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Rostock Nustrow siegt beim Drachenbootrennen
Mecklenburg Rostock Nustrow siegt beim Drachenbootrennen
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15:24 26.08.2019
Das Team Thelkow macht sich startklar für das Rennen auf dem Alt Stassower See. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Grammow

Die Stimmung ist gut an der Badestelle am Alt Stassower See in der Gemeinde Grammow. Zum sechsten Mal schon sind am vergangenen Sonnabend die Drachenboote los. Acht Teams aus neun Gemeinden rund um Tessin gehen an den Start.

Das erste Rennen bestreiten Zarnewanz im blauen und Gnewitz im orangefarbenen Boot. „Beide Boote schwimmen ein“, hält Moderator Jan-Peter Weiß vom Rostocker SV Breitling die Zuschauer auf dem Laufenden. Der Starter richtet die Boote an der Linie aus. Dann heißt es: „Are you ready?“ – und die Paddler legen los im Takt der Trommler.

„Die Plapperstörche“ organisieren das Rennen

200 Meter, digital vermessen, müssen die Mannschaften in hoher Schlagfrequenz zurücklegen. „Das ist die bei Drachenboot-Meisterschaften übliche Strecke“, erläutert Weiß. Der SV Breitling unterstützt den Wettbewerb der Gemeinden auf dem Stassower See von Anfang an, stellt zwei Drachenboote, die Steuerleute, Starter und Zeitnehmer. 2014 hat sich der Kulturförderverein „Die Plapperstörche“ in Grammow gegründet. „Unser erster Akt war das Drachenbootrennen“, erinnert sich Vereinschefin Marlies Audersch. Inzwischen laden „Die Plapperstörche“ zu Mehrgenerationenfesten und geführten Waldspaziergängen, zu Bastelnachmittagen, Vorträgen und Frauentagsfeier ein.

Rostocker SV Breitling unterstützt die Macher

„Das Highlight aber ist das Drachenbootrennen“, freut sich Marlies Audersch. Alle Gemeinden im Amtsbereich beteiligen sich mit eigenen Teams. „Stubbendorf ist aufgeteilt und in anderen Booten integriert“, berichtet Tessins Bürgermeisterin Susanne Dräger, die als ehemaliges Grammower Gemeindeoberhaupt das Rennen 2014 mit an den Start gebracht hat. Heute sitzt sie in der Rennleitung und notiert genauestens alle Zeiten. Denn am Ende kann nur einer den Wanderpokal gewinnen, 2018 war es Grammow. Medaillen gibt es für die drei Besten, Urkunden für alle Teilnehmer.

Zum sechsten Mal fand am 24. August 2019 das Drachenbootrennen auf dem Alt Stassower See statt. Acht Gemeinden rund um Tessin sind mit eigenen Teams gestartet. Auch am Ufer hatten die Zuschauer Spaß.

Das erste Rennen am vergangenen Sonnabend gewinnt Zarnewanz. „Ging besser als erwartet“, freut sich Teamchefin Christina Budde. Die Gemeinde beteiligt sich zum dritten Mal. Die weißen T-Shirts trocknen bis zum nächsten Auftritt in der Sonne. „Ist eine feuchte Angelegenheit“, sagt Budde, „eine Kelle reicht und alle sind nass.“ Mit gerade mal 50 Kilo hat Leichtgewicht Katja Marquardt das Sagen im Boot: „Sie parieren aufs Wort und auf jeden Schlag“, sagt die junge Frau und lacht. Die Zarnewanzer sind hoch motiviert und gut vorbereitet. „Wir haben still und heimlich trainiert, letztes Wochenende auf dem Inselsee in Güstrow“, verrät ein Paddler. „Nur die Sitzordnung“, fügt er an und schmunzelt.

Mit Besenstielen auf Bierkisten trainiert

Die meisten Teams hatten nur Trockentraining. „Wir setzen uns auf Bierkästen und üben, mit Besenstielen im Rhythmus zu paddeln“, erzählt Nadine Raddatz vom Team Thelkow. So bekäme jeder ein Gefühl dafür, ob er seine Stärken im Boot eher auf der rechten oder linken Seite habe. „Wir hatten dieses Jahr ein Problem in der Besetzung“, berichtet Thelkows Bürgermeister Erhard Skottki. „Unsere Feuerwehr ist zum Landesfeuerwehrwettbewerb nach Ludwigslust gefahren, die Kameraden fehlen im Boot“, betont Skottki. Die Thelkower sind dennoch gut, passieren nach 46,51 Sekunden die Ziellinie vor Nustrow.

„Unsere Gemeinde hat nur 156 Einwohner“, sagt Nustrows Bürgermeister Dirk Lembke. „21 sitzen im Boot“, er eingerechnet, „und die Rentner feuern uns am Ufer an.“ Nustrow sei zum sechsten Mal dabei. Das Drachenbootrennen mache Spaß, sei gut für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt auf den Dörfern. „Wir verstehen uns gut im Amt, mit den Nachbargemeinden und wollen hier ein schönes Wochenende miteinander verbringen“, erklärt Lembke. „Aber auf dem Wasser kommt dann doch der Ehrgeiz.“ Der sich auszahlen wird, denn der Wanderpokal geht in diesem Jahr an die kleinste Gemeinde, die die stärkste im Drachenboot war.

Camminer Seedüwel sitzen zum ersten Mal im Boot

„De Camminer Seedüwel“ haben sich schicke hellgrüne T-Shirts zugelegt. Sie sind zum ersten Mal dabei. Teamleiterin Margitta Bentzin hat erst im Juli eine Mannschaft zusammengetrommelt, darunter zwölf Frauen. „Wir haben noch nie in einem Boot gesessen, keine Trockenübungen gemacht“, bekennt Bentzin. „Aber schwimmen können wir“, wirft eine vom Team ein. Der Spaß habe Vorrang. „Aber wir wollen auch angreifen“, erklärt Margitta Bentzin.

In zwei Zeitläufen muss jedes Team auf jeder Bahn fahren. Die Ergebnisse werden am Ende zusammengezählt und so die Besten ermittelt. Im Vorlauf siegt Grammow vor Nustrow und Selpin. Im Finalrennen liegen die Teilnehmer dann eng beieinander, nur Zehntelsekunden trennen die Mannschaften. Nustrow belegt Platz eins mit 44,59 Sekunden gegen die Paddler aus Grammow (44,95 Sekunden). Platz drei geht an Zarnewanz (46,3 Sekunden) vor Selpin mit 46,79 Sekunden.

 Nustrow siegt vor Grammow und Zarnewanz

„Alle Teams waren so heiß auf das Rennen, dass alle acht Plätze ausgefahren wurden“, freut sich Rennleiterin Susanne Dräger. Thelkow kommt auf Platz 5 mit 47,05 Sekunden gegen Tessin (47,30) und Gnewitz (47,47 Sekunden) besiegt Cammin (54 Sekunden). Tagesbester wurde das Boot der Grammower, das in einem Lauf die 200-Meter-Strecke in 43,71 Sekunden bewältigte.

Zum ersten Mal gibt es eine Seerunde. „Der Sieger fährt gegen ein Team aus allen Gemeinden“, verrät Vereinschefin Marlies Audersch. Auch hier liegt Nustrow vorn. „Es war eine sehr faire, harmonische, sportliche Veranstaltung“, resümiert Audersch zum Ende, „bei der es viele Gespräche über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus gegeben hat.“

Von Doris Deutsch

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