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Rostock Nordwasser braucht Geld für Sicherheit: Warum Rostocks Wasser teurer wird
Mecklenburg Rostock Nordwasser braucht Geld für Sicherheit: Warum Rostocks Wasser teurer wird
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20:23 29.11.2019
Das Nordwasser-Führungsteam um Michaela Link (v. l.), Katja Gödke und Ulf Altmann in der Leitzentrale der Rostocker Wasserversorgung. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Das Lebenselixier sollte günstiger werden. Und zwar für alle Rostocker. Um mindestens zehn Prozent. Das war das Ziel, als Rostock vergangenes Jahr die Wasserversorgung in der Hansestadt wieder in eigene, kommunale Hände nahm und die städtische Nordwasser die private Eurawasser Nord GmbH ablöste.

Doch nach nur eineinhalb Jahren am Markt gibt es nun für die Kunden erstmal schlechte Nachrichten: Nordwasser muss zum 1. Januar gleich die Abwassergebühren erhöhen. „Wir bleiben aber immer noch unter der Zehn-Prozent-Marke“, betont Katja Gödke, Chefin des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV) und quasi die „Auftraggeberin“ von Nordwasser. Und auch die Stadtkasse bekommt noch ihre Millionen-Gewinne pro Jahr aus dem Wassergeschäft.

Abwasser wird teurer

Der Preis für Trinkwasser bleibt für die kommenden beiden Jahre unverändert – 1,39 Euro kostet der Kubikmeter in Rostock und 28 Umlandgemeinden. Unter Eurawasser waren noch 1,83 Euro fällig. Aber: Für das Abwasser müssen die rund 200 000 angeschlossenen Haushalte und Betriebe tiefer in die Tasche greifen – und zwar spürbar.

Das Nordwasser-Führungsteam um Katja Gödke (v. l.), Ulf Altmann und Michaela Linke in der Leitzentrale der Rostocker Wasserversorgung. Quelle: Andreas Meyer

Ein Grund für die Erhöhung: Der WWAV – rechtlich ist die Wasserversorgung seine Aufgabe und Nordwasser „nur“ der Auftragnehmer – hatte in den Jahren 2015 und 2016 deutliche Mehreinnahmen aus dem Wassergeschäft erzielt. Diese Gewinne wurden zuletzt genutzt, um die Preise niedrig zu halten. Doch nun ist die Rücklage erschöpft. Und: „Wir werden in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld in Technik, Netz und Anlagen investieren“, kündigt Nordwasser-Technikchef Ulf Altmann an.

Rekordverdächtiger Verbrauch

Dass nicht auch die Preise für das Trinkwasser steigen – das haben die Rostocker den Rekord-Sommern der vergangenen beiden Jahre zu verdanken: 14 Millionen Kubikmeter Wasser verkaufte Nordwasser allein in diesem Jahr, 2018 sogar 14,2 Millionen. So viel wie seit 1996 nicht mehr. Die Mehreinnahmen in den Vorjahren sorgen nun zumindest beim frischen Nass für stabile Preise.

Für die kommenden Jahre rechnet Nordwasser mit einem leicht sinkenden, aber immer noch hohen Wasserverbrauch. Und das auch ohne neue Rekordsommer: Die Hansestadt und das Umland wachsen, mehr Menschen und mehr Firmen bedeuten auch mehr Wasserverbrauch.

Geld für Sicherheit

Nordwasser kündigte für die kommenden Jahre ein riesiges Investitionsprogramm an. Allein 2020 will das kommunale Unternehmen 24,4 Millionen Euro investieren. Das wäre der höchste Jahreswert seit 1997. Hauptaugenmerk liegt auf dem Thema „Sicherheit“.

So soll in Biestow für mehr als vier Millionen Euro ein 5000 Kubikmeter fassender Reinwasser-Speicher entstehen. „Sollten wir Störungen bei der Wasserförderung aus der Warnow haben, können wir auf diese Reserven zurückgreifen“, sagt Nordwasser-Chefin Michaela Link.

Dummerstorf wächst rasant

Nordwasser betreibt bereits vier Speicher für Notfälle: zwei in Biestow, einen auf dem Areal des Wasserwerks und einen weiteren in Niederhagen. Mit dem neuen Reservoir in Biestow steigt Rostocks Reserve für Notfälle auf 22 500 Kubikmeter.

Um Sicherheit geht es auch in Dummerstorf: Dort baut Nordwasser das Abwasser-Pumpwerk aus. „Die Gemeinde ist rasant gewachsen, vor allem die Gewerbegebiete“, so Altmann. In der KTV arbeitet Nordwasser an einer neuen „Entwässerungsachse“, um die Stadt besser gegen Starkregen zu wappnen. An der Parkstraße sind die Arbeiten gerade fertig, an der Ulmenstraße geht es 2020 weiter und 2021 an der Fritz-Reuter-Straße.

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Von Andreas Meyer

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