Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Notsicherung für Lokschuppen am Güterbahnhof
Mecklenburg Rostock Notsicherung für Lokschuppen am Güterbahnhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 18.12.2018
Handwerker sichern das Dach des Lokschuppens am ehemaligen Güterbahnhof in Rostock. Quelle: Thomas Mandt
Anzeige
Steintor-Vorstadt

Eigentlich hätten jetzt im historischen Lokschuppen am ehemaligen Güterbahnhof schon Familien wohnen können: Die Baugenehmigung liegt seit mehr als zwei Jahren vor. Stattdessen verfiel das technische Denkmal weiter. Im Herbst stürzte ein Teil der Dachkonstruktion ein. Das Denkmalamt zog jetzt die Notbremse: Der Investor wurde angewiesen, das Dach notzusichern, damit kein Wasser eindringen kann. Das ist inzwischen passiert. Nun soll das Gebäude bis zum geplanten Baustart durchhalten. Der könnte 2019 erfolgen.

„Hätten wir die Notsicherung nicht veranlasst, wären wohl erhebliche Schäden am Lokschuppen entstanden“, sagt Stadtkonservatorin Birgit Mannewitz. Die eingestürzten Dachsparren seien durch neue ersetzt und die komplette Konstruktion mit Dachpappe und Planen provisorisch abgedichtet worden. Die alten Sparren wurden eingelagert. „An ihnen finden sich teilweise schöne Schnitzereien. Wir wollen prüfen, ob sie bei der Sanierung wiederverwertet werden können“, sagt Mannewitz.

Fachwerkkonstruktionen wie der Lokschuppen seien immer schwierig zu erhalten, wenn sie nicht mehr genutzt werden, erklärt die Expertin – vor allem, wenn sie Wind und Wetter ausgesetzt seien. „Beim Lokschuppen kommt hinzu, dass er ein Kaltgebäude ohne Heizung ist, so dass man ihn nicht durch Heizen trocknen kann.“ Im vergangenen Herbst war zur Sicherung der historischen Substanz bereits die Fassade eingerüstet worden. Mit den Arbeiten am Dach sei das Gebäude nun erst einmal vor weiterem Verfall geschützt, so die Konservatorin. „Ich hoffe, dass die Sanierung im nächsten Jahr losgeht.“

Der Lokschuppen gehört der Südstadt Wohnprojekt und Erschließungsträger GmbH. Deren Investoren lassen derzeit auch das ehemalige Theater Kleines Haus in der Eselföterstraße sanieren. „Ich habe Verständnis, dass der Investor erst das eine Projekt in Angriff nimmt, aber er darf dann das andere nicht vernachlässigen. Eigentum verpflichtet“, mahnt Mannewitz. „Der Lokschuppen ist fast das letzte große unsanierte Einzeldenkmal der Stadt, es sollte erhalten bleiben.“ Zwischenzeitlich hatten die ursprünglichen Investoren sogar den Abriss beantragt, das konnte das Denkmalamt aber verhindern. Der seltene Ringlokschuppen mit der vorgelagerten Drehscheibe von 1853 sei ein wichtiges Zeugnis der Rostocker Industriegeschichte, hieß es damals.

Die neuen Besitzer wollen aber nun möglicherweise 2019 loslegen, teilte Sprecher Maik Weber am Dienstag mit. Nach den ursprünglichen Plänen der Investoren von 2016 sollte der Lokschuppen zu einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 21 Wohnungen mit Terrassen oder Balkonen, Carports, Stellflächen sowie einem Kinderspielplatz umgestaltet werden. Dank der Baugenehmigung hätte auch sofort begonnen werden können. Die Pläne seien inzwischen allerdings überarbeitet werden, verrät Weber, ohne Details zu nennen.

Auf der Baustelle in der Eselföterstraße konnte dagegen bereits im November Richtfest gefeiert werden. Auf dem Areal rund um das ehemalige Theater wird ein Mehrfamilienhaus mit fünf Eigentumswohnungen neu gebaut. Im Innenhof entsteht laut Weber ein Komplex mit vier dreigeschossigen Stadthäusern. Auch zwei Büros sind vorgesehen. Das Kleine Haus selbst wird eine große Eigentumswohnung beherbergen. Im Frühjahr 2019 soll alles fertig sein. Der Komplex Eselföterstraße 23-25 war 1889 zu einem Hotel umgebaut worden, 1961 wurde er zum Theater, das in den 90er Jahren schloss.

Axel Büssem

Ein großes Banner wirbt seit Dienstag für das große Neujahrsevent

18.12.2018

Eine aktuelle Studie zeigt: Rostock hat zu viele Privatschulen. Die Wissenschaftler sprechen von einem Parallelsystem, das die soziale Spaltung verstärke. Einige Politiker weisen das jedoch zurück.

18.12.2018

In Rostock haben Ausländerfeinde dem Syrer ein Messer in die Lunge gerammt. Die Verletzungen waren lebensgefährlich. Jetzt hat das Amtsgericht Rostock zwei Täter zu Bewährungsstrafen verurteilt.

18.12.2018