellere Umsetzung des Baus der Feuerwache im Nordosten der Stadt. Denn wie Ralf Gesk, stellvertretender Leiter des Brandschutz- und Rettungsamtes, mitteilt, soll der erste Spatenstich hier frühestens 2020 erfolgen. Zwei bis drei Jahre dauert dann noch der Bau.

„Wir haben als Bürgerschaft 2016 den Brandschutzbedarfsplan beschlossen. Warum dauert das jetzt so lange?“, fragt Bauausschuss-Chef Frank Giesen. Stadtplaner Ralph Maronde antwortet: „Weil wir im Vorlauf Gutachten anfertigen mussten: Wie funktioniert das zum Beispiel mit der Verkehrs-Anbindung? Diese Prozesse dauern eine gewisse Zeit.“ Giesen schüttelt mit dem Kopf: „Die Feuerwehr ist etwas wichtiges, da können Leben dranhängen“, betont er.

Notarzt wird in Wache integriert

Laut Ralf Gesk vom Rettungsamt musste zunächst eine Machbarkeitsstudie mit dem städtischen Immobilienverwalter KOE entwickelt werden. „Wir planen nicht einfach nur eine Feuerwache, wir legen dort Rettungswachen zusammen“, betont der stellvertretende Amtsleiter. Die Rettungswache vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) werde in das Gebäude integriert. „Und wir bauen einen großen Rettungsstützpunkt, weil auch das Notarzt-Fahrzeug aus der Universitätsklinik dorthin versetzt wird.“

So könne zukünftig das gesamte Stadtgebiet flächendeckend mit dem Notarzt erreicht werden. „Das ist zur Zeit nicht gegeben“, betont Gesk. „Wir haben zwei Notarzt-Fahrzeuge dicht hintereinander in der Südstadt und im Uni-Klinik-Bereich und haben immer ein Problem mit der Erreichbarkeit des Nordens und des Ostens“, erläutert er weiter. Zudem sei ein angeschlossenes Gerätehaus für die freiwillige Feuerwehr geplant.

Erstes Gutachten lag schon 2003 vor

Giesen überzeugt das nicht: „Seit 15 Jahren haben wir im Nordosten eine Gefährdungslage, weil die Feuerwehr nicht in den vorgegeben Zeiten dorthin kommt. Das heißt: Wir müssen hier aufs Gaspedal drücken und jetzt so schnell machen, wie es geht“, betont der Stadtvertreter.

Bereits 2003 und 2008 zeigten Gutachten: Die schnellsten Löschfahrzeuge aus der Südstadt, dem Hafen oder Gehlsdorf sind erst nach mehr als neun Minuten am Einsatzort. Das Schutzziel liegt bei acht Minuten. Die Gutachter empfahlen daher schon damals den Bau einer neuen Wache.

Umfangreiches Planverfahren notwendig

Geplant war das neue Gebäude ursprünglich am Dierkower Damm. Nun soll es im Bereich Dierkower Allee/Hinrichsdorfer Straße entstehen. Neue Analysen und Gutachten hatten diesen Standort als optimal identifiziert, heißt es. Schließlich sei das Einsatzgebiet im Nordosten von dort aus ebenso gut zu erreichen wie der Überseehafen und die Altstadt. Auch könne die Feuerwehr durch die direkte Ausfahrt auf die Kreuzung sehr schnell in alle Himmelsrichtungen und auf die Autobahn ausrücken.

Allerdings ist das neue 3,8 Hektar große Grundstück bisher als naturnahe Grünfläche im städtischen Flächennutzungsplan geführt worden. Dies muss in einem umfangreichen Verfahren geändert werden. Die Aufstellung und Auslegung des Bebauungsplanes hat die Bürgerschaft gerade beschlossen. Nun sind unter anderem noch eine öffentliche Beteiligung und eine Umweltprüfung notwendig.

Zwei Biotope am Standort

Ab April 2019 sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden. „Und erster Spatenstich ist dann erst 2020? Das ist schon etwas merkwürdig“, sagt Giesen. Es müsse noch das Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden, heißt es. Giesen fragt: „Warum ist es so schwierig, eine Grünfläche für so ein wichtiges Vorhaben wie eine Feuerwache bereitzustellen?“ Bei einer Wohnbebauung könne er das ja noch verstehen. Rettungsamts-Mitarbeiter Gesk verweist auf zwei Biotope, in deren Nähe nur mit einem Schutzabstand von 30 Metern gebaut werden dürfe. Auch müsse der Artenschutz beachtet werden. Am Standort gebe es zum Beispiel Lurche, so Gesk.

Für Frank Giesen ist jedoch klar: „Dass seit 15 Jahren die Hilfsfristen nicht eingehalten werden können, ist schon an sich ein Ding. Wir können froh sein, dass dort bis heute nichts passiert ist. Das muss jetzt alles ein bisschen flotter gehen und hätte auch schon vorher flotter passieren müssen.“

André Wornowski

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