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Rostock Neue Spenden-Plattform soll Rostocks Vereinen helfen
Mecklenburg Rostock Neue Spenden-Plattform soll Rostocks Vereinen helfen
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21:31 25.04.2019
Hoffen auf viele Unterstützer: Ospa-Vorstand Karsten Pannwitt (v. l.), Anne-Wiebke Willsch vom Jugendmusikkorps Rostock, Rolf Gauck von der Rostocker Stadtmission und Friedrich Heilmann von der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenhagen Dorf Quelle: André Horn
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Rostock

Das Jugendmusikkorps Rostock wünscht sich schon lange eine mobile Musikanlage. Und die Nachwuchskicker des FC Hansa Rostock wollen endlich, das ihre Umkleidekabinen wieder trocken sind. Damit die Vereine nun auch bekommen, was sie brauchen, hat die Ostsee-Sparkasse (Ospa) die Crowdfunding-Plattform „99 Funken“ im Internet gestartet. Die Idee: Vereine aus Rostock und Umgebung können hier auf ihre Projekte aufmerksam machen. Finden sich dann genug Unterstützer, die sogenannte Crowd (englisch: Menge), summiert sich die Masse der kleinen Spenden zum großen Gewinn. Die Vereine können sich ihre Wünsche erfüllen.

Bei der Vorstellung der neuen Plattform am Donnerstag sorgten 99 Nachwuchsspieler im Hansa-Dress für ordentlich Wirbel vor dem Ospa-Zentrum. Sie kickten in der Fußgängerzone. Der Fußball-Drittligist hat mit Spendenaktionen bisher gute Erfahrungen gesammelt. „Mit Hilfe unserer Fans haben wir für einen neuen Kunstrasenplatz bereits 170 000 Euro zusammenbekommen“, sagt Hansa-Vorstandschef Robert Marien. Nun sind 50 000 Euro für die Trockenlegung des Nachwuchstraktes nötig. „Wir hoffen hier auf die Kraft unserer 13 000 Mitglieder“, so Marien.

Crowdfunding ist kein Selbstläufer

Auch die Rostock Seawolves sammeln Spenden für den Nachwuchs. Durch die neue Crowdfunding-Plattform sollen knapp 1000 Euro zusammenkommen, um Bälle und Korbanlage für „Wolfis-Ballschule“ zu kaufen. „Wir sind sehr viel in den Grundschulen aktiv, wollen nun jedoch auch im Vorschulalter schon die Kinder abholen“, sagt Vereinschef André Jürgens. Immer wieder würden Lehrer und Erzieher betonen, wie groß der Bedarf an Bewegungsangeboten für die Kinder sei. „Wir wollen dabei nicht nur Basketball anbieten, sondern auch Handball, Fußball und Athletik allgemein“, so Jürgens. Es solle für die Kids so erlebnisreich wie möglich sein.

Doch über das Crowdfunding Spendengelder einzusammeln, ist kein Selbstläufer, wie Rolf Gauck von der Rostocker Stadtmission berichtet. Die Diakonie braucht Unterstützung, um den neuen Musik- und Theaterraum an der Grundschule in Kavelstorf mit Instrumenten auszustatten. „Ich habe schon eine andere Crowdfunding-Plattform ausprobiert. Das kostet viel Arbeit und die Spendenbereitschaft ist bei solchen Anliegen nicht allzu hoch“, sagt Gauck. Er hofft nun, dass seine Bemühungen durch die Hilfe der Ospa eher zum Erfolg führen.

Ospa verdoppelt jede Spende

Tatsächlich stellt die Sparkasse für die Crowdfunding-Plattform zusätzlich einen Fördertopf in Höhe von insgesamt 25 000 Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld wird jede Spende verdoppelt. Die Förderung ist allerdings auf 250 Euro pro Unterstützer und maximal 2500 Euro pro Projekt begrenzt. „Wir wollen so verhindern, dass die Förderung schon aufgebraucht ist, wenn zum Beispiel sehr viele Menschen für die Hansa-Nachwuchskicker etwas geben“, sagt Ospa-Vorstand Karsten Pannwitt. Auch kleinere Projekte sollen zum Zuge kommen. „Mitmachen kann jeder gemeinnütziger Verein“, ergänzt Ospa-Sprecher Ronny Susa.

Doch warum heißt das Ganze „99 Funken“? „Das steht dafür, dass noch ein Letzter zur Hundert fehlt. Und das kann jeder Einzelne sein. Zudem ist Funken ein dynamisches Wort – der Funken soll überspringen“, sagt Lars Räbiger von der Neorot GmbH aus Dresden. Das Unternehmen stellt die Crowdfunding-Plattform für inzwischen 13 Sparkassen zur Verfügung. Bisher sind insgesamt 222 Projekte mit 1,5 Millionen Euro unterstützt worden. Neorot streicht vier Prozent als Transaktionsgebühr ein. „Das wird aber so verrechnet, dass am Ende nichts von der Spendensumme verloren geht“, sagt Räbiger.

Auch Kirchengemeinde hat Projekt angemeldet

Anne-Wiebke Willsch vom Rostocker Jugendmusikkorps ist durch eine Ospa-Mitarbeiterin auf die Crowdfunding-Plattform aufmerksam geworden. „Das ist eine tolle Geschichte. Wir feiern bald unser 50-jähriges Bestehen und wünschen uns schon so lange eine mobile Musikanlage. Wenn es nun klappt, wäre es das I-Tüpfelchen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Das Jugendmusikkorps könne nur durch Spenden überleben.

Auch die evangelische Kirchengemeinde in Lichtenhagen Dorf hat bereits ein Projekt angemeldet: Für einen neuen Klein-Groß-Eltern-Kind-Treffpunkt im Pfarrhaus wird noch die passende Innenausstattung gebraucht.

So funktioniert die neue Plattform

Ein Projekt-Initiator registriert sich auf der Internet-Plattform www.ospa.de/99funken. Hier beschreibt er sein Projekt mit Text, Bild und Video. Gleichzeitig erklärt er, wie viel Geld er für sein Projekt benötigt und was die Unterstützer im Gegenzug für ihre Spende als kleines Dankeschön erhalten.

Dann gilt es, in wenigen Wochen möglichst viele Unterstützer zu finden, die Geld geben und anderen von dem Projekt erzählen. Auf diese Weise soll ein großer Schwarm von kleinen Spendern entstehen. Wird die Ziel-Summe erreicht, kann das Projekt umgesetzt werden. Kommen zu wenig Spenden zusammen, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

André Horn

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