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Rostock Neue Hochspannungstrasse unter Windstrom
Mecklenburg Rostock Neue Hochspannungstrasse unter Windstrom
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20:01 09.07.2019
Die Projektleiter für die neue e.dis-Hochspannungstrasse Rostock - Güstrow, Carsten Paul (l.) und Udo Jeske, freuen sich, dass die 36 Kilometer lange 110-kV-Leitung fertig ist. Quelle: Doris Deutsch
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Güstrow

Der Strom fließt. Die neue Hochspannungstrasse zwischen Rostock und Güstrow ist in Betrieb. Mecklenburg-Vorpommerns größter regionaler Netzbetreiber Edis hat die 36 Kilometer lange 110-kV-Leitung errichtet. „Standortgleich wie die alte Leitung aus dem Jahr 1954“, erläutert Udo Jeske, der zusammen mit Carsten Paul das Projekt für die Edis geplant und betreut hat.

Neue Leitung mit deutlich mehr Kapazität

Die Erneuerung der Trasse wurde notwendig, weil die bestehende Versorgungsleitung komplett ausgelastet war. Der inzwischen vielerorts in großen Mengen produzierte Windstrom konnte nicht aufgenommen werden. Nun wird der Grünstrom aus den Windparks über drei Umspannwerke entlang der Strecke in die neue Hochspannungsleitung eingespeist, die die etwa dreieinhalbfache Übertragungskapazität besitzt. Ziel ist der Netzverknüpfungspunkt von 50 Hertz in Güstrow. Von dort geht der nicht benötigte Windstrom über das nationale Verteilnetz in die energiehungrigen Ballungsgebiete in West- und Süddeutschland.

Netzbetreiber investiert 15 Millionen Euro

15 Millionen Euro hat die Edis in dieses Projekt investiert. 159 Stahlgittermaste wurden neu errichtet. „Die alten Masten wurden demontiert“, berichtet Projektleiter Jeske. „Und punktgleich wurde der neue Mast aufs neue Fundament gesetzt.“ Dabei mussten die Bautrupps so manche Hürde nehmen.

Besondere Herausforderungen waren die Kreuzung der Autobahn A 20 und deren Zubringer unmittelbar hinter dem Umspannwerk in Rostock-Schutow. Auch die Arbeiten in der Hansestadt mit dem Wohngebiet Stadtweide, dem Barnstorfer Wald, Westfriedhof und den Gartenanlagen im Umfeld des Umspannwerkes gestalteten sich schwierig. „Die Wege in den Kleingartenanlagen sind ziemlich eng, ein Problem für unsere Technik“, erzählt Jeske. Doch gerade hier mussten zehn Masten erneuert werden. „Wir hatten eine Gartenbaufirma im Schlepp, die die Gärten wieder hergestellt hat.“

Baustopp zur Brutzeit des Fischadlers

Bei der Querung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten waren diverse Auflagen der Naturschutzbehörden zu berücksichtigen. Während der Vogelbrutzeit durfte nur eingeschränkt gebaut werden. Zwischen Mitte März und Ende Juli, zur Hauptbrutzeit der Fischadler, ruhten die Arbeiten sogar völlig. „Die Zuwegungen zu den Masten in der Warnowniederung waren gerade in den letzten beiden Jahren sehr feucht“, erinnert sich Carsten Paul nur zu gut. Da mussten mancherorts Rammgründungen vorgenommen werden, damit die 25 Meter hohen Stahlmasten sicher stehen.

Ausgleich über Ökokonto in Kuhweide

„Da die neue Trasse am gleichen Standort verläuft, hatten wir keine Gehölzverluste“, erklärt Melanie Wachs, zuständig für die ökologische Baubegleitung. Dennoch mussten für die Baumaßnahme 12 500 Quadratmeter Fläche ausgeglichen werden. „Wir bedienen uns da eines Ökokontos“, sagt Wachs. In Fresendorf wurde 2011 ein Acker aus der intensiven Nutzung genommen und in Grünland umgewandelt. Von den insgesamt 50000 Quadratmetern habe sich die Edis 12 500 für diese Maßnahme vertraglich gesichert. „Es ist hier eine Kuhweide entstanden, ein Refugium für Vögel“, berichtet Melanie Wachs.

436 Kilometer Leiterseil gespannt

Trotz hoher Auflagen und manch wetterbedingter Überraschung wurde der Zeitplan für den Bau der Trasse eingehalten. 2016 wurde in Rostock gestartet und nun sind in Güstrow die letzten Leitungen angekommen. Insgesamt wurden 436 Kilometer Leiterseil gespannt und 2200 Isolatoren verbaut. Hinzu kommen zwei jeweils 37 Kilometer lange sogenannte Erdseile, von denen eins mit Lichtwellen-Fasern ausgestattet ist. Diese Glasfaserkapazitäten vermarktet der Netzbetreiber.

Lesen Sie auch: Hochspannungstrasse zwischen Rostock und Güstrow fast fertig.

Doris Deutsch

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