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Rostock Nordic Yards: Die letzten Schiffe sind bald weg
Mecklenburg Rostock Nordic Yards: Die letzten Schiffe sind bald weg
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14:37 09.10.2015
Good bye, Nordic Yards: Bald werden die „Beringov Proliv“ und die „Murman“ ihre Bauwerft verlassen.
Good bye, Nordic Yards: Bald werden die „Beringov Proliv“ und die „Murman“ ihre Bauwerft verlassen. Quelle: Hans-Joachim Zeigert
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Rostock

In wenigen Tagen verlassen mit der „Murman“ und der „Beringov Proliv“  die vorerst letzten Schiffe die Nordic-Werft in Wismar. Am Donnerstag traf die Abnahmekommission für das erste Schiff ein, nach Testfahrten vor Norwegen steuert die „Beringov Proliv“ dann ihren neuen Heimathafen im russischen Korsakov an. Die abschließenden Probefahrten der „Murman“ sollen ebenfalls in ein paar Tagen beginnen. Ihr Zielhafen ist Murmansk.

Die knallrot lackierten Schiffe wurden für Rettungseinsätze im Polarmeer bei jedem Wetter gebaut, die Besatzung ist dank der Technik in der Lage, den Meeresboden in 1000 Metern Tiefe zu untersuchen, sie kann brennende Schiffe löschen und Ölkatastrophen bekämpfen. High Tech made in MV.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums gehört zur Ausstattung auch eine militärische Schutzausrüstung. Damit gelten die Schiffe offiziell als Rüstungsgüter. Die Bundesregierung erteilte Anfang des Jahres die erforderliche Ausfuhrgenehmigung, weil es sich um einen Altfall handelt. Wegen des im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Russland-Embargos dürfen solche Güter eigentlich nicht mehr nach Russland geliefert werden.

Glück für die Werft, die seit 2009 dem Russen Witalij Jussufow gehört: die Verträge für die Eisbrecher wurden im Dezember 2012 unterzeichnet, lange vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. Bitter für Nordic Yards und die 1400 Mitarbeiter in Wismar, Warnemünde und Stralsund: Durch das Embargo gibt es keine Folgeaufträge. Hunderte Arbeitsplätze stehen derzeit auf der Kippe.



Gerald Kleine Wördemann