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Rostock Neues Behördenzentrum: Kein Parkplatz für Mitarbeiter in Rostock
Mecklenburg Rostock Neues Behördenzentrum: Kein Parkplatz für Mitarbeiter in Rostock
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22:57 03.04.2019
Einer der ersten Entwürfe: Das neue Behördenzentrum an der Blücherstraße bekommt einen grünen Innenhof. Quelle: © ARGE buttler brenncke architekten, Rostock und Schwerin
Rostock

Bisher war immer von 115 Parkplätzen die Rede, die am neuen Behördenzentrum des Landes mitten in Rostock zur Verfügung stehen sollen. Nun aber wird klar: Für ihre privaten Autos dürfen die mindestens 400 Beschäftigten diese Stellflächen nicht nutzen. Wie der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) mitteilt, sind die Parkplätze auf dem ehemaligen Polizei-Gelände an der Blücherstraße ausschließlich für Besucher und Dienstwagen vorgesehen. „Stellplätze zur Nutzung für private PKW der Bediensteten dürfen grundsätzlich mit Steuermitteln nicht geschaffen werden“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Der Betrieb sei hier an die Vorgaben der Landeshaushaltsordnung gebunden. „Wir sind zum sparsamen Umgang mit Steuermitteln verpflichtet“, so Hoffmann.

Der Ortsbeirat Stadtmitte fordert nun, dass Oberbürgermeister Roland Methling mit dem Land in Verhandlungen treten soll. Beiratschef Andreas Herzog (SPD) hat einen entsprechenden Antrag an die Rostocker Bürgerschaft gestellt. Er geht sogar von 500 Mitarbeitern am Standort aus. „Ich halte es für abwegig, anzunehmen, dass die alle mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen“, sagt Herzog. Schon jetzt sei der Parkplatz-Druck in dem Wohngebiet enorm. Und perspektivisch sollen an der Blücherstraße sogar bestehende Stellflächen wegfallen. Bei einem Info-Abend am 9. April um 18 Uhr in der Rathaushalle wird dazu eine Studie öffentlich vorgestellt.

170 Stellplätze für Fahrräder

Aktuell sind auf dem Gelände des neuen Behördenzentrums 60 Parkplätze für Dienstwagen, fünf für Menschen mit Handicap und 50 für Besucher vorgesehen. „Privat-Pkw der Bediensteten, die dienstlich genutzt werden, dürfen dort ebenfalls abgestellt werden“, sagt BBL-Sprecher Hoffmann. Er betont, dass sich der Landesbetrieb streng an die aktuelle Stellplatzsatzung der Hansestadt halte. Hier hatte es zuletzt eine Änderung gegeben. Bauherren brauchen demnach nicht mehr so viele Parkplätze vorhalten wie noch bei der alten Satzung. Hintergrund ist unter anderem, dass der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden soll. Tatsächlich wird die Rostocker Straßenbahn AG direkt vor dem Behördenzentrum eine neue Straßenbahnhaltestelle am Friedrich-Engels-Platz bauen.

Die OZ zeigt Entwürfe, Ansichten und den Lageplan.

Ortsbeiratschef Herzog erwartet dennoch erhebliche Probleme durch Parksuchverkehre und Falschparker. Dabei seien aus seiner Sicht auf dem Gelände an der Blücherstraße ausreichend Freiflächen vorhanden. „Mittels eines zweistufigen Parkdecks könnten hier weitere Stellflächen geschaffen werden, um die Situation zu entschärfen“, sagt Herzog. Auch ein privates Parkhaus sei denkbar. Laut BBL-Sprecher Hoffmann handelt es sich hier jedoch um sogenannte Vorhalteflächen. „Wir brauchen diese, falls wir später einmal erweitern müssen.“ Zudem schaffe der BBL auf dem Gelände 170 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – laut Stellplatzsatzung der Stadt wären 43 nötig gewesen.

Land investiert 44,2 Millionen Euro

Insgesamt investiert das Land 44,2 Millionen Euro in das Vorhaben. Bereits seit September 2018 laufen die Vorbereitungen für den Umbau des ehemaligen Polizeireviers, das in den 1950er Jahren im Stile des sozialistischen Historismus errichtet worden ist. Zum Jahresende soll nun mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes begonnen werden. An den Flügeln entstehen zwei neue Häuser. Geplant ist ein Innenhof mit zahlreichen Bäumen.

Der Projekttitel lautet „Das grüne U“: „Wir setzen auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien“, sagt der Rostocker Architekt Maik Buttler, der das Projekt gemeinsam mit dem Schweriner Architektenbüro Brenncke begleitet. Die Gebäude sollen mit Erdwärme versorgt werden, auf den Dächern sind Photovoltaik-Anlagen für die Stromversorgung geplant. „Und die Büros werden so gestaltet, das sie je nach Bedarf umfunktioniert werden können“, sagt Buttler.

Läuft alles nach Plan, soll das neue Behördenzentrum Ende 2023 fertig sein. Einziehen sollen dann das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, die Raumordnung sowie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Eine eigene Kantine ist für die Mitarbeiter nicht vorgesehen. „Das ist nicht Bestandteil des vorgegebenen Raumbedarfs gewesen“, sagt Hoffmann vom BBL.

Update: Die Bürgerschaft hat den Antrag des Ortsbeirates Stadtmitte am Mittwochabend mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die Stadt wird daher in keine Verhandlungen mit dem Land über mehr Parkplätze treten.

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