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Rostock Neue Zentrale: Ospa plant Banken-Hochhaus
Mecklenburg Rostock Neue Zentrale: Ospa plant Banken-Hochhaus
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05:38 21.02.2018
Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt (l.) und Vorstandschef Frank Berg (Archivfoto) Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Es wäre der wohl größte Umzug in Rostock seit Jahrzehnten: Die OstseeSparkasse will ihre bisherige Zentrale am Vögenteich verlassen und eine neue, eigene Hauptverwaltung bauen. Entsprechende Planungen bestätigte Vorstand Karsten Pannwitt jetzt der OZ. Entschieden sei aber noch nichts. Für das neue Ospa-Haus seien mehrere Standorte im Gespräch. Der wahrscheinlichste liegt in der Südstadt - direkt gegenüber der Stadthalle. Um Leerstand am Vögenteich müsse sich aber niemand sorgen, heißt es bereits von Rostock Business.

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Ospa ist bisher „nur“ Mieter

Kurios: Ausgerechnet die Ospa, die allein im vergangenen Jahr rund 2000 Häuslebauern geholfen hat, den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen, ist am Vögenteich nur Mieter. Das Gebäude, in dem die zweitgrößte Bank des Landes ihren Hauptsitz hat, gehört der TLG Immobilien AG. „Wir haben am Vögenteich einen langfristigen Mietvertrag. Aber ja: Wir würden gerne in ein eigenes Gebäude ziehen. 

In eine Zentrale, die auch wirklich uns gehört“, sagt Pannwitt. Ein Kauf der Immobilie in Innenstadt-Nähe kommt aber für die Ospa offenbar nicht infrage. Am Kaufpreis kann das nicht liegen: Den Wert des Hauses, das 2000 erbaut wurde und das über fast 20000 Quadratmeter Mietfläche verfügt, gibt TLG selbst mit 47,7 Millionen Euro an. 

Eine solche Summe dürfte für die Ospa kein Problem sein. Doch die Sparkasse hat andere Pläne: „Auch die Banken-Welt ist im Wandel“, sagt Pannwitt. Bezahl- Anbieter im Internet - wie PayPal oder auch der Handelsriese Amazon - und auch neue Finanzierungsmodelle wie das so genannte „Crowd Funding“ würden auch das Geschäft der Ospa verändern. „Das wirkt sich natürlich auch auf unsere Arbeitsweisen und unsere Anforderungen an die Büros aus. Die Immobilie am Vögenteich entspricht mittelfristig nicht mehr den Anforderungen für unsere rund 350 Mitarbeiter am Hauptsitz.“ Deshalb soll ein eigener Neubau her - auch wenn der mit Sicherheit teurer werden dürfte.

Hochhaus in der Südstadt

Mehrere Standorte habe die Ospa in den vergangenen Monaten geprüft. Einige direkt in der City, andere etwas mehr am Rande. Nach OZ-Informationen sei unter anderem eine Fläche im neuen Werftdreieck im Gespräch gewesen. Doch diese Idee wurde schnell verworfen. Pannwitt selbst nennt nur einen möglichen Standort ganz offen: „Wir könnten uns beispielsweise vorstellen, in den Kesselborn-Park zu ziehen.“ Gemeint ist die Grünfläche zwischen Hauptbahnhof und Bahnlinie im Nordosten und der Stadthalle im Süden. Bisher gehört die Fläche der Hansestadt, die Ospa will sie aber komplett kaufen und entwickeln. Vermutlich schon im Mai soll die Bürgerschaft dem Deal ihren Segen erteilen. 

Anschließend will die Sparkasse auf dem Gelände rund 100 Millionen Euro investieren - in ein neues, großes Parkhaus und auch in eine neue Sportarena. In der Halle mit bis zu 3000 Zuschauerplätzen sollen unter anderem die Basketballer der Rostock Seawolves, die Handballer des HC Empor und die Warnemünder Volleyballer ihre Heimspiele austragen und auch trainieren. Ebenfalls geplant ist der Bau eines neuen Hochhauses: Das Gebäude mit dem Projektnamen „Citytower“ könnte bis zu 17 Stockwerke hoch werden. Einziehen sollen ein Hotel - und die Bank selbst. „Das Hotel wünscht sich unter anderem die Stadthalle, um den Messe- und Seminartourismus in Rostock voranzubringen. Und ja, wir haben die Idee, dort unsere Hauptstelle unterzubringen“, erklärt Pannwitt. Für die Ospa geht es nach OZ-Informationen bei dem Millionen-Projekt auch darum, eigenes Geld sinnvoll anzulegen - statt dafür Strafzinsen bei der Europäischen Zentralbank zahlen zu müssen.

Gute Lage in der Südstadt

Für die Südstadt spräche die Lage: „Das ist noch dicht an der Innenstadt, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto gut zu erreichen“, sagt Pannwitt. Allerdings würden in der Zentrale eh primär Geschäfts- und Firmenkunden betreut. Für Privatkunden, die bisher die Filiale am Vögenteich - die größte der Ospa - nutzen, könnte es sogar noch eine zentralere Lösung geben: Die Bank hat bereits vergangenes Jahr eine Immobilie an der Kröpeliner Straße erworben, plant dort die Bankfiliale der Zukunft. „In jedem Fall bleiben wir ganz nah bei unseren Kunden.“ Entschieden in Sachen Umzug sei aber so oder so noch nichts. „Wir haben ja am Vögenteich keine Not.“

Büroflächen in Rostock fehlen

Dass die Ospa sich eine neue Zentrale bauen will und damit möglicherweise ein großes Bürohaus frei wird - aus Sicht des städtischen Wirtschaftsförderers Rostock Business sind das gute Nachrichten. Denn: „Büro-Flächen sind in der Hansestadt fast so knapp und begehrt wie Wohnungsbaustandorte“, sagt Gert Proba, Prokurist bei Rostock Business. „Die Stadt wächst und somit wächst auch der Bedarf an Flächen für Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich.“ Die Gen-Forscher von Centogene seien das beste Beispiel: Sie bauen derzeit für 34 Millionen Euro an der Holzhalbinsel eine neue Zentrale - weil der Platz am alten Standort im Hansaviertel knapp wurde. Das Unternehmen ist von einst 30 auf mittlerweile 200 Mitarbeiter in Rostock gewachsen. „Die gesamte Technologie-, IT- und Biotech-Branche in Rostock braucht zunehmend Platz“, so Proba

Dass sich für die Immobilie am Vögenteich schnell ein neuer Mieter findet, davon ist er überzeugt: „Die Lage zwischen Innenstadt und KTV ist extrem attraktiv. Um Leerstand mache ich mir da keine Sorgen.“ Auch den möglichen neuen Ospa-Standort in der Südstadt hält Proba für „perfekt“: „Der ist klasse, dicht am Groten Pohl. Da entsteht Rostocks modernstes Wohn- und Hightech-Viertel.“

Andreas Meyer

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