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Rostock Nustrower froh: Erstes neues Löschfahrzeug
Mecklenburg Rostock

Nustrower hoffen auf erstes nagelneues Löschfahrzeug

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13:35 11.02.2020
Nustrower Kameraden zeigen Ehrgeiz und Einsatz beim Amtsausscheid der freiwilligen Feuerwehren, auch die jüngsten beherrschen schon die Spritze. Quelle: Stadt Tessin
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Nustrow

„Zum ersten Mal ein nagelneues Fahrzeug“, freut sich Nustrows Bürgermeister Dirk Lembke schon. Für die Freiwillige Feuerwehr hat die 156 Einwohner zählende Gemeinde ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) beantragt. Aus dem 50-Millionen-Euro-Topf, den das Land extra für das Programm „Zukunftsfähige Feuerwehr“ gefüllt hat. In den nächsten vier Jahren soll das Geld zur Verbesserung des flächendeckenden Brandschutzes ausgegeben werden.

„Im ersten Programmabschnitt sollen insbesondere alte Einsatzfahrzeuge kleinerer Feuerwehren ersetzt werden“, erklärt Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums. Die Bewerbungsfrist für Gemeinden, die ein Löschfahrzeug TSF-W anschaffen wollen, endet am 29. Februar. In einer unverbindlichen Bedarfsabfrage für die Planungen waren dem Ministerium 150 Fahrzeuge dieses Typs gemeldet worden. Kurzfristig mussten die Gemeinden Kaufabsichten beschließen, mit dem Landkreis abstimmen und dem Land verbindlich eine Abnahme des Fahrzeuges signalisieren. Die Beschaffung wird erstmals zentral durch das Innenministerium organisiert.

Eigenanteil beträgt immer noch 40 000 Euro

Den Kauf fördert das Land je nach finanzieller Ausstattung der Kommunen mit 70 bis 90 Prozent. „Je nach Haushaltslage wird wie bei der Ampel auf Rot, Gelb oder Grün geschaltet“, erläutert Bürgermeister Lembke. Da Nustrow einen ausgeglichenen Haushalt habe, erhalte die Gemeinde den kleinsten Fördersatz von 70 Prozent. „Unser Eigenanteil liegt immer noch bei rund 40 000 Euro“, sagt Lembke, der zugleich stellvertretender Wehrführer ist. Aber den könne und wolle sich Nustrow leisten, auch „um die jungen Leute mit moderner Technik bei der Stange zu halten“.

Dirk Lembke, Bürgermeister von Nustrow Quelle: OVE ARSCHOLL

„Es ist eine einmalige Chance für unsere Wehr, ein nach DIN komplett ausgestattetes, neues Fahrzeug zu erhalten“, betont Lembke. Seit fast 40 Jahren gehöre er zur Freiwilligen Feuerwehr Nustrow. „Aber das hat es noch nie gegeben. Wir hatten immer nur alte, gebrauchte Technik im Gerätehaus.“ Mit einem alten Trecker samt Hänger sei die Wehr gestartet, später kam ein LO Robur zum Einsatz, dann ein MAN. „Unser letztes Löschfahrzeug haben wir den Tessinern abgekauft“, sagt Lembke, ein LF 16, Baujahr 1992. Das bleibe auch im Bestand, denn es hat Allrad, allerdings kein Wasser. Daher sei das neue Tragkraftspritzenfahrzeug mit 1000 Litern Wasser für die Brandeinsätze der Nustrower völlig ausreichend und willkommen. Ein allradbetriebenes Auto hätten sich die zehn Aktiven der Wehr zwar gewünscht, „Aber die kosten um die 350 000 Euro, in der Liga können wir nicht mitspielen“, räumt Lembke ein.

Bisher 39 Anträge aus dem Landkreis Rostock

Aus dem Landkreis Rostock liegen derzeit 39 Anträge auf Abnahme eines TSF-W aus Landesbeschaffung vor, wie Kreissprecher Michael Fengler informiert. Die Hälfte aller 380 Feuerwehrfahrzeuge im Kreis seien älter als 20 Jahre, 53 sogar älter als 30 Jahre. Elf dieser Oldies vor Baujahr 1990 sollen nun durch das Förderprogramm des Landes ersetzt werden. Neben Nustrow und Gnewitz aus dem Amt Tessin haben sich auch die Feuerwehren Reez und Schlage/Pankelow beworben. Auch hier haben die Löschfahrzeuge 25 und 30 Einsatzjahre hinter sich. „Die Kameraden an diesen Standorten zeigen eine hohe Tageseinsatzbereitschaft“, lobt Axel Wiechmann, Bürgermeister der Gemeinde Dummerstorf, die ebenfalls 30 Prozent Eigenanteil aufbringen muss und nun hofft, dass das Ministerium eine zeitnahe Entscheidung trifft. „Die zügige Anschaffung neuer Fahrzeuge in diesen kleinen Wehren ist auch eine Wertschätzung gegenüber der ehrenamtlichen Leistung der Kameraden“, betont Wiechmann.

Älteste Löschfahrzeuge im Landkreis Rostock

53 von 380 Löschfahrzeugen der Feuerwehren im Landkreis Rostock sind älter als 30 Jahre. Einige der ältesten Modelle stehen zum Beispiel in den Gerätehäusern in Lübzin – ein LF 8 (LO), Baujahr 1973, in Boddin und Gülzow – gleiche Fahrzeugtypen, aber schon Baujahr 1981. Das Tragkraftspritzenfahrzeug der FFW Rosenow stammt aus dem Jahr 1982, das Löschfahrzeug LF 8 in Dölitz wurde 1984 gebaut. Auch in Schorssow ist noch immer ein LF 8 auf Robur LO im Einsatz.

Wie viele Gemeinden landesweit Interesse bekundet haben und die nötigen Kriterien erfüllen, kann Ministeriumssprecherin Schlender nicht sagen. Die Frist sei ja noch nicht abgelaufen. Grundlage für eine Bewerbung sei ein Beschluss der Gemeindevertretung und eine verbindliche Abnahmeerklärung für das Fahrzeug. Dann könne das Land zügig die zentrale Beschaffung angehen. Mit einer Auslieferung wird in den Jahren 2020 bis 2022 gerechnet.

2019 wurden 32 Fahrzeuge aus Sonderbedarfsmitteln angeschafft

Nach der TSF-W-Bestellung schließe sich laut Ministerium der zweite Projektteil an, in dem ausschließlich die Feuerwehren mit überörtlichen Aufgaben berücksichtigt werden sollen. „Selbstverständlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, jenseits des 50-Millionen Euro-Förderprogramms nach dem bisher üblichen Verfahren Fördermittel zu bekommen“, betont Innenminister Lorenz Caffier. Seit Jahren würde über Sonderbedarfszuweisungen auch die Beschaffung neuer Löschtechnik in den Gemeinden unterstützt. So wurden 2019 aus diesem Topf 3,9 Millionen Euro bewilligt für die Anschaffung von 32 Fahrzeugen. Im Jahr zuvor waren es landesweit 41 Löschfahrzeuge, die mit 4,5 Millionen Euro Landesmitteln bezuschusst wurden. Bei dieser Förderung teilen sich Land, Kreis und Kommune zu je einem Drittel die Anschaffungskosten.

Von Doris Deutsch

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