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Rostock OZ-Newsroom-Konzerte: Carina-Castillo-Duo aus Rostock am Mittwoch im Livestream
Mecklenburg Rostock

OZ-Newsroom-Konzerte: Carina-Castillo-Duo aus Rostock am Mittwoch im Livestream

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15:42 07.04.2020
Carina Castillo und Philipp Krätzer machen seit zehn Jahren zusammen Musik.
Carina Castillo und Philipp Krätzer machen seit zehn Jahren zusammen Musik. Quelle: Ulf Krüger
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Rostock

Schon als Kind hat sie Klavier gespielt und Ballett getanzt: Die Rostocker Sängerin Carina Castillo hat ukrainische und lateinamerikanische Wurzeln und wird mit ihrer kräftigen Stimme am Mittwoch bei dem dritten OZ-Newsroom-Konzert gemeinsam mit ihrem Partner und Musiker Philipp Krätzer auftreten.

Castillos Liebe zur Kunst und zur Musik wurde schon früh durch ihre Eltern geweckt: „Meine Eltern sind beide Hobbymusiker und spielen Instrumente. Je älter ich wurde, umso klarer wurde mir, dass ich Musik studieren möchte“, erzählt die Sängerin im OZ-Interview. Auch Philipp hat schon lange Musik gemacht, viel in Schülerbands gespielt und Songs geschrieben. „Das war schon immer mein Ding. In Schwerin auf dem Sportgymnasium habe ich dann eine eigene Band gegründet“, erzählt Philipp Krätzer.

Sie haben sich an der HMT verliebt

Als beide 2009 anfingen, an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock zu studieren, trafen sich ihre Wege. „Im ersten Semester gab es viele Projekte, in denen wir uns gesehen haben. Bei einem Songwriting-Seminar haben wir unseren ersten gemeinsamen Song geschrieben“ Das habe so super funktioniert, dass sie immer weiter zusammen Musik gemacht haben, so Krätzer.

Nach ein paar Semestern hat es zwischen den beiden dann gefunkt und sie wurden ein Paar. Heute leben sie immer noch in Rostock und haben eine gemeinsame Tochter.

Beide können sich an das erste geschrieben Lied noch gut erinnern: „Ja, es begleitet uns immer noch. Wir spielen es noch hin und wieder und haben es mehrmals neu arrangiert“, erzählt Carina Castillo. Inzwischen haben sie gleich mehrere musikalische Projekte zusammen.

Die nachdenkliche und die wilde Seite

„Mit den unterschiedlichen Projekten lebe ich meine verschiedenen Seiten aus“, erklärt die Sängerin. Während mit dem Projekt „Rivanee“ eher eine emotionale und nachdenkliche Popmusik im Fokus steht, wird mit der Band „Phunknatic“ Soul und Funkmusik gelebt.

„Ein Schauspieler spielt auch nicht immer nur eine Rolle. Bei ‚Rivanee‘ kann man sich in eine andere Welt hineinträumen. Aber es ist auch schön, einfach mal Spaß zu haben und wild zu sein, wie mit ‚Phunknetic‘“, so Carina. Mit den Projekten spielen sie in verschiedenen Besetzungen bei Hochzeiten, Open Airs, Festivals bis hin zu Galas.

„Wir wollen nur noch eigene Musik machen“

Am liebsten würden die beiden Musiker nur noch ihre eigene Musik machen. „Wir haben schon zwei Alben fertig, die wir aber noch nicht veröffentlicht haben“, erzählt Philipp, der die Songs in seinem eigenen Studio aufnimmt.

Philipp Krätzer hat Klavier an der HMT studiert und sich ein eigenes Tonstudio in Rostock aufgebaut. Das Paar teilt sich die Arbeit auf: „Ich mache alles, was man hört, Recording, Musik schreiben und so weiter, und Carina macht alles, was man sieht. Sie schreibt zum Beispiel Konzepte für die Musikvideos, organisiert sie und macht Fotos und schreibt die Texte“, erklärt der Pianist. Dass beide beruflich und privat viel Zeit zusammen verbringen, sei nicht problematisch.

