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Rostock Nobelpreisträger Grass (87) gestorben
Mecklenburg Rostock Nobelpreisträger Grass (87) gestorben
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06:12 14.04.2015
Günther Grass 2003 in der Galerie 8 in Rostock.
Günther Grass 2003 in der Galerie 8 in Rostock. Quelle: Thomas Haentzschel
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Lübeck

Günter Grass ist tot. Der Literaturnobelpreisträger starb am Montag im Alter von 87 Jahren in Lübeck. Das teilte der Steidl Verlag in Göttingen mit. Grass zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Bereits sein 1959 erschienener erster Roman „Die Blechtrommel“ wurde ein Welterfolg. 40 Jahre später erhielt der gebürtige Danziger für sein Gesamtwerk den Nobelpreis.

Geschrieben hat Grass auch über die Insel Hiddensee. In seinem viel diskutierten Wenderoman „Ein weites Feld“ ließ seine Figur „Fonty“ durch die Dünen der Ostseeinsel stromern. Auch familiär war er mit Hiddensee verbunden. In zweiter Ehe war Grass mit der Organistin Ute Grunert verheiratet, die von der Insel stammt. Außerdem engagierte sich der Künstler für das Koeppen-Haus in Greifswald.

Zeitlebens schaltete sich Grass in gesellschaftspolitische Debatten ein. So unterstützte er Willy Brandts Aussöhnungspolitik mit Polen und machte Wahlkampf für die SPD. Grass löste heftige Kontroversen aus, zuletzt 2012 wegen eines Israel-kritischen Gedichts.

Zum umfangreichen Werk von Grass gehört die Anfang der 1960er Jahre erschienene „Danziger Trilogie“. Sie umfasst neben der „Blechtrommel“ die Novelle „Katz und Maus“ (1961) und den Roman „Hundejahre“ (1963). Fast ein halbes Jahrhundert später schrieb Grass seine „Trilogie der Erinnerung“ mit den autobiografischen Bänden „Beim Häuten der Zwiebel“ (2006), „Die Box“ (2008) und „Grimms Wörter“ (2010).



OZ

13.04.2015
13.04.2015