Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Neuer Ostseekrimi führt ins Schloss
Mecklenburg Rostock Neuer Ostseekrimi führt ins Schloss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:06 12.02.2015
Die Rostocker Autorin Anke Kandziora legt unter dem Pseudonym Pola Kayser ihre  zweiten Ostseekrimi vor. Quelle: Dietmar Lilienthal
Anzeige
Rostock

Schon als Kind hat sie sich gern Geschichten ausgedacht. Und die mussten gruselig sein. In ihrer Jugend hat ihr Freund ihr gern Geschichten zum Einschlafen erzählt. Und die mussten gruselig sein. Als sie bei der IHK in Rostock arbeitete, schrieb sie einen Roman. Der handelte von Zombies und so. Ein Mystery-Thriller. Er war gruselig.

Und nun ist sie Pola Kayser – Krimi-Autorin für den Rostocker Hinstorff Verlag. Ihre Geschichten: Gruselig, humorig, locker. Hinter dem Pseudonym Pola Kayser verbirgt sich die Rostocker Autorin und Texterin Anke Kandziora (44).

Anzeige

In ihrem Erstling schafft es Pola Kayser 2013, die beschauliche Atmosphäre Rügens ins Gegenteil zu verkehren. Für den Verlag eine „schaurig-schöne Einstimmung auf den Rügenurlaub!“ In dem Rügenkrimi geht es um Eifersucht und Aberglaube. Eine Hamburgerin, die den Tod einer Verwandten überwinden will, fährt zum Ausspannen ins herbstliche Binz. In ihrem Hotel hatte kurz zuvor die Direktorin ihren Mann und sich selbst vergiftet. Aus Eifersucht. Nun glaubt die Empfangsdame, der Geist der verstorbenen Chefin spuke durch die Hallen. Und dann liegt die Rezeptionistin plötzlich tot am Strand von Binz – ermordet. Den Rest erzählt das Buch...

Nun der zweite Krimi-Streich: „Tod in Ulrichshusen“. Ihren neuen Fall hat Pola Kayser in die Region rund ums Schloss in der Mecklenburgischen Schweiz angesiedelt. Der Stimmung wegen. Sie sagt: „Ich habe immer so eine Idee, wie eine Keimzelle im Kopf.“ Dann entwickelt sie die Geschichte darum herum. „Ich gehe nicht vom Ort aus.“ Das Schloss habe für sie etwas Düsteres, Geheimnisvolles. „Ich habe Ulrichshusen gewählt, weil der Bau zu meiner Geschichte passt. Ich brauchte ein Schloss, das nicht ganz herunter gekommen, schön restauriert ist, aber etwas düster wirkt. Und das tut es. Mir geht es sehr um die Atmosphäre.“ Von daher war es auch egal, dass die Schlossherrenfamilie von Maltzahn nie auf ihre Anfragen reagiert hat, ob sie vor Ort recherchieren dürfe. Pola Kayser ist einfach hingefahren, hat sich umgesehen, fotografiert und sich das Interieur, das Innere des Gebäudes aus einem anderen Schloss dazu phantasiert. Sie sagt: „Ich habe die Geschichte ja nur dort angesiedelt. Die Familie, die da lebt, oder die Festspiele MV, die dort gastieren, spielen keine Rolle. Ich wollte ja keinen Stargeiger während des Konzerts erschießen lassen.“ Das wird Daniel Hope gewiss beruhigen.

In ihrer Geschichte kommt die Hamburgerin, die schon in Binz dem Geheimnisvollen nachspürte, erneut vor. Als private Ermittlerin. Es geht um einen Unternehmer, der sich ein Schloss in Mecklenburg gekauft hat. Doch kurz nach dem Einzug, sieht der Mann in der Dämmerung eine dunkle Gestalt vor seinem Fenster. Dann wird er bedroht. Und plötzlich ist sein Hund verschwunden. Seine Freundin, die Hamburgerin aus der Binz-Geschichte, kommt zur Hilfe und ermittelt in Ulrichshusen. Den Rest erzählt das Buch.



Michael Meyer