„Gemeinsam allein“ über Zusammenhalt in der Krise

„Das ist eigentlich total schön. Es erleichtert vieles. Wir ergänzen uns gut und sind oft derselben Meinung. Wenn jemandem etwas nicht gefällt, können wir es aber auch direkt sagen, ohne dass der andere es gleich persönlich nimmt“, sagt Carina Castillo.

Losgelöst von allen Projekten, mit denen sie englische Musik machen, haben die beiden Musiker ein Lied geschrieben, mit dem sie in der aktuellen Coronakrise Kraft spenden wollen. „Gemeinsam allein“ ist ein Popsong, der bereits bei NDR Radio MV lief. „Vielleicht schreiben wir sogar in Zukunft noch mehr deutsche Musik. Es hat uns Spaß gemacht und es gibt dann doch einiges, was man auf Deutsch besser sagen kann“, erzählt Carina Castillo.

Die Coronakrise trifft auch sie hart, da beide Berufsmusiker sind. „Der erste Moment war überrollend. Es war ein Schock und ich wusste nicht, was es bedeutet. Erst langsam habe ich realisiert, dass viele Veranstaltungen abgesagt werden“, so Castillo. Die Soforthilfe wollen sie in Anspruch nehmen, weil viele Konzerte ausgefallen sind.

„Wir wollen die Zeit zu Hause nutzen, Songs schreiben und sind zusammen im Studio. Da haben wir es eigentlich noch sehr gut“, sagt Carina Castillo. Sie meint allerdings auch: „Ich glaube nicht, dass sich danach alle sofort Konzertkarten kaufen.“ Kultur werde das Letzte sein, was sich aufrichten werde, so Castillo. „Es wird die Sommer- und Herbstsaison beeinträchtigen.“

Neue Reihe: „OZ Newsroom Konzert“

Die neue Reihe „OZ Newsroom Konzert“ soll Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern eine Plattform geben, die derzeit keine Konzerte spielen können, aber auf Einnahmen angewiesen sind. Gespielt wird im Newsroom der OSTSEE-ZEITUNG. Ausgestrahlt wird der Auftritt jeden Mittwoch um 18 Uhr auf der Facebook-Seite der OZ, das aufgezeichnete Video wird danach auf www.ostsee-zeitung.de zu sehen sein. Jedes Konzert dauert 15 Minuten, es soll so einfach wie möglich gehalten werden, denn gespielt wird ohne Verstärker. Diese Einfachheit ist Teil dieses Konzepts. Aber stilistisch soll diese Konzert-Reihe breit gefächert sein, von Pop über Jazz bis Klassik. Auch im Alter der Teilnehmer gibt es keine Beschränkungen. Die Musiker können im Rahmen des Auftritts auch auf Spendenmöglichkeiten hinweisen. Aussagekräftige Bewerbungen bitte an: online@ostsee-zeitung.de, Kennwort: OZ Newsroom Konzert

Mittwoch 18 Uhr live: Carina-Castillo-Duo

Bei dem OZ-Newsroom-Konzert wollen die beiden ein schönes und positives Erlebnis mit der Musik schaffen. „Ich finde es toll, dass die OSTSEE-ZEITUNG Musikern diese Plattform gibt“, sagt Castillo und freut sich, auch den neuen Song am Mittwoch zu performen.

Die beiden wollen zeigen, dass sie als Musiker weiterhin aktiv bleiben. „Und ja, auch ich habe Ängste, doch ich weiß ganz genau: Wir kommen dadurch, gemeinsam allein, wir schaffen das.“ Mit den Zeilen aus „Gemeinsam allein“ möchten die beiden OZ-Lesern Mut machen. Am Mittwoch um 18 Uhr werden sie bei dem Livestream auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG zu erleben sein.

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Von Nora Reinhardt