Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock OZ-Newsroom-Konzert: So cool klingt die Bluegrass-Band „Dünen Grass“
Mecklenburg Rostock

OZ-Newsroom-Konzert: So cool klingt die Bluegrass-Band „Dünen Grass“

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:21 19.05.2020
„Dünen Grass“ aus MV spielen beim 9. OZ-Newsroom-Konzert. Tobias Gillner (Gitarre, Gesang), Konrad Jacobi (Kontrabass), Joachim Paetsch (Dobro / Resonatorgitarre), Thomas Struppe (Banjo, Gesang) und Torsten Scheel (Mandoline, Mundharmonika, Gesang) (v.l.) Quelle: Dünen Grass
Anzeige
Rostock

„Bluegrass ist eine Herausforderung zu spielen, obwohl es so einfach aussieht. Es ist wahnsinnig schnell“, sagt Tobias Gillner, Gitarrist der Band „Dünen Grass“, über die amerikanische Musikrichtung Folklore. Besonders die hohe Virtuosität und die interessante Rhythmik gefallen ihm daran. Gemeinsam spielt die Bluegrass-Band beim neunten Newsroom-Konzert in der OZ-Redaktion in Rostock.

Seit 15 Jahren sei er schon auf dem Country-Trip, so Gillner, der melodiöse Musik mag. Die Band hat sich aufgrund der passenden Instrumente gefunden: „Es gibt nicht so viele Banjo- und Mandolinen-Spieler.“ Zuvor spielten Thorsten Scheel (Mundharmonika, Mandoline und Gesang), Thomas Struppe „Struppi“ (Banjo, Gesang) und Tobias Gillner (Gitarre und Gesang) zusammen mit anderen Musikern in der Countryband „Long, long Way“, die sich jedoch 2019 aufgelöst hat.

Anzeige

Bass und Mandoline bringen den Drive

„Wir haben uns nach anderen Musikern umgeschaut und fanden Joachim Paetsch, der Dobro spielt. Und schon hatten wir alle Instrumente für eine klassische Bluegrass-Band zusammen“, erzählt der Rostocker über die Entstehung von „Dünen Grass“ im vergangenen Jahr. Dann haben sie sich noch einen Bassisten gesucht: „Der Bass ist zusammen mit der Mandoline die Rhythmuseinheit. Das gibt einen guten Drive“, so der Freizeitmusiker, der auch Klempnermeister ist. Viel moderne Country-Musik gehe ihm zu sehr in Richtung Schlager. Doch die fünf Musiker wollten originale und originelle Musik machen.

„Bluegrass“ ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika entstanden. „Bill Monroe hat eine Band zusammengestellt. Gemeinsam spielten sie eine Mischung aus Blues, Gospel, irische Folklore und Country mit akustischen Instrumenten. Die Band nannte er ‚Bluegrass‘, benannt nach den blauschimmernden Gräsern in Tennessee“, erzählt der Gitarrist und Sänger. Die Musik wurde in einem sehr schnellen Tempo gespielt, mit mehrstimmigem, meist sehr hohem Gesang.

Ein besonderes Instrument: Die „Dobro“

Tobias Gillner ist Gitarrist und Sänger bei der Bluegrass-Band „Dünen Grass aus MV. Quelle: Dünen Grass

Daraus entstand die Musikrichtung, bei der nach Meinung von Tobias Gillner Mandoline, Resonatorgitarre, Kontrabass, Banjo und mehrstimmiger Gesang nicht fehlen dürfen. Oft habe die Musik einen Jam-Charakter: „Es wird ähnlich wie beim Jazz frei über ein Thema soliert auf Zuruf“, so Gillner. Besonders in der Musikrichtung ist die „Dobro“.

Eine „Dobro“ ist eine Resonatorgitarre, die einen eingebauten Resonanzkörper aus Metall hat. „Man sieht vorne eine große Blechscheibe, die den Ton unglaublich laut macht. „Der Abstand zwischen den Saiten und dem Gitarrenhals ist größer als bei normalen Gitarren“, so Gillner. Ein großes schweres Metallstück (Steel Bar) wird über die Saiten geschoben, statt diese mit den Fingern runterzudrücken. „Die Bünde sind eher Orientierungspunkte, weil man die Saite gar nicht so weit runterdrückt. Gezupft wird sie mit Pics auf den Fingern, das ist irre schwierig in dem schnellen Tempo“, erzählt er über das besondere Instrument, das beim Newsroom-Konzert am Mittwoch zu erleben sein wird.

Aufmunterung in der Corona-Zeit mit „Dünen Grass“

Neben Klassikern der Bluegrass-Literatur spielen sie aber auch Songs aus der Pop- und Rockmusik, die sie adaptieren. „Daran haben wir richtig Spaß. Wir probieren einfach bei der Probe neue Songs aus, ohne Noten – alles entsteht beim Spielen. Mit Noten können wir nicht viel anfangen“, erzählt der Musiker. Im letzten Jahr hatte die Band um die zehn Auftritte zum Beispiel auf der Kurbühne in Boltenhagen, beim Stadtfest in Rehna und zum Uni-Geburtstag auf der Uni-Bühne. Das fehle den Musikern jetzt, die es vermissen, auf der Bühne zu stehen.

Beim neunten Newsroom-Konzert wollen sie Spaß verbreiten. „Wir haben keine melancholischen Titel dabei, sondern durchweg positive und fröhliche, denn ich glaube, die Leute brauchen jetzt Aufmunterung“, so Tobias Gillner. Gemeinsam spielen Torsten Scheel (Mandoline, Mundharmonika, Gesang), Joachim Paetsch (Dobro / Resonatorgitarre), Thomas Struppe (Banjo, Gesang), Konrad Jacobi (Kontrabass) und Tobias Gillner (Gitarre, Gesang) die handgemachte Musik, die am Mittwoch um 18 Uhr im Livestream zu erleben ist.

Bewerben für das OZ-Newsroom-Konzert

Die Reihe „OZ-Newsroom-Konzert“ soll Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern, die derzeit keine Konzerte spielen können, eine Plattform geben. ­Gespielt wird im Newsroom der OSTSEE-ZEITUNG. Ausgestrahlt wird der Auftritt jeden Mittwoch um 18 Uhr auf der Facebook-­Seite der OZ, das aufgezeichnete Video wird danach auf www.ostsee-zeitung.de zu sehen sein. Jedes Konzert dauert 15 Minuten und soll unplugged gespielt werden. Aussagekräftige Bewerbungen bitte an: online@ostsee-zeitung.de, Kennwort: OZ Newsroom Konzert

Mehr zum Lesen:

Von Nora Reinhardt

Anzeige