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Rostock Rostock will mit Klärschlamm heizen
Mecklenburg Rostock Rostock will mit Klärschlamm heizen
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09:00 23.11.2018
Klärschlamm ist für die Entsorger ein großes Problem – und teuer in der Beiseitigung (Symbolbild). Quelle: Entsorgungsbetriebe Lübeck
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Rostock

Jetzt wird es konkret: Die Hansestadt will schon in wenigen Jahren den Wärmebedarf von rund 3700 Haushalten mit Hilfe von Fäkalien decken. In direkter Nachbarschaft zur bestehenden Kläranlage in Bramow – der größten des Landes – will ein Zusammenschluss von 15 Wasserver- und Wasserentsorgern aus dem gesamten Land eine so genannte Klärschlamm-Verwertungsanlage bauen. Die Anlage soll 50 Millionen Euro kosten, Wärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke einspeisen und zugleich wertvollen Phosphor aus den Fäkalien-Resten gewinnen. Im Ortsbeirat der KTV stellte der „Bauherr“, die Klärschlamm-Kooperation MV (KKMV), nun erstmals detaillierte Pläne für das Projekt vor. Im Januar soll die Bürgerschaft dann entscheiden.

Gesetze werden verschärft

Bisher landet der Klärschlamm größtenteils auf den Äckern. Doch weil die Überreste auch Schwermetalle und Schadstoffe enthalten, hat der Bund ab 2023 die Gesetze verschärft. Die Entsorger müssen reagieren – insbesondere was das Thema Phosphat angeht. Der Stoff ist als Düngemittel für die Landwirtschaft unersetzlich. „Doch Deutschland hat keine eigenen Phosphat-Vorkommen. Wir sind abhängig von anderen Ländern. Von Russland zum Beispiel“, sagt Ulrich Jacobs von der KKMV. „Wenn wir aber bundesweit den Klärschlamm verwerten und das Phosphor daraus zurückgewinnen, könnten wir 60 Prozent unseres Bedarfs decken.“ Rostock soll dafür ein Vorbild sein. In der Hansestadt fallen 20 000 Tonnen Klärschlamm an, die bisher abtransportiert werden. Damit soll es vorbei sein. Stattdessen sollen 60 000 Tonnen angeliefert werden. „Das sind zwölf Lastwagen pro Tag. Und die werden nicht durch die Wohngebiete fahren“, so KKMV-Manager Klaus Rhode. Das kleine Kraftwerk werde eine Leistung von 10 Megawatt haben. Zum Vergleich: Das Müllkraftwerk von Vattenfall im Seehafen kommt auf 90 MW. „Dennoch leisten wir einen Beitrag, Rostocks Wärme grün zu machen.“

Andreas Meyer

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