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Rostock OB-Wahl in Rostock: Warum das Rennen wieder offen ist
Mecklenburg Rostock OB-Wahl in Rostock: Warum das Rennen wieder offen ist
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20:08 27.05.2019
Wer beerbt Roland Methling (jeweils rechts)? Claus Ruhe Madsen oder Steffen Bockhahn? Quelle: Andreas Meyer
Rostock

Die Wahl-Karte von Rostock – sie ist schwarz. Bis auf fünf rosa-farbene Ausnahmen in Lütten Klein. Schwarz steht in diesem Fall für den parteilosen Unternehmer Claus Ruhe Madsen (nominiert von CDU und FDP), Rosa für den Linken-Politiker Steffen Bockhahn. Im ersten Wahlgang der Rostocker Oberbürgermeister-Wahl hatte Madsen am Sonntag in der gesamten Stadt die Nase vorn. Wird die Stichwahl in drei Wochen deshalb für den Dänen zum Selbstläufer? Nein, lautet die deutliche Antwort von Politikwissenschaftlerin Dr. Gudrun Heinrich von der Uni Rostock. „Wer OB wird, hängt ganz maßgeblich davon ab, wie sich die unterlegenen Kandidaten positionieren und wer deren ehemalige Wähler für sich überzeugen kann.“

Madsen punktet in allen Stadtteilen

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der OB-Wahl kommt Madsen auf insgesamt 34,6 Prozent der Stimmen. Bockhahn landet deutlich dahinter, bei „nur“ 18,9 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD, 13,2 Prozent), Dirk Zierau (UFR, 11,8 Prozent) und Uwe Flachsmeyer (Grüne, 10,2 Prozent). Auffällig: Madsen punktete besonders stark in den Stadtteilen mit hohem Einfamilienhaus-Anteil – in Warnemünde etwa, in Brinckmansdorf oder auch in Gehlsdorf. Deutlich knapper fällt sein Vorsprung vor Bockhahn in den großen Wohngebieten wie Schmarl, Lütten Klein, Groß Klein aus.

Wissenschaftlerin: Bockhahn muss mobilisieren

Bei der Stichwahl am 16. Juni wird die Wahlbeteiligung aller Voraussicht nach deutlich nach unten gehen, so Politikwissenschaftlerin Heinrich. Bei vergleichbaren Wahlen in MV lag sie zuletzt nur zwischen 20 und 30 Prozent. Sie sieht Madsen zwar im Vorteil, Bockhahn sei aber noch nicht geschlagen: „Vor allem für ihn wird es darauf ankommen, neue Wähler für sich zu gewinnen und gleichzeitig seine Stammwählerschaft zu mobilisieren. Bockhahn muss ihnen klarmachen, dass sie eine Chance haben – auch wenn die gering ist.“ Sowohl bei der OB- als auch der Bürgerschaftswahl landet die Linke bei rund 20 Prozent.

Aber auch Madsen dürfe sich nicht zurücklehnen: „Er muss vor allem seine Klientel halten. Obwohl er von CDU und FDP unterstützt wurde, konnte er das Image des Unabhängigen für sich nutzen“, sagt Heinrich. Und: „Wir werden in den kommenden drei Wochen bis zur Stichwahl eine andere Form des Wahlkampfes erleben“, sagt Politikwissenschaftlerin Heinrich. „Beide Kandidaten werden sich thematisch breiter aufstellen müssen. Sie müssen um die Gunst jener Wähler kämpfen, die bisher nicht für sie gestimmt haben – und denen müssen sie etwas anbieten.“ Zünglein an der Waage könnten die SPD-Wähler sein: „Ich denke aber, für die SPD ist es schwierig, eine eindeutige Wahlempfehlung auszusprechen.“

Gespräche laufen bereits

Erste Gespräche zwischen den beiden Stichwahl-Kandidaten sowie SPD, Grünen und UFR gab es bereits in der Nacht zum Montag. „Wir sind auf die Parteien zugegangen und wollen in den kommenden Tagen ausloten, welche Gemeinsamkeiten wir haben“, sagt Bockhahn. Schon im Wahlkampf habe sich gezeigt, dass es große „Schnittmengen“ zwischen ihm und den Bewerbern von SPD und Grünen gegeben habe. Auch in der Bürgerschaft habe Rot-Rot-Grün die Mehrheit. „Für einen neuen OB und auch die Bürgerschaft wäre es so leicht, gemeinsame Ideen auch tatsächlich umzusetzen.“

Madsen betont, er wolle in erster Linie auch die Menschen überzeugen: „Die vielen Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern haben mir die Stärken der Stadt gezeigt, aber auch, wo in den Stadtteilen der Schuh drückt. Es sind im Alltag manchmal die kleinen Dinge, wie wilder Sperrmüll, Hundekot oder der kaputte Bordstein auf dem Weg zur Haltestelle.“ Das Wahlergebnis zeige, dass sein Weg der richtige sei: „Ich lade alle Menschen ein, mich in den nächsten drei Wochen noch einmal stärker kennenzulernen, ich werde in den Stadtteilen sein und auf das Gespräch setzen.“

Zierau für Madsen

Die SPD wollte sich noch am Montagabend mit dem Wahlergebnis auseinandersetzen, sagt Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell. Auf einer Vorstandssitzung sollte auch über eine mögliche Unterstützung eines der beiden Kandidaten beraten werden. Teile der SPD bevorzugen nach OZ-Informationen Bockhahn. Auch die Grünen halten sich mit Empfehlungen noch zurück: „Wir werden den in nächsten Tagen mit beiden Kandidaten sprechen und dann entscheiden, wie wir uns verhalten“, so Fraktionschef Uwe Flachsmeyer. Von der UFR wird es keine Empfehlung geben, sagt Dirk Zierau. Er ganz persönlich habe sich aber entschieden: „Für mich ist Madsen die richtige Wahl.“

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Andreas Meyer

Der 30-Jährige hört aus gesundheitlichen Gründen als Spieler auf und übernimmt als Nachfolger von Thilo Meyer das Traineramt. Voss gehörte 2001 als Jugendlicher zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und kennt den RHV bestens.

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