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Rostock Neuer Rebus-Chef sucht Alternativen zum Linienbus
Mecklenburg Rostock Neuer Rebus-Chef sucht Alternativen zum Linienbus
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00:00 20.12.2018
Rebus-Geschäftsführerin Simone Zabel übergibt den symbolischen Staffelstab an ihren Nachfolger Thomas Nienkerk (r.). Mit dabei Landrat Sebastian Constien (l.). Quelle: Axel Büssem
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Güstrow

Das war ein tränenreicher Abgang: Die bisherige Geschäftsführerin des Verkehrsunternehmens Rebus, Simone Zabel, ist in Güstrow feierlich verabschiedet worden. Eigentlich galt sie als „kleiner Terrier“, wie Zabel in ihrer Rede verriet. Dennoch merkte man ihr an, wie nahe ihr der Weggang geht. Vor allem, als sie ihrem Nachfolger Thomas Nienkerk riet, Arbeit und Privates zu trennen, wurde Zabel emotional. „Mein Sohn ist heute 17 und ich habe ihn kaum gesehen.“ Sie habe oft am Wochenende und bis in den späten Abend gearbeitet. Nun die Erkenntnis: „Man muss nicht bis 20 Uhr im Büro sitzen.“

Zabel blickte auf ihre Karriere zurück, die 2007 bei der Küstenbus GmbH in Bad Doberan begann. „Ich hatte mich als Assistentin der Geschäftsführung beworben, ich hatte nie vor, Chefin zu werden“, so die Juristin, „ich brauchte einfach einen Job.“ Eigentlich wollte sie sich um den Bereich Verkehrsrecht kümmern. Doch schon zwei Jahre später war sie Geschäftsführerin, zunächst bei Hameister Personenverkehr in Rostock, 2011 dann bei Küstenbus.

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2013 wurde Zabel schließlich Chefin der neu gegründeten Rebus Regionalbus Rostock GmbH, die durch den Zusammenschluss von Küstenbus und Hameister sowie der OVG Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow und der RvK Regionalverkehr Küste GmbH entstanden war. Anlass war die Kreisgebietsreform mit der Zusammenlegung der Landkreise Güstrow und Bad Doberan. „Die Fusion war für mich die größte Herausforderung“, erinnert sich Zabel. Inzwischen arbeiteten die vier Partner besser zusammen als noch am Anfang, „es könnte aber noch besser sein“, so Zabel. Ein Privileg habe sie bis zum Schluss nicht aufgegeben: die Gestaltung der Busse ging ausschließlich über ihren Schreibtisch, vom Design bis zur Polsterung. „Da gab es dann auch mal Glitzerfußboden“, sagte sie schmunzelnd.

Auch Landrat Sebastian Constien würdigte Zabels Engagement. Bei ihr habe stets das Motto „Volle Kraft voraus“ gegolten, „auch wenn das bei einer Busgesellschaft nicht immer das richtige Bild ist“, scherzte er. Zabel habe die Geschäfte stets mit großem Überblick und Entscheidungsfreude geführt. Besonders hart und fordernd seien die Verhandlungen über einen Haustarif bei Rebus gewesen. „Das Ergebnis war zum Wohle des Unternehmens und der Mitarbeiter. Constien kramte auch noch eine Anekdote aus: Als Zabel das erste Mal ins Büro seines Amtsvorgängers Thomas Leuchert kam, habe sie als erstes gesagt: „Zwei Tassen Kaffee, bitte.“

Zabels Nachfolger Thomas Nienkerk hielt sich bei der Abschiedsfeier mit einer eigenen Rede zurück. Der OZ verriet er aber, was er als neuer Geschäftsführer plant: „Wichtige Projekte sind die Energiewende und der Umgang mit dem demografischen Wandel.“ Im Zuge der Energiewende werde auch Rebus über kurz oder lang auf Elektromobilität umsteigen. „Wir werden den Markt beobachten und schauen, wie der Umstieg finanziell leistbar ist, sowohl bei den Fahrzeugen, als auch bei Infrastruktur und Wartung.“

Angesichts der schrumpfenden Bevölkerungszahl auf dem Land und des steigenden Altersdurchschnitts stelle sich die Frage, wie der öffentliche Nahverkehr auch in dünn besiedelten Regionen aufrecht erhalten werden könne, sagte Nienkerk. Dieser müsse einerseits wirtschaftlich, andererseits aber auch weiterhin attraktiv für den Fahrgast betrieben werden. „Wir brauchen flexible Alternativen zum starren Linienbus.“ Denkbar sei etwa der Einsatz von Kleinbussen oder Rufbussen, die nur auf Anfrage kommen. Rebus hat heute rund 250 Mitarbeiter. Die 150 Busse des Unternehmens legen auf 82 Linien pro Jahr insgesamt rund 7,3 Kilometer zurück.

Axel Büssem

19.12.2018
19.12.2018
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