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Rostock OB will Theater-Intendant feuern – Latchinian überrascht
Mecklenburg Rostock OB will Theater-Intendant feuern – Latchinian überrascht
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07:53 27.03.2015
Oberbürgermeister Roland Methling (l.) und Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian bei der Warnemünder Woche im vergangenen Jahr. Wegen eines umstrittenen IS-Vergleiches will Methling über den weiteren Verbleib Latchinians abstimmen lassen.
Oberbürgermeister Roland Methling (l.) und Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian bei der Warnemünder Woche im vergangenen Jahr. Wegen eines umstrittenen IS-Vergleiches will Methling über den weiteren Verbleib Latchinians abstimmen lassen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Der Rostocker Theater-Streit spitzt sich weiter zu: Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat für kommenden Dienstag eine Sondersitzung des Hauptausschusses angesetzt. Inhalt: die Abberufung von Sewan Latchinian als Intendant des Volkstheaters. Es ist der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung (siehe Anhang).

Latchinian steht in der Kritik, weil er Politiker der Hansestadt im Umgang mit den Theaterstrukturen in einer Rede unter anderem mit Schergen des „Islamischen Staates“ verglichen hat. Er selbst spricht von einer satirischen Zuspitzung, die einem Künstler zustehe, aus der Politik kam scharfe Kritik.

Protest kommt sofort aus der Bürgerschaft. „Nicht der Intendant sollte entlassen werden, sondern der OB“, sagt Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Methling räume ihm alle nicht genehmen Kritiker aus dem Weg. Einem Intendanten, der um sein Theater kämpft, stehe auch zu, Kritik zu äußern.

Den Intendanten trifft diese Nachricht mitten in den Proben für eine weitere wichtige Inszenierung am Volkstheater: Am Freitag hat das Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ nach Heinrich Kleist Premiere. Für ihn sei der Vorstoß des OB nur eine „Stellvertreter-Auseinandersetzung“. Es gehe vielmehr um die Frage: Will die Hansestadt mit der Kürzung von Sparten Teile der Kulturlandschaft unwiederbringlich zerstören oder nicht? Dazu müsse er sich als Intendant äußern dürfen – auch mit zugespitzten Vergleichen. „Die Schließung von Sparten am Volkstheater ist falsch“, so Latchinian.

Die Rostocker Bürgerschaft hatte Ende Februar weitreichende Strukturveränderungen am Volkstheater beschlossen, aus dem Vier- soll ein Zwei-Sparten-Theater werden. Auch gegen die Fusion der Theater in Neubrandenburg und Neustrelitz mit denen in Stralsund und Greifswald zu einem „Staatstheater Nordost“ regt sich Widerstand.


Download: Einladung zur Sondersitzung



Frank Pubantz

